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Jobcenter, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Sozialhilfe
Jobcenter © berlinframes @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Wichtiger Indikator

Arbeitslosigkeit als ein globales Problem der modernen Welt

Eine hohe oder niedrige Arbeitslosigkeit entscheidet in einer Gesellschaft nicht nur über Wohlstand, sondern beeinflusst auch zahlreiche gesellschaftliche Faktoren. Darunter auch die Akzeptanz von Flucht und Migration.

Montag, 24.08.2020, 0:54 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 29.08.2020, 9:56 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

In der modernen Welt ist die Innenpolitik der Staaten mit der Lösung von Problemen wie Arbeitslosigkeit, Klimawandel, Epidemien und der Wirtschaftskrise verbunden, die die Stabilität der Staaten bedrohen und deren Lösung eine Zusammenarbeit erfordert. Viele dieser Probleme führen immer häufiger dazu, dass Menschen migrieren. Entweder wandern sie innerhalb ihrer Länder, sogenannte Binnenflüchtlinge, oder sie wandern aus in andere Länder. Die größten Fluchtursachen sind kriegerische Auseinandersetzungen, Arbeitslosigkeit, Klimawandel sowie Naturkatastrophen.

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Für Regionen und Länder, die die Geflüchteten aufnehmen, stellte die Wanderung der Menschen eine große Herausforderung dar. Sie müssen aufgenommen und versorgt werden. Bestenfalls kann man sie in den Arbeitsmarkt integrieren. Auch deshalb spielt der Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle. Als hoch entwickelter Verteilungsmechanismus verbindet er Arbeitnehmer mit dem Arbeitsplatz. Dies wirkt sich sowohl auf die Produktivität als auch auf die Wachstumsraten und viele andere Parameter der Wirtschaft aus.

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Arbeitslosenquote, ein wichtiger Indikator

Gleichzeitig sorgt eine niedrige Arbeitslosenquote für Stabilität, mindert den sozialen Neid und schweißt eine Gesellschaft enger zusammen. Eine hohe Arbeitslosenquote hingegen führt zu Frust und zu einer niedrigeren Lebensqualität. Gleichzeitig sinkt auch die Bereitschaft innerhalb der Gesellschaft ab, Geflüchtete aufzunehmen.

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Die Arbeitslosenquote ist aber auch ein wichtiger Indikator für soziale Umbrüche und diverse Folgeerscheinungen innerhalb der Gesellschaft. Bei höherer Arbeitslosigkeit gehen beispielsweise die Kriminalitätsraten nach oben, die Zahl der Glücksspielsüchtigen steigt an aufgrund von Perspektivlosigkeit und tristem Alltag in der Arbeitslosigkeit. Die zunehmende Angebotsvielfalt und hohe Gewinnversprechen diverser online Casinos kurbeln diesen Effekt zusätzlich an.

Jugendarbeitslosigkeit und Frauenbenachteiligung

In diesem Zusammenhang ist Jugendarbeitslosigkeit eines der dringendsten Probleme in der modernen Welt. In vielen Staaten ist dies das größte Problem. Es hat sich jedoch im Kontext der Wirtschaftskrise noch weiter verschlechtert und betrifft immer mehr junge Menschen, sowohl hoch qualifizierte Hochschulabsolventen als auch junge Menschen in mit geringerem Bildungsgrad. Die hohe Zahl von Jugendlichen in Schwellen- und Entwicklungsländern, die trotz Arbeit in extremer oder mäßiger Armut leben, gibt ebenfalls Anlass zur Sorge.

Zudem gibt es signifikante Unterschiede in der Position junger Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt. Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt häufig benachteiligt. Weltweit sind etwa 3/4 der Männer im erwerbsfähigen Alter erwerbstätig, während bei Frauen der entsprechende Anteil nur die Hälfte beträgt.

Hinzu kommen bei Frauen deutlich widrigere Arbeitsbedingungen hinzu. Sie müssen oft in niedrigeren Lohnsegmenten arbeiten, führen einfachere Tätigkeiten aus und sie werden sogar bei gleicher Leistung und Arbeit oftmals schlechter bezahlt. In manchen Ländern genießen Frauen im Vergleich zu Männern auch schlechteren Arbeitsschutz, sie werden oft als Hilfskräfte eingesetzt und nach belieben vor die Tür gesetzt. In manchen Regionen der Erde müssen Frauen neben dem Haushalt auch auf dem Land arbeiten und Kinder großziehen. Demgegenüber genießen Männer allein aus patriarchalischen Strukturen heraus Privilegien und müssen deutlich weniger Leisten als ihre Frauen.

Negative Folgen

Arbeitslosigkeit hat im Allgemeinen negative politische, wirtschaftliche, soziale und psychologische Folgen. Zu den sozialen Folgen der Arbeitslosigkeit gehören: erhöhte soziale Spannungen, verstärkte soziale Differenzierung, sinkende Arbeitsaktivierung, Schwächung der Arbeitsmotivation, Abfluss von Fachkräften ins Ausland. Wirtschaftliche Folgen sind: Reduzierung der Steuereinnahmen, Rückgang des BIP des Landes, sinkender Lebensstandard, Qualifikationsverlust der Arbeitslosen. Zu den politischen Folgen gehören: Proteste, Kundgebungen, Pogrome.

Psychologisch gesehen hat Arbeitslosigkeit ebenfalls negative Folgen: psychischer Stress, persönliche Tragödien. Infolgedessen wird das menschliche Arbeitspotential abgewertet, die Lebensqualität der Arbeitslosen und ihrer Familien sinkt, die Geburtenrate sinkt, die Sterblichkeitsrate steigt, es werden qualifizierte Fachkräfte aus stagnierenden Regionen in vielversprechendere Regionen oder ins Ausland versetzt. (dd)

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