Vor 40 Jahren

Gedenken an ersten offiziellen rassistischen Mord nach 1945

Vor 40 Jahren starben zwei vietnamesischen Flüchtlinge infolge eines rassistisch motivierten Brandanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft. Am Samstag haben in Hamburg 200 Menschen daran erinnert. Sie fordern seit Jahren erfolglos die Umbenennung der Straße am Tatort.

Mehr als 200 Menschen haben am Samstag in Hamburg-Billbrook an die Ermordung von zwei vietnamesischen Flüchtlingen durch Neonazis vor 40 Jahren erinnert. Nguyen Ngoc Chau (22) und Do Anh Lan (18) starben in der Nacht zum 22. August 1980 in ihrer Flüchtlingsunterkunft in der Halskestraße, nachdem Neonazis dort mit Molotow-Cocktails einen Brand gelegt hatten.

Es war der erste polizeilich dokumentierte rassistische Mord in Deutschland nach 1945. An der Stelle der Flüchtlingsunterkunft in dem Industriegebiet befindet sich heute ein Hotel.

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Keine Umbenennung – zu kompliziert

Caroline Flöel von der Gedenk-Initiative [1] erneuerte ihre Forderung nach Umbenennung zumindest eines Teils der Halskestraße in Chau-und-Lan-Straße. Dies sei vom Bezirksamt bislang mit Hinweis auf den komplizierten Namen abgelehnt worden.

Auch das Bemühen um eine Gedenkstätte am Tatort sei bislang erfolglos. Stattdessen werde es eine Gedenkstätte auf dem Friedhof Öjendorf geben, auf dem die beiden Opfer bestattet wurden. Aller Voraussicht nach soll sie am 29. August eröffnet werden. Die beiden Gräber existieren mittlerweile nicht mehr.

Initiative kündigt Doku an

Nguyen Ngoc Chau war Lehrer und mit dem Rettungsschiff „Cap Anamur“ nach Deutschland gekommen. Dem Schüler Do Anh Lan wurde durch eine humanitäre Hilfsaktion der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Flucht nach Deutschland ermöglicht. Beide waren erst seit kurzem in Hamburg.

Die Initiative kündigte während der Gedenkfeier den Start für eine umfassende Dokumentation über die Geschichte der beiden vietnamesischen Flüchtlinge und das Leben der Vietnamesen in Deutschland an. (epd/mig)