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Smartphone © Pixelkult @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Social Web

Wichtige Begleiter für Migranten in Corona-Zeiten

Der Corona-Shutdown hat viele Menschen vor ungewöhnliche Herausforderungen gestellt. In dieser Zeit der Isolation haben soziale Netzwerke und Video-Streamingdienste eine besondere Rolle eingenommen. Gerade für Migranten waren diese online Plattformen wichtig.

Sonntag, 05.07.2020, 0:56 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 07.07.2020, 1:32 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Wer neu in ein Land einwandert, muss sich in der Regel auf eine komplette neue Situation einstellen. Das Land ist fremd, die Leute sind fremd, keine Freunde, keine sozialen Kontakte. Und als ob die Situation nicht ohnehin schon schwer genug gewesen wäre, kam zu alledem auch noch der Corona-Lockdown dazu. Das soziale Leben wurde runtergefahren, selbst die üblichen Besorgungen des täglichen Lebens waren nur noch unter enormen Einschränkungen möglich. Selbst viele Arbeitgeber haben umstellt aus Angst vor einer Infektionswelle umgestellt auf Homeoffice. Das hat Menschen, die neu eingewandert sind, vor große Herausforderungen gestellt.

In dieser Zeit war der Alltag von Neueinwanderern geprägt von Einsamkeit in den eigenen vier Wänden. Die sozialen Netzwerke im Internet sowie digitale Streamingdienste waren da eine nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern oft nur die einzige Möglichkeit, gegen die Langeweile anzukämpfen oder den Kontakt zu Freunden und Familie aus der Heimat aufrechtzuerhalten. Ein klarer Vorteil dabei ist, dass diese Dienste im Internet inzwischen mehrsprachig zur Verfügung stehen und auch für Menschen zugänglich sind, die nicht Deutsch sprechen. Folgende Infografik verschafft einen Überblick über online Dienste, die vielen Menschen in dieser außergewöhnlichen Zeit geholfen haben.

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Infografik über Freizeittrends während der Corona-Isolation

Mehrsprachige Quarantäne-Zeit

Tatsächlich waren insbesondere Video-Streaming-Plattformen im Internet während der Shutdown-Monate überdurchschnittlich häufig gefragt. Unabhängig davon, ob man Deutsch oder Englisch kann, sind dort Angebote für jedermann zugänglich. Auf Netflix beispielsweise werden immer mehr internationale Dokumentationen, Filme und Serien gezeigt. Oft sind diese in der jeweiligen Ländersprache und zusätzlich noch in englischer, französischer, spanischer, deutscher und weiterer Sprache verfügbar – zumindest mit Untertitel. Wer neu in Deutschland ist und die Landessprache noch nicht kennt, die frei empfangbaren klassischen Fernsehkanäle nicht versteht, für den waren diese mehrsprachigen Angebote oft die einzige Möglichkeit für einen einigermaßen erträglichen Zeitvertreib.

Der Video-Streamingdienst YouTube wurde während des Corona-Shutdowns ebenfalls viel häufiger angeklickt als zu normalen Zeiten. Auch dieser Dienst bot aufgrund seiner schier unendlichen Angebotsvielfalt aus aller Welt eine willkommene Abwechslung. Wer diese Dienste intensiv nutzt, hat auch schon bereits seine eigenen Sehgewohnheiten und nimmt diese naturgemäß mit. Und die Inhalte stehen – anders als im klassischen Fernsehen – überall auf der Welt – fast jedenfalls – zur Verfügung und können binnen weniger Minuten abgerufen werden.

Soziale Netzwerke – sehr wichtig

Nicht wegzudenken in der Corona-Zeit waren die sozialen Netzwerke im Internet. Twitter, Facebook, Instagram oder Messenger-Dienste wie WhatsApp, waren nicht nur für Neueinwanderer, sondern praktisch für jedermann unerlässlich, um den Kontakt zur Außenwelt aufrechtzuerhalten. Migranten nutzen diese Dienste ohnehin deutlich öfter und intensiver zur Kommunikation mit den Liebsten in der Heimat. Während des Corona-Shutdowns zeigte sich, wie wichtig sie wirklich sind. Der regelmäßige Austausch mit der Familie in der Heimat während einer weltweiten Pandemie hat auch dazu beigetragen, Sorgen und Ängste mit der Familie zu teilen und bei ihnen zu sein – wenn auch virtuell per Video-Konferenz. Denn nicht wenige Menschen haben während der Pandemie Angst um die eigene Gesundheit und um das Wohlauf seiner Liebsten.

Belastend war die Situation vor allem für Menschen aus Ländern, in denen die Corona-Infektionszahlen besonders hoch waren und bis heute sind – so beispielsweise im Westbalkan. Problematisch ist die Situation auch in armen Ländern. Dort sind die Infektionszahlen mangels Tests zwar nicht so hoch, doch kann aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung jede Infektion zu einem Ernstfall werden. Auch das hat bei vielen Menschen dazu  geführt, dass die Sorgen größer wurden.

Viele Migranten haben Job verloren

Hinzu kam während dieser Zeit für viele Menschen Sorgen um die wirtschaftliche Situation. Viele Arbeitgeber meldeten Kurzarbeit an oder mussten aufgrund des Betriebsstillstandes Arbeitnehmer entlassen. Betroffen von der Entlassung waren in der Regel Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor und prekär Beschäftigte. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass hier überdurchschnittlich häufig Migranten betroffen waren. Verkürzt lässt sich sagen, dass die Corona-Krise Millionen Migranten weltweit in finanzielle Not gestürzt hat.

Bedenkt man, dass viele Migranten mit dem in Deutschland verdienten Geld auch ihre in der Heimat verbliebenen Familien finanziell unterstützen, ist der Jobverlust doppelt belastend. Dank sozialer Dienste konnte man sich zumindest austauschen, darüber reden, sich gegenseitig Mut zusprechen und Rückhalt geben – so gut es ging. Die Vereinten Nationen haben in einer Untersuchung herausgefunden, dass Geldtransfers von im Ausland arbeitenden Migranten in ihre Heimatländer während des weltweiten Corona-Shutdowns deutlich zurückgegangen sind. (dd)

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