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Coronavirus © distelAPPArath @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

TV statt Fußball-Arena

Wie sich die Corona-Krise eindämmen lässt

Die Corona-Pandemie hat das Leben weltweit beeinflusst. Mit Maßnahmen weit über die Landesgrenzen hinaus wurde dem Virus die Stirn geboten. Inzwischen kehrt die Normalität wieder zurück - von Entwarnung aber noch keine Spur.

Von Salem Onyekuru Freitag, 03.07.2020, 0:01 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 07.07.2020, 1:13 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

In Deutschland herrschte während der Corona-Pandemie Ausnahmezustand: landauf, landab waren Geschäfte geschlossen und soziale Kontakte wurden bis auf Weiteres eingefroren. Wer für einen der vielen vorübergehend geschlossenen Betriebe arbeitete oder von Kurzarbeit betroffen war, steckte daheim fest. Warum die soziale Isolation dazu beitragen hat, die Pandemie einzudämmen, ist Thema dieses Beitrags.

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COVID-19: Übertragung

Ein wesentlicher Grund für die drastischen Maßnahmen, die Staaten in der ganzen Welt getroffen haben oder treffen, liegt im Hauptübertragungsweg. Die Tröpfcheninfektion sorgt dafür, dass soziale Kontakte zur Gefahrenquelle werden. Beim Husten und Niesen schleudern Menschen Viren in die Luft und übertragen sie so direkt auf andere Menschen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

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Das durchschnittliche Alter der Erkrankten in China liegt bei 51 Jahren, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen werden. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter bei 47 Jahren, wovon 56 % männlich sind (Stand 18. März 2020). Ein Impfstoff steht zurzeit nicht zur Verfügung. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass aktuell über 40 mögliche Impfstoffe getestet und entwickelt werden. Allerdings befindet sich die Entwicklung in der präklinischen Phase. Es ist derzeit nicht abzusehen, ob ein Impfstoff gefunden werden kann, wie lange es bis dahin dauert und welche Länder davon rasch profitieren.

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Pragmatismus in den eigenen vier Wänden

Wer währenddessen zu Hause darauf wartet, dass sich das Leben wieder komplett normalisiert und das öffentliche Leben wieder möglich wird, kann schnell verzweifeln. Denn bis wir wieder uneingeschränkt ins Theater oder ins Fußballstadion gehen können, kann es noch eine Weile dauern. So lange fehlt es an Ablenkung. Doch es gibt ein paar Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Live-Fußball im Fernsehen statt Fußball-Arena, Online-Shopping statt Stadtbummel und Face-Time statt Kaffeeklatsch sind die Gebote der Stunde.

Tatsächlich wurden während des Shutdowns Internetangebote stärker frequentiert, andere hingegen seltener konsumiert – so beispielsweise online Wettanbieter. Jetzt, wo in den großen Ligen der Ball wieder läuft, sind Plattformen wie sportwetteonline.de wieder stärker gefragt. Diese vergleichsweise besonders von Migranten bevorzugte Art des Glücksspiels, zieht besonders Menschen aus der Türkei und Südeuropa an. Experten warnen insbesondere in unsicheren Zeiten davor, die gesamte Freizeit dem Wettfieber zu widmen – Stichwort: Glücksspielsucht.

Onlineshopping mit Solidarität

Beim Onlineshopping muss man sich zwar auf längere Lieferzeiten einstellen und auch bei der Paketübergabe Vorsicht walten lassen, doch es war nie so viel Zeit wie heute, sich die Angebote von Online-Shops in Ruhe anzusehen. Wie wäre es, sich mit den Offerten der lokal ansässigen Händler oder denen aus dem Herkunftsland zu befassen? Händler auf der ganzen Welt brauchen gerade jetzt die Solidarität ihrer Mitmenschen. Diese lässt sich dadurch ausdrücken, dass die heimische Wirtschaft aktiv unterstützt wird.

Eine erfreuliche Entwicklung war, dass während der Shutdown-Wochen immer mehr Geschäfte ihre Webseiten und Onlineshops kundenfreundlicher gestaltet haben. Innovative Hilfen von spezialisierten Anbietern wie dem Komponentenportal bieten hier wertvolle Unterstützung. Der Ansatz: Schlankes Geschäftskonzept, personell und finanziell unabhängige Strukturierung, um den betrieblichen Schutzschild gegen Wirtschaftskrisen zu stärken.

Studie aus Singapur lässt auf Eindämmung hoffen

Eine Simulationsstudie aus Singapur, die im Fachmagazin „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass die flächendeckende Schließung von Schulen und öffentlichen Gebäuden, Arbeiten im Homeoffice und bei Infizierten und ihren Angehörigen eine strenge Quarantäne die Ausbreitung des Virus eindämmt. Wenn die Bevölkerung sich an die Vorgaben hält, können größere Ausbrüche verhindert werden.

Wissenschaftler der Universität von Singapur haben vier Szenarien durchgespielt. Als Instrument griffen sie dabei auf ein Simulationsprogramm zurück, welches im Zusammenhang mit der Ausbreitung von Grippeviren zum Einsatz kommt. Die Berechnungen gehen davon aus, dass 100 Menschen infiziert sind und sich die Epidemie über 80 Tage hinweg ausbreitet.

Szenario 1: Im ersten Szenario werden lediglich die infizierten Personen nebst Familie isoliert.

Szenario 2: In diesem Szenario werden zur Maßnahme aus Szenario 1 zusätzlich Schulen geschlossen.

Szenario 3: In diesem Szenario bleiben Schulen geöffnet, 50 % der Berufstätigen arbeiten im Homeoffice. Infizierte und ihre Familie werden unter strenge Quarantäne gestellt.

Szenario 4: Dieses Szenario ist mit den Maßnahmen in Deutschland vergleichbar. Die Quarantäneregelungen greifen wie in allen anderen Szenarien auch, alle Schulen sind geschlossen und 50 % der Berufstätigen arbeiten im Homeoffice.

Mit den zuletzt beschriebene Szenario vier lassen sich 80 % der Infektionen vermeiden, so die Studie. Allerdings beziehen sich diese Aussagen aus Singapur, sie lassen sich nicht eins zu eins auf Deutschland oder andere Länder übertragen. Dennoch vermitteln die Informationen Hoffnung.

Die Realität: Der Virus breitet sich weltweit weiter aus

Auf der Website des Johns Hopkins Centers unter coronavirus.jhu.edu/mapp.htm kann man die Ausbreitung des Virus auf der ganzen Welt verfolgen. Zahlen, Daten und Fakten sind zu den einzelnen Ländern abrufbar. Auf den ersten zehn Plätzen der Länder mit den meisten Infektionen sind diese Staaten zu finden:

  1. USA
  2. Brasilien
  3. Indien
  4. Russland
  5. Peru
  6. Chile
  7. Großbritanien
  8. Mexiko
  9. Spanien
  10. Iran

Bleibt zu hoffen, dass die drastischen Maßnahmen auch in Deutschland Wirkung zeigen und die Ausbreitung des Virus gedämpft werden kann. Das deutsche Gesundheitssystem rangiert unter den ersten fünf Plätzen weltweit, doch Länder wie Spanien und Italien haben nach wie vor hart mit der Pandemie zu kämpfen. Ein Aspekt der Solidarität ist es auch, Familie und Freunde, die in einem Land mit einem weniger guten Gesundheitssystem leben, mindestens moralisch und emotional zu unterstützen. (dd)

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