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Bildschirmhobbys

Wie das digitale Leben die Kommunikation verändert

Die Digitalisierung hilft insbesondere Einwanderern, sich zu orientieren und Fuß zu fassen im neuen Land. Sie bietet viele Möglichkeiten, Plattformen für Gleichgesinnte, wo Sprache oder Herkunft keine Rolle spielen.

Donnerstag, 25.06.2020, 0:43 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 26.06.2020, 11:47 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Das Leben allgemein wird stets digitaler. Davon profitieren in besonderem Maße Neueinwanderer. Denn, was für den Einen ein netter Gimmick ist, ist für Menschen ohne soziales Netzwerk im echten ein echter Segen – gerade in Corona-Zeiten. Der Trend ist eindeutig: Hobbys verlagern sich ins Internet und verankern sich in der digitalen Welt immer fester. Wer auf dem Bolzplatz bisher keine Freunde gefunden hatte oder nicht mitspielen durfte weil er neu ist, kann in der digitalen Welt direkt Anschluss finden. Dort spielen Aussehen, Sprache, Herkunft keine Rolle.

Gaming – ein Dauerbrenner

Die Gamingwelt ist nicht neu. Die ersten Schritte machten die ersten Konsolen und Handhelds wie der Nintendo. Seit dieser Gaming-Generation hat die Szene viele Veränderungen, Erneuerungen und Erweiterungen gesehen, sodass Interessierte heute so viel Auswahl haben, dass sie mehrere Leben bräuchten, um auch nur ansatzweise alle Angebote durchzuspielen:

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  • Konsolen – sie sind längst vollständig digital und multimedial geworden. Die Spiele können online geladen werden, die Konsole macht das TV-Gerät smart und ebnet den Weg zu Teamchats mit anderen Spielern. Durch die Online-Anbindung müssen nicht mehr alle Spiele in CD-Form erworben werden, da sie mittlerweile auch gestreamt werden können.
  • Onlinegames – ob als Browsergame oder auf speziellen Gaming-Plattformen – Onlinegames tragen einen gewaltigen Anteil an der Beliebtheit des Gamings. Verwunderlich ist das nicht, denn diese Games können von überall und von mobilen Endgeräten aus gespielt werden. Die Hürde des Zugangs ist extrem niedrig und kann über Grenzen hinweg mitgenommen werden.
  • Online-Glücksspiel – auch Online-Casinos boomen und verdrängen klassische Glücksspielhäuser. Und wie Onlinegames, sind auch Online-Casinos immer auf dem Smartphone mit dabei. Das Wachstum birgt aber auch Risiken für Spieler. Unter dem Stichwort Spielsucht gibt es im Netz inzwischen viele Informationsangebote, wie Spieler sich selbst schützen oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen können.

Natürlich entwickelt sich die Gamingbranche auch heute noch beständig fort. Virtual und Augmented Reality versprechen neue Spielerfahrungen, Abwechslungen und Möglichkeiten. Warum sollte sich ein Spieler noch als Spielfigur im Spiel bewegen, wenn er mittels VR-Technik selbst ins Spiel einsteigen kann?

Chatten und Co.

Die Spielwelt führt auch zu einem veränderten Kommunikationsverhalten. Die ersten Chats oder noch Messageboards und Onlineforen boten schon viel Spaß und Möglichkeiten, sich gegenseitig auszutauschen mit Menschen rund um den Globus. Die Welt wurde von heute auf morgen kleiner. Heute ist der Chat quasi immer präsent, da er nicht auf einen Computer bezogen ist, sondern schlichtweg nur noch ein mobiles Endgerät mit Internetzugang erfordert, was inzwischen viele haben:

  • Social Media – erst zuletzt zeigten Studien, dass Facebook den größten Anteil am Chatten und an der Kommunikation hat – im erweiterten Rahmen. Der klare Sieger der Umfragen war WhatsApp, dann kamen Facebook-Messenger und Instagram-Messenger. Da alle Bereiche zu Facebook gehören, darf der Sieg dem Unternehmen zugeschrieben werden. Über Social Media wird allerdings auch via Twitter und YouTube gechattet.
  • Möglichkeiten – das Chatten braucht sich nicht mehr auf Buchstaben zu beschränken. Schriftliche Chats nehmen zwar weiterhin den größten Anteil ein, doch sind Sprachnachrichten und natürlich Videochats ebenso im Kommen.

Streaming – mehr als TV

Das moderne Streaming lässt sich nicht mehr direkt auf Streamingportale wie Netflix und Co. beziehen. Natürlich nimmt das Streamen von Serien und Filmen allein dank der Masse des Angebots und der gebotenen Möglichkeiten den Spitzenplatz ein und ist somit ein extrem beliebtes Hobby, allerdings sollten die weiteren Bereiche nicht vergessen werden:

  • Musik – ob Streamingdienste für Musik, aber auch spezielle Radiostreams und Podcasts: sie alle fallen in diesen Bereich und werden gerne genutzt.
  • Spiele – so langsam wächst das Interesse an echten Gaming-Streamingservices. Für passionierte Gamer ist das natürlich ein Highlight.
  • Twitch, TikTok, YouTube – auch diese Angebote fallen unter das Streaming und stehen in der Popularität weit oben.

Hinzu kommt das immer digitaler werdende gewöhnliche TV-Angebot. Über Mediatheken können leicht gewünschte Formate gefunden und zum selbst gewählten Zeitpunkt geschaut werden.

DIY – YouTube und Co.

Einer der größten Vorteile des Internets ist, dass es jedem ermöglicht, sich selbst auszuprobieren. Und so wurde schon so manches Hobby zu einer eigenen Einnahmequelle. Der Do-it-Yourself-Gedanke ist in Deutschland ohnehin recht ausgeprägt, sodass das eigene Hobby gut und gerne in diesen Bereich fallen kann:

  • Tutorials – sie sind unheimlich beliebt bei den Fans, aber auch die Herausgeber haben oft gewaltigen Spaß daran, ihre Ideen und ihr Wissen auf YouTube oder Instagram weiterzugeben. Wer Lust darauf hat, der kann es einfach mal austesten.
  • Spielerklärungen – jeder Gamer weiß, wie ärgerlich es ist, einfach nicht über einen bestimmten Punkt im Spiel hinauszukommen. Wie gut, dass es Menschen gibt, die im Play-Through-Clip genau diese Hilfestellungen geben, die notwendig sind. Aber warum nicht selbst solche Videos kreieren?
  • Design – im Designbereich lassen sich viele Hobbys finden. Wer es mag, der malt einfach digital. Andere erstellen Cover oder Banner für Webseiten. Das Schöne ist, dass das Hobby anfangs keinerlei Kosten verursachen muss, da exzellente Programme kostenlos erhältlich sind und die freien Bilderbörsen ebenfalls geeignetes Material bieten.
  • Schreiben – abseits des kommerziellen Raums können sich Hobbyisten auf diversen Fanfictionportalen oder auch Portalen für eigene Werke austoben.

Die Möglichkeiten sind divers – ebenso die Macher. So kann man zunehmend beobachten, dass sich unter die neuen Shooting-Stars der Internet-Szene immer mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln mischen. Ob sie auch offline die Chance bekommen hätten, sich und ihre Talente zu präsentieren? Letztendlich kann wirklich jeder im DIY-Onlinebereich ein Bildschirmhobby für sich finden. Immerhin braucht dieses nicht gleich aktiv mit eigenen Videos oder Seiten betrieben werden, auch das Anschauen von Clips und Tutorials ist ein Hobby, sofern der Inhalt mit den eigenen Interessen übereinstimmt.

Fazit – wie viele Stunden hat der Tag?

Die digitale Welt der Hobbys ist so prall mit Möglichkeiten und Ideen gefüllt, dass Hobbyisten überwiegend ein Problem haben: 24 Stunden sind einfach viel zu wenig für einen Tag. Gerade die Klassiker, das Gaming und Streaming, fordern mitunter ein striktes Zeitmanagement, damit ausreichend Raum für das Hobby bleibt. Bei aller Liebe sollte allerdings auch immer im Blick behalten werden, dass das echte Leben immer noch offline stattfindet und der reale Kontakt zu Mitmenschen wichtig ist. (dd)

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