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Berlin, Stadt, Verkehr, Straße, Autos, Menschen
Stadtleben (Symbolfoto) © elec_trick0 @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Corona

Ein ungünstiger Zeitpunkt, um Land und Leute kennenzulernen

Wer vor Kurzem neu nach Deutschland gezogen ist und gerade dabei ist, Land und Leute kennenzulernen, hat einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt erwischt. Die Corona-Krise stellt nicht nur soziale Kontakte auf den Kopf, sondern das gesamte Leben.

Donnerstag, 30.04.2020, 0:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 02.05.2020, 0:57 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Die Geschäfte in den Innenstädten und den Einkaufszentren klagen derzeit über fehlende Umsätze und Zahlungsengpässe. Viele Internetfirmen kommen hingegen dem sprunghaften Anstieg der Nachfrage kaum hinterher. So hat selbst Logistikriese Amazon den Versand zahlreicher Artikel aufschieben müssen, um Kunden mit dem Nötigsten für den täglichen Bedarf zu versorgen. Und Videoplattformen wie Youtube mussten zeitweise ihre Bandbreite drosseln, um die Stabilität ihrer Dienste zu gewährleisten. Wenn solche Giganten schon an ihre Grenzen gelangen, dürfte bei kleineren Unternehmen erst recht eine Ausnahmesituation vorliegen. Denn auf einen plötzlichen Nutzeransturm sind viele von ihnen nicht vorbereitet. Sowohl die Infrastruktur als auch die Personalstärke müssen rapide angepasst werden. So dürften die ersten Monate des Jahres 2020 für die Angestellten dieser Firmen eine echte Belastungsprobe darstellen.

iGaming-Plattformen

Die Anbieter von iGaming-Plattformen müssen derzeit nicht nur einen Ansturm von Nutzern auffangen, die ihre gewohnte Spielhalle nicht besuchen können. Auch Fans von Sportwetten melden sich aktuell häufig im Online-Casino an, was die Zahl der Süchtigen ansteigen lassen könnte. Denn ihr bevorzugter Zeitvertreib fällt mangels Veranstaltungen über einen längeren Zeitraum weg. Deshalb wenden sich viele auch anderen Beschäftigungen zu. Der eine oder andere möchte aber auf ein bisschen Nervenkitzel nicht verzichten, gerade wenn in den eigenen vier Wänden die Langeweile überhandnimmt. Besonders beliebt sind unter den Gelegenheitskunden der Plattformen Slots wie Book of Ra, die zwischendurch den Alltag ein wenig auflockern. Von Engpässen bei der Datenkapazität haben iGaming-Unternehmen zwar noch nicht berichtet. Beim Kundenservice dürfte der Andrang aber derzeit groß sein, weil viele Neukunden sich mit Fragen an das Service-Personal wenden. Dadurch könnte durchaus die eine oder andere Überstunde notwendig sein.

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Lieferdienste

Auch Lieferdienste arbeiten gerade unter Hochtouren. Zum einen möchten viele Menschen vermeiden, vor die Tür zu treten und kaufen ihre Lebensmittel daher im Onlineshop von Supermärkten wie Rewe oder Edeka. Diese müssen nicht nur zusätzliche Fahrer einstellen, sondern auch ihre Fahrzeugflotte vergrößern. Trotzdem sind sie nicht in der Lage, den Anstieg der Nachfrage vollständig abzudecken. Zum anderen möchten die Menschen trotz geschlossener Gaststätten nicht auf ein Abendessen aus ihrem Lieblingsrestaurant verzichten. Auch die Fahrer von Services wie Lieferando können sich daher im Moment nicht über fehlende Beschäftigung beklagen.

Virtuelle Fitnessangebote

Schon nach wenigen Tagen Home-Office haben viele Menschen beim Blick auf die Waage einen beunruhigenden Trend zur Gewichtszunahme entdeckt. Zwar ist es durchaus möglich, mit einer Joggingrunde oder einer Fahrradtour gegen die Folgen der Stubenhockerei anzukämpfen. Aber mit diesen Sportarten kann sich nicht jeder anfreunden. Besonders jene Menschen, die Sport am liebsten in der Gruppe treiben, müssen aktuell auf ihre Fitnessroutine verzichten. Es sei denn, sie haben tief in die Tasche gegriffen und sich ein Fitnessgerät der Firma Peloton zugelegt. Das Unternehmen bietet seinen Nutzern Live-Trainings per Videostream. Noch vor wenigen Wochen lag die Zahl der Teilnehmer meist bei einigen Hundert. Im April nahmen erstmals mehr als 80.000 Heim-Athleten an einer solchen Trainingseinheit teil. Lieferengpässe bei den Geräten der Firma blieben nicht aus – und das, obwohl neben einem vierstelligen Betrag für einen Heimtrainer zusätzlich eine saftige monatliche Mitgliedsgebühr fällig wird. Ob dieser Erfolg wohl auch langfristig bestehen bleibt? (dd)

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