Kultureinwanderung

Die Shisha-Bar kam mit den Migranten nach Deutschland

Mit der Migration von Menschen kommen auch Kulturen, Gewohnheiten und Produkte nach Deutschland, die hierzulande unbekannt sind. Manche davon haben es geschafft, auch in Deutschland Fuß zu fassen. Eines davon ist die Shisha.

Die Shisha ist eine Wasserpfeife, die ihren historischen Ursprung im arabischen Raum hat. Das Besondere an der Shisha ist, dass beim Rauchen Fruchtaromen oder getrocknete Früchte mit Tabak vermischt sind. Der inhalierte Dampf wird dadurch geschmackvoll und süßlich. Das Rauchen einer Shisha findet fast immer in geselliger Runde statt. In Deutschland gibt es heute viele Shisha-Bars und Shisha-Lokale, die diesem Kulturphänomen frönen. Im Sommer treffen sich Shisha-Kreise beispielsweise auch in Parks oder an öffentlichen Plätzen. Dort, wo das Zigarettenrauchen gestattet ist, ist es auch gestattet Shishas anzuzünden.

Was ist für das Shisha-Rauchen notwendig?

Die erste Wasserpfeife soll in Indien entstanden sein. Sie bestand aus einer Kokosnuss und einem Bambusrohr. Die Ägypter beherrschten damals schon die Glasbläserkunst und entwickelten den heute noch gebräuchlichen Flaschenkörper. Von Persien aus breitete sich die Shisha zunächst in der arabischen und schließlich in der ganzen Welt aus [1].

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Der Tabak für eine Shisha ist feucht und besteht aus trockenem Rohtabak, Melasse und Glycerin. Nach Wunsch aromatisieren die Raucher den Grundtabak mit den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Bei der traditionellen Shisha kommen getrocknete Bestandteile zum Einsatz, beispielsweise getrockneter Apfel oder Honig mit Orange. Heute geben viele flüssige Aromen zu ihrer Shisha hinzu. Hier gibt es die verschiedensten Geschmacksrichtungen von Apfel über Lakritz bis zu Basilikum. Es gibt auch Shishas, die ohne Tabak funktionieren. Sie werden mit einem nikotinfreien Dampfstein betrieben, der mit einem Aromaliquid getränkt ist. Dieses Aromaliquid verdampft beim Erhitzen. Eine Shisha und alles, was für den Genuss der arabischen Wasserpfeife notwendig ist, lässt sich heute leicht im Internet bestellen. Im Shop von smokestars [2] beispielsweise gibt es Shishas, Tabak, Aromen und umfangreiches Zubehör.

Wie funktioniert die Shisha?

Wasserpfeifenkohle, auch Fahma genannt, erzeugt Hitze in der Shisha. Diese Kohle muss gut durchgeglüht sein, bevor sie auf die Auflage in der Shisha kommt. Es gibt selbstzündende Kohletabletten, die aus Magnesium und Naturkohle entstehen. Sie lassen sich einfach mit dem Feuerzeug entzünden. Ihre Glühdauer beträgt eine halbe bis anderthalb Stunden. Die andere Möglichkeit ist Naturkohle, die meistens aus Kokosnussschalen oder Olivenbaumholz besteht. Sie lässt sich mit einem Gasbrenner oder einem Ofen entzünden, brennt kontrollierter und länger.

Das Shisha-Gefäß ist meist aus Glas, kann aber auch aus Acryl oder Metall bestehen. Das Volumen dieses Gefäßes und die tatsächliche Füllmenge beeinflussen das Raucherlebnis sehr. Die Rauchsäule steckt auf dem Gefäß und ist meist aus Metall oder Holz. Im unteren Teil befinden sich Rauchanschlüsse, an die spiralverstärkte Schläuche angeschlossen sind. Über diese Schläuche inhalieren die Nutzer den Rauch. Der Tabak kommt in den Kopf der Rauchsäule.

Wie wird geraucht?

Das Shisha-Gefäß wird mit Wasser gefüllt, anschließend wird die Rauchsäule aufgesetzt. Sie muss zwei bis drei Zentimeter ins Wasser hineinragen. Im Kopf befindet sich der Tabak, der in der Regel mit Alufolie abgedeckt ist. Darauf kommt die Kohle zu liegen. Durch die glühende Kohle erhitzt sich der feuchte Tabak, dabei entsteht ein kühl empfundener Dampf, den die Raucher einsaugen.

Warum in einer Shisha-Bar rauchen?

Die eine Shisha-Bar gibt es nicht, denn das Phänomen „Wasserpfeife rauchen“ ist vielfältig. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass sich eine Shisha viel langsamer raucht als eine Zigarette. Beim Shisha-Rauchen geht es in erster Linie auch gar nicht um das Rauchen, sondern um die Geselligkeit.

Grob unterteilt gibt es drei verschiedene Typen von Menschen, die Shisha rauchen:

Über Shisha-Bars gibt es häufig negative Berichte

Bei der Verbrennung entsteht in jedem Fall Kohlenmonoxid, das sowohl den Raucher als auch die Umgebung belasten kann. Dadurch kann es zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen kommen. Das Thema wird meist zum Skandal. Dass Menschen aus Kneipen kommen und eine Alkoholvergiftung haben, ist nicht weniger gefährlich, aber lange nicht so skandalös. Es interessiert schlichtweg keinen. Lange Zeit gab es deswegen Diskussionen über die Gesundheitsgefahren des Rauchens. Die Vorstellung, der kalte Rauch der Shisha sei weniger schädlich, beherrschte das Meinungsbild. Heute ist bekannt, dass das nicht richtig ist. Eine Shisha zu rauchen, ist genauso schädlich wie das Rauchen einer Zigarette.

Um Shisha-Bars ragen sich darüber hinaus viele weitere Vorurteile. So heißt es sehr oft, dass es sich um reine Männerbars handelt. Doch das ist falsch. Dieses Vorurteil speist sich aus Vorerfahrungen mit Teestuben oder den Beobachtungen von Reisen in die Herkunftsländer der Wasserpfeife. Dort gibt es vielleicht wirklich Bars, in denen nur Männer sitzen. Ein weiteres, großes Vorurteil liegt darin, dass viele glauben, Shisha-Rauchen hätte etwas mit Drogenkonsum, insbesondere mit dem Rauchen von Haschisch zu tun.

Wofür steht sie, die Wasserpfeife?

Die Shisha kann ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Für das Kaffeehaus ist sie eine Form der Authentizität mit der arabisch-orientalischen Kultur [6], der männlich geprägten Kaffeehauskultur. Für einige ist sie ein Symbol für die Herkunft der Elterngeneration, die die jungen Menschen mit Migrationshintergrund häufig nur vom Urlaub kennen. Sie steht auch für eine ganz bestimmte Form von Geselligkeit. Dabei geht es um Teilen und Nähe. (dd)