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Euro-Münzen (Symbolfoto) © Alexas_Fotos @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Anlagen-Dschungel Deutschland

Warum Einwanderer Bitcoins mögen

In Deutschland gibt es gefühlt unendlich viele Anlagemöglichkeiten. Den Überblick zu wahren fällt schwer. Das gilt besonders für Menschen, die neu im Land sind. International bekannte Anlageformen scheinen da eine Alternative zu sein – eine mit hohem Risiko.

Mittwoch, 29.01.2020, 0:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 03.02.2020, 9:33 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Neu eingewanderte Menschen haben es nicht einfach, wenn sie Vermögen anlegen wollen. Gerade in Deutschland ist der Markt voll mit mehr oder weniger interessanten Anlagemöglichkeiten. Die Undurchsichtigkeit dieser Angebote gekoppelt mit eventuellen sprachlichen Barrieren bringen viele Einwanderer dazu, in international angesagte und bekannte Anlageformen zu investieren. Sie bieten zahlreiche Vorteile: sie sind vertraut aus der Heimat, Informationen dazu gibt es in vielen Sprachen.

In den letzten Jahren rückt hier vor allem der Bitcoin in den Fokus. Die digitale Währung existiert seit mehr als zehn Jahren und hat in dieser Zeit die Aufmerksamkeit vieler Investoren auf sich gezogen. In Bitcoin zu investieren scheint auf den ersten Blick lukrativ zu sein. Tatsächlich hat die digitale Währung in den vergangenen Jahren deutlich an Wert gewonnen. Anleger, die ein Engagement eingegangen sind, erfreuen sich einer guten Dividende.

Im Vergleich zu einer Investition in traditionelle Währungen bietet eine Investition in Bitcoin aufgrund seiner Andersartigkeit eine deutlich größere Gewinnchance als gewöhnliche Währungen. Das steigert die Nachfrage nach Bitcoin. Dieser Chance steht auf der anderen Seite natürlich das ebenso hohe Risiko gegenüber, Verluste einzufahren. Schon daher ist also Vorsicht angesagt. Was bisher hohe Gewinne versprach, muss nicht auch für die Zukunft gelten.

Der Preis für Bitcoin wird durch den Wunsch der Menschen bestimmt, dafür bestimmtes Geld zu zahlen. Und da die Gesamtzahl der Bitcoins in der Welt vorbestimmt ist, ist die Nachfrage und der Preis umso höher, je länger diese Kryptowährung existiert. Je mehr Bezahlmöglichkeiten es also gibt und je mehr Anbieter die Währung akzeptieren, desto lukrativer wird sie. Inzwischen gibt es für den Kauf der Kryptowährung zahlreiche Bezahlmöglichkeiten. Beim Kauf von Bitcoin kann inzwischen sogar Paypal behilflich sein.

Bitcoin ist die erste digitale Kryptowährung der Welt und nach wie vor die beliebteste. Heutzutage akzeptieren Tausende von Verkäufern auf der ganzen Welt diese Währung als Zahlungsmittel für ihre Waren oder Dienstleistungen. Bitcoins können auch über spezielle Umtauschstellen oder Handelsplattformen gegen fiates Geld eingetauscht werden.

Das Hauptmerkmal von Bitcoin ist, dass diese Währung limitiert ist, was sie vor Inflation schützt. Die Ausgabe von Bitcoins erfolgt dezentral – die Freigabe neuer Bitcoins erfolgt durch Menschen aus aller Welt, die die Rechenleistung von PCs nutzen. Es gibt kein einziges Zentrum für die Freigabe dieser Kryptowährung. Für den Transfer von Bitcoins fallen keine Gebühren an. Das sind die Hauptgründe, die diese Währung so lukrativ machen.

Es gibt zwei gängigsten Bitcoin-Anlagestrategien

  1. Positionsstrategie (Wachstumsstrategie). Hier ist alles ganz einfach. Der Investor kauft eine bestimmte Menge an Bitcoins für echtes Geld und hofft auf den Anstieg des Kryptowährungskurses. Früher oder später werden die Kosten für Bitcoin steigen und die gekaufte Kryptowährung kann um ein Vielfaches teurer verkauft werden. Diese Strategie setzt allerdings voraus einen langen Atem voraus. Da der Bitcoin neben der Nachfrage auch von einer gewissen Marktpsychologie abhängig ist – der erhoffte Gewinn – ist sie starken Kursschwankungen unterworfen. Daher ist es wichtig, nicht gleich in Panik zu verfallen und die Währung wieder zu verkaufen, wenn die Bitcoin-Rate kurzfristig gesunken ist.
  2. Handel an der Börse. Die Grundprinzipien des Kryptowährungshandels ähneln denen, die an der Forex-Börse verwendet werden. Bitcoin hat hier einen entscheidenden Vorteil: Da die Währung im Vergleich zu herkömmlichen Devisen deutlich weniger verbreitet ist, kennt nicht jeder die Grundlagen des Bitcoin-Handels an der Börse. So ist es für informierte Investoren einfacher, dem Markt ein Schnippchen zu schlagen. Doch auch diesem vermeintlichen Vorteil steht ein dickes Risiko gegenüber: Bitcoin rückt zum einen immer mehr in den Fokus der Märkte und wird immer mehr wie eine echte Währung gehandelt. Zum anderen ist sie aber immer noch nicht gefestigt genug und unterliegt hohen Schwankungen.

Deshalb sollte einer Investition in Bitcoin eine solide und langfristige Strategie zugrunde liegen. Anleger sollten bei kurzfristigen Kursverlusten nicht aus Angst vor einem Totalverlust, was nie ganz ausgeschlossen werden kann, die Kryptowährung mit Verlusten verkaufen.

Das gelingt allerdings nur, wenn man nicht mit seinem ganzen Vermögen in Bitcoin investiert ist. Das kann leicht zu Überreaktionen und voreiligem, hitzigen Handeln führen. Auch sollte man sich davor hüten, mit Geld zu investieren, auf die man kurz- und mittelfristig angewiesen ist.

Wer also neu im Land ist, etwas Geld übrighat, investieren möchte, diesen aber brauchen könnte, weil er noch keinen Job hat, sollte lieber nicht in Bitcoins investieren. Hat man Glück und die Währung steigt kurzfristig, kann man sie natürlich einfach verkaufen. Der Ärger ist aber groß, wenn die Währung gesunken ist und man auf das Geld angewiesen ist. In solchen Fällen müsste man Verluste hinnehmen, was besonders ärgerlich ist. (dd)

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