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Fußball im Stadion © Jossiano @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Brückenbauer

Sport, Sportwetten und Migration

Sport verbindet. Vor allem für Menschen, die Rassismus und Diskriminierungserfahrungen machen, scheint Sport ein guter Weg zu sein, der weg vom gesellschaftlichen Rand in die Mitte führt.

Montag, 27.01.2020, 0:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 27.01.2020, 14:32 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Wer früher spielen wollte, musste sich schick anziehen und in das nächstgelegene Casino fahren. Heute haben sich die Zeiten geändert. Heute zocken die meisten Menschen vom Sofa aus. Das neue Zauberwort heißt Online Casino. In den virtuellen Casinos sind nicht nur die klassischen Spiele wie Roulette oder Blackjack zu finden, sondern auch Sportwetten. Viele Spieler haben einen Migrationshintergrund. Das hat seine Gründe.

Immer mehr Migranten drängen in den Spitzensport!

Sport verbindet. Dieser Satz ist allseits bekannt. In der Tat kann Sport dazu beitragen, einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Vor allem für Menschen, die Rassismus und Diskriminierungserfahrungen machen, scheint Sport der einzige Weg zu sein, der weg vom gesellschaftlichen Rand in die Mitte führt.

Die Fluchtbewegungen vergangener Jahre haben zahlreiche Top-Athleten nach Deutschland gebracht. Viele haben aber auch erst in Deutschland die Möglichkeit bekommen, ihr Talent zu entfalten und erfolgreich zu werden. Durch den sportlichen Erfolg konnte sogar so manch eine Abschiebung verhindert werden.

Aber nicht nur im Spitzensport entfaltet Sport eine integrative Wirkung. Es spielt keine Rolle, ob man in einer kleinen Mannschaft im Verein der Gemeinde spielt oder in der Bundesliga spielt. Sport verbindet Menschen miteinander und bringt sie einander näher. Auf dem Spielfeld spielt weder die Herkunft eine Rolle, noch die Sprache oder die Religion – allein die Leistung zählt.

Sport baut Stress ab!

Hinzu kommt, dass Sport Stress abbaut. Das ist besonders wichtig bei Menschen, die Fluchterfahrungen gemacht haben und möglicherweise traumatisiert sind. Der Sport beugt der Langeweile vor, hält Körper und Geist fit und ist eine gute Medizin gegen Depressionen. Wer auf dem Spielfeld ist und hinter einem Ball rennt, denkt in diesem Moment nicht an seine Sorgen. Schließlich bietet Sport den Menschen auch ein Ziel an: das nächste Spiel gewinnen, die eigene Bestmarke unterbieten usw. Wer ein Ziel im Leben hat, der hat auch Lebensmut. Sport sorgt schließlich auch dafür, dass Menschen zusammenkommen, zusammenwirken, gemeinsam jubeln und auf ein Ziel hinarbeiten.

Sportwetten und Co.

Die Liebe zum Sport führt viele Menschen aber auch zu Sportwetten. Auch hier spricht man von „Spielen“. Die Branche boomt. Vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund setzen auf Ergebnisse von Fußballspielen oder anderen Sportarten. Die meisten fiebern dabei nicht ihrer Lieblingsmannschaft zu, sondern gehen der Hoffnung vom schnellen Geld nach.

Die Gründe, warum die virtuellen Casinos so beliebt sind, sind vielfältig. Was früher nur mit einem bestimmten Dresscode zugänglich war, ist heute per Smartphone vom heimischen Sofa aus möglich. Zudem bieten sie Abwechslung vom tristen Alltag, können zwischendurch, beispielsweise in der Mittagspause gespielt werden, sind niedrigschwellig und auch mit kleinem Geld zugänglich. Den Kick, wenn man auf ein Spiel gesetzt und es live auf dem Bildschirm verfolgt, gibt es obendrauf.

Sport und Sportwetten sind für viele Menschen heute untrennbar zusammen. Eine Trennung ist dennoch angebracht – auch wenn beides oft mit „Spielen“ assoziiert wird. Zum einen können Sportwetten schnell in die Abhängigkeit führen, weshalb Vorsicht und Selbstdisziplin vonnöten ist. Studien zeigen, dass „Spieler“ mit Migrationshintergrund hiervon überproportional häufig betroffen sind – auch hier gibt es viele Gründe. Der Sport jedoch kann ganze Generationen und Kulturen miteinander verbinden und ist ein bewährter Brückenbauer – sofern er auf dem Platz gespielt wird. (dd)

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