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Digitale Integration – Ankommen auch im Internet

Die digitale Revolution hat viele Bereiche unsere Lebens erreicht. Auch Migranten und Geflüchtete nutzen Internet sehr intensiv. Doch es gibt zahlreiche Stolperfallen. Besonders unerfahrene Nutzer tappen oft in digitale Fallen.

Von Deniz Daha Donnerstag, 05.12.2019, 1:15 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05.12.2019, 11:20 Uhr Lesedauer: 6 Minuten  |   Drucken

Für den Großteil der Asylsuchenden, die in Deutschland ankommen, sind Technologien wie Internet und Smartphones kein Fremdwort. Viele nutzen es bereits auf der Flucht, meist zur Navigation oder aber um Kontakt zu Familie und Freunden zu Hause oder im Zielland zu halten.

Auch in vielen der Herkunftsländer ist zumindest in städtischen Ballungsgebieten eine Internetverbindung mehr oder weniger flächendeckend verfügbar. Häufig sind jedoch je nach Staatsform und Regierung bei Weitem nicht alle Websites offen zugänglich. Vor allem Social Media Netzwerke und Messengerdienste sind oftmals dauerhaft gesperrt oder werden immer mal wieder vom Netz genommen. Dinge wie etwa Onlinebanking, Onlineshops oder Online Spiele sind den Allermeisten zumindest in der Praxis unbekannt.

In den seltenen Fällen haben Asylsuchende Wissen in Sachen Medienkompetenz und -erziehung. Nicht zuletzt sehen sie sich auch hier mit dem Hindernis der neuen Sprache konfrontiert, wenn es beispielsweise darum geht, kompliziert formulierte AGB zu verstehen.

Leider wird in Integrations- oder Deutschkursen nach wie vor viel zu wenig auf diese Thematiken eingegangen, weshalb trotz der selbsterklärenden Handhabung oft Probleme entstehen.

Aller Anfang ist leicht

Die Bedienung eines Smartphones und die Nutzung diverser Onlinedienste ist schnell gerlernt. Hierfür sind noch nicht einmal große Sprach- oder Schriftkenntnisse vonnöten. Die ohnehin optisch hervorgehobenen Schaltflächen sind im Nu auswendig gelernt und dem Rest muss wenig Beachtung geschenkt werden.

Durch einfache Zahlungsmethoden wie PayPal, für die ein normales Guthabenkonto genügt, kann jeder rasch vollumfänglich am virtuellen Geschehen teilhaben. Neuankömmling gibt es in jedem Online Bereich. Wenn wir zum Beispiel von Online Casinos reden, ist es ratsam, wenn die Nutzer Erfahrungen bei 888 Casino sammeln und nicht bei dubiosen Anbietern. Die Schwierigkeit besteht hier auch darin, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden. Oder wenn wir die Social Media Plattformen betrachten, können die Benutzer mit nur einer einfachen Registrierung die Weiten und Möglichkeiten des Internets erkunden, Freundschaften schließen und sich austauschen.

Diese einfachen Einstiegsmöglichkeiten in der digitalen Welt kommen der Integration auch in unsere offline Gesellschaft durchaus zu Gute. Wir selbst wissen am besten, welch großer Teil unseres Alltags mittlerweile in unseren Smartphones stattfindet.

Vieles wird in Social Media oder Messenger Gruppen organisiert, besprochen und bekannt gegeben. Asylsuchende oder Migranten finden hier auf leichtem Weg Zugang zu gesellschaftlichen Ereignissen, Lerngruppen, Informationen jeglicher Art, Hilfsangeboten etc… Aus der Hilfs- und Integrationsarbeit sind die digitalen Multitalente also kaum mehr wegzudenken.

Durch den simplen Einstieg und die unkomplizierte Handhabung entsteht von Außen schnell der Eindruck, dass Asylsuchende sich mit der gleichen Selbstverständlichkeit in der virtuellen Welt bewegen, wie jeder von uns.

Aber ist das wirklich so?

Wir, die in Industrieländern leben, sind praktisch mit dem Internet zusammen aufgewachsen – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Internet wuchs während wir wuchsen. Wir konnten die Entwicklung in all ihren Facetten mehr oder weniger langsam beobachten und mit ihr lernen. Auch die Gesetzgebung hat sich so mit der Zeit weiter- und mitentwickelt. Dieser entscheidende Vorteil fehlt vielen Asylsuchenden, die nach Europa kommen. Somit fällt es ihnen deutlich schwerer, diese Technologien auf die Schnelle tatsächlich in vollem Umfang zu begreifen und sich den Risiken bewusst zu werden.

Durch Aufklärung und Gesetzgebung sind wir uns der Risiken und Gefahren, welche im Internet lauern, durchaus bewusst. Diese sind für Internetanfänger häufig gar nicht erst zu erkennen. Experten appellieren an Helfer und Sozialarbeiter daher, besonders auf folgende Bereiche näher eingehen:

  • Datenschutz
  • Abo-Fallen
  • Persönlichkeitsrechte
  • Vertragsabschlüsse
  • Spam-/Phishingmails
  • sichere Zahlungsmethoden

Fotos und Daten in den sozialen Medien

Selbstverständlich ist es in diesen beiden Punkten wichtig, über die Gesetzeslage und die Hintergründe aufzuklären, damit aus Unwissenheit entstehende Straftaten vermieden werden. Doch vor allem muss den Nutzern ins Bewusstsein gerufen werden, was mit ihren eigenen Daten und Bildern im Netz passiert. Auf die Privatsphäre-Einstellungen in Profilen diverser Social Media Plattformen sollte hierbei besonders geachtet werden. Viele halten diese Netzwerke für geschlossene Gemeinschaften, in denen sie sich ungezwungen bewegen können.

Hinzu kommen oftmals sprachliche Hürden. Denn nur weil man ein Wort bereits kennt, kann man es unter Umständen noch nicht in jedem Kontext seiner genauen Bedeutung zuordnen. Dinge wie Fotos von den Kindern, der Aufenthaltsort und alltägliche Aktivitäten werden gerne mit Freunden und Familie in der Ferne geteilt. Ohne die richtigen Einstellungen sind diese für die gesamte Internetöffentlichkeit sichtbar und zugänglich.

Hierzulande ist den meisten Eltern bewusst, welche Gefahren das birgt. Aber Menschen, aus Ländern in denen das Thema Sexualität ohnehin tabuisiert ist, können diese selten überblicken. Auch wenn solch heikle Themen wie Pädophilie oder Kinderpornographie gewiss mit der nötigen Sensibilität angegangen werden müssen, ist hier eine Aufklärung immens wichtig!

Für politisch oder religiös Verfolgte besteht sogar die Gefahr, dass Behörden oder Verfolger aus dem Herkunftsland den neuen Aufenthaltsort auf diesem Weg ermitteln. Hier lohnt es sich, Zeit zu investieren, um genau zu erläutern, für wen welche Beiträge sichtbar werden, was die einzelnen Einstellungen bedeuten und wie man sie ändern kann.

Spam, Tricks und Maschen

Für die Registrierung bei den meisten Onlinediensten benötigt man eine Emailadresse. So bleiben Spam- oder Phishingmails nicht lange aus.

Nun möchte man meinen, dass Asylsuchende ohnehin kein volles Bankkonto hätten und betrügerische Maschen vermeintlich ins Leere führen würden. Tatsächlich haben sich einige Betrüger inzwischen aber bewusst auf Kleinstbeträge spezialisiert – die Masse sorgt hier für Rentabilität.

Viele bekommen außerdem Angst, wenn sie nachdrückliche Zahlungsaufforderungen per Mail bekommen, deren Herkunft sie sich nicht erklären können. Die meisten zahlen, um weiteren Ärger zu vermeiden, obwohl sich hinter ihnen häufig eine Betrugsmasche verbirgt.

Es gilt also darüber aufzuklären, Kontodaten oder andere persönliche Angaben unter keinen Umständen an Stellen weiterzugeben, die dem User nicht vertraut sind. Mails von unbekannten Absendern, die nicht automatisch im Spamordner landen, sollten schon vor dem Öffnen genau geprüft werden.

Onlineshopping

Gerade in den Bereichen Mobiltarife geschehen online oftmals irrtümliche Vertragsabschlüsse, die anschließend hohe Kosten verursachen. Zu empfehlen ist hier eher der Gang zum Händler (eventuell mit Begleitung zum Dolmetschen). Dieser kann die Tarife und Vertragsbedingungen genau erläutern und Rückfragen einfach beantworten.

Besondere Aufmerksamkeit ist auch im Streaming-, Gaming- oder Glücksspielbereich gefragt. Einfache Angebote für einen einmaligen Kauf müssen von langfristigen Abonnements unterschieden werden können. Da in Deutschland Asylsuchende keine Kreditkarte zur Verfügung haben (wie beispielsweise in Italien) sind die sichersten online Zahlungsmethoden PayPal oder Guthabenkarten (z. B. PaySafe, Guthabenkarten von Amazon etc…)

Aktive Aufklärung

Fragen seitens der Neuankömmlinge entstehen oft erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Heikle, möglicherweise tabuisierte Themen wie Glücksspielsucht werden oftmals gar nicht erst angesprochen. Offene Gespräche, organisierte „Crashkurse“ und von der Verbraucherzentrale angebotene Infobroschüren zum Thema bilden ein gutes Gerüst, um auch die virtuelle Integration möglichst reibungslos zu gestalten. (dd)

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