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Wettbüro © surfvienna.net auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Länder & Sitten

Glücksspiel in vielen Kulturkreisen Tabuthema – und ein Problem

Andere Länder, andere Sitten. Dieser Grundsatz gilt auch im Umgang mit Glücksspielen und Glücksspielsucht. In manchen Kulturkreisen sind Glücksspiele kein Problem, in anderen ein Tabu.

Mittwoch, 04.12.2019, 2:15 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05.12.2019, 10:20 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Glücksspiel in Spielhallen und Online-Casinos ist in manchen Kulturkreisen ein großes Tabuthema. Vor allem Spieler reden kaum darüber. Andererseits sind Glücksspiele wie Lotto oder Klassenlotterien in der Gesellschaft weit verbreitet. Spielen im Casino hat vergleichsweise etwas Verruchtes. Online-Casinos hingegen scheinen sich von diesem Bild abgesetzt zu haben. Vermutlich, weil dort Spieler neben echtem Geld, auch mit Spielgeld die Zeit vertreiben können. Willkommensboni und Bonus-Aktionen für bestehende Kunden verleihen zusätzliche Attraktivität.

Suchtpotenzial als vorgeschobener Grund

Das Glücksspiel ist in manchen Kulturen durchaus gesellschaftsfähig, das Zocken im Casino ist kein Tabuthema. Je gesellschaftsfähiger das Spielen ist, desto stärker rückt auch die Gefahr der Spielsucht in den Vordergrund und auch in das Bewusstsein. Wo das Spielen nicht mit einem Tabu belegt ist, ist auch die Suchtprävention oder Suchttherapie eher Teil des Alltags und wird in der Bevölkerung als „normal“ angesehen – so wie Sucht-Hilfe bei Alkohol- oder Drogenabhängigkeit.

In den meisten Kulturkreisen sind diese Themen jedoch Tabu. Bewusst um das Problem, bietet das Internet inzwischen zahlreiche Informationen und Tipps zu Online-Casinos, welche Casino-Spiele es gibt und wie beispielsweise mit Startguthaben der Einstieg in das Spiel erleichtert wird. Seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden ist nicht einfach und erfordert oft einen geschulten Blick, was nicht jeder hat.

Das Spielen in der kulturellen Betrachtung

Es liegt in der Natur des Menschen zu spielen, fast jeder hat einen ausgeprägten Spieltrieb. Das fängt im Kindesalter an, Kinder spielen alleine oder mit Freunden. Jugendliche verlagern den Spieltrieb und beschäftigen sich mit Computerspielen. Erwachsene unterdrücken den Spieltrieb sehr oft. Doch gelegentlich kommt der Spieltrieb bei fast jedem zum Vorschein. Dabei sind die kulturellen Unterschiede sehr groß. Je nach Kulturkreis ist der Umgang in der Gesellschaft ein anderer, das Glücksspielangebot sieht anders aus.

Der Spieltrieb in Deutschland

Die Betrachtung von Glücksspiel ist in Deutschland sehr gespalten. Einerseits kann es ein gelungenes Wochenende sein, Zeit in der Spielbank zu verbringen oder zum Pferderennen zu gehen. Auch regelmäßig Lotto oder Fußball-Toto zu spielen, ist teilweise sogar ein Ritual am Wochenende. Jeder hofft dabei insgeheim auf den Jackpot, auf die perfekten Zahlen. Dabei wissen alle, dass am Ende der Anbieter gewinnt. Doch in eine Spielothek zu gehen oder im Online-Casino zu spielen, ist verpönt. Deshalb reden die Spieler kaum darüber, hat dieser Zeitvertreib doch einen Makel. Experten warnen sogar vor illegalen Wett- und Spielbetrieben, den „schwarzen Lotterien“. Hier können Kunden nur schwer erkennen, wer sich dahinter verbirgt oder wo die Einnahmen letztendlich hinfließen. Die vertrauenswürdigen Casinos haben fast alle ihren Sitz im europäischen Ausland und versteuern dort auch ihre Einnahmen.

Das Glücksspiel in Ländern mit religiöser Prägung

In vielen Religionen ist das Glücksspiel eine Sünde. Deshalb überrascht es nicht, dass sehr religiös geprägte Länder eine strenge Gesetzgebung gegen das Glücksspiel haben. In Indonesien beispielsweise sind etwa 90 Prozent der Einwohner Muslime. Dort ist das Glücksspiel gesetzlich verboten. Es gibt staatliche Lotterien, doch die decken den Bedarf an Glücksspielen nicht. Deshalb gibt es in Indonesien ein großes Angebot an illegalem Glücksspiel, wie private Spielrunden oder halböffentliche Casinos. Die Polizei schaut häufig einfach weg. Für Touristen ist es eher nicht empfehlenswert, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Andere muslimische Länder handhaben das Glücksspielverbot nicht ganz so strikt. In der Türkei gibt es beispielsweise eine staatlich lizensierte Lotterie und in Saudi-Arabien finden Kamelrennen statt, auf die die Menschen Wetten abgeben können.

Japan und das Glücksspiel

In Japan war das Glücksspiel lange Zeit verboten. Doch es gibt Schlupflöcher, die die sogenannten Pachinko-Hallen nutzen. Bei Pachinko handelt es sich um ein sehr beliebtes Spiel. Die Spieler werfen dabei kleine Metallkugeln in Automaten. Wer Glück hat, bei dem lösen die Metallkugeln einen Gewinn aus oder es fallen weitere Kugeln herunter, die später gegen einen Preis eingetauscht werden können. Dabei gibt es gesetzliche Beschränkungen für den Wert des Preises. Da die Menge der Preise nicht beschränkt ist, gibt es meistens sehr kleine Goldbarren zu gewinnen, die am Ende zu großen Gewinnen führen können. Japan steht heute kurz davor, das erste Casino zu eröffnen. Es sollten allerdings keine reinen Casinos entstehen, sondern riesige Freizeit-Resorts, die noch über viele weitere Freizeitmöglichkeiten verfügen werden.

Wenn Menschen in ein anderes Land kommen

Kommen Menschen in ein anderes Land, um dort zu leben, kann das viele Gründe haben. Die meisten versprechen sich davon ein besseres Leben. Doch es ist nicht immer einfach, Arbeit zu finden. Viele Einwanderer fange mit dem Spielen an wegen der Langeweile. Dabei ist das Verhalten je nach Herkunftsland unterschiedlich. Sie alle erhoffen sich den großen Gewinn und die erträumte, sorgenfreie Zukunft. Bei Männern aus dem Orient ist ein Stolz zu beobachten, wegen der sie eine Sucht nur sehr schwer eingestehen. Sie sehen das zwanghafte Spielen als Charakterschwäche, da sie sich der Hoffnung hingeben haben, beim Spielen reich zu werden, statt das Geld zu erarbeiten.

Sein Glück zu versuchen, ist nichts Verwerfliches

Das Glücksspiel gibt es schon seit es Menschen gibt. Sportwetten waren in der Antike gang und gäbe. Roulette, Blackjack oder Poker haben ebenfalls eine lange Tradition, einzig die Spielautomaten und Online-Casinos sind eine Erfindung der Neuzeit. Die Bevölkerung assoziiert Besucher von Spielhallen oft mit abgehalfterten Zockern, Lotto hat seinen festen Platz, aber die Spielhallen bleiben verpönt. Wohin die Entwicklung im online-Bereich geht, wie der Umgang mit Spielsucht aussehen wird und wie Menschen unterschiedlichster Herkunft darauf in Zukunft reagieren werden, bleibt abzuwarten. (dd)

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