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Wettbüro © surfvienna.net auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Glücksspielsucht

Warum besonders junge Migranten davon betroffen sind

Blackjack, Poker und Geld an Automaten verzocken: Ob Spielhalle oder online, Glücksspiele zählen zur unterhaltsamen Freizeitbeschäftigung, die allerdings nicht selten im Ruin endet. Besonders junge Männer mit Migrationshintergrund sind davon betroffen – aus diversen Gründen.

Mittwoch, 27.11.2019, 2:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 27.11.2019, 22:29 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Die Chance auf das große Geld sowie unzählige Versprechungen seitens der Anbieter locken insbesondere junge Menschen in Spielhallen. Aber auch Online-Casinos werden bei der jüngeren Generation immer beliebter. Ein Grund dafür ist mitunter der rasante Anstieg des Internets: Mit Smartphones und Co stets an der Hand sind die Möglichkeiten des Spielens unendlich und können jederzeit abgerufen werden. Ein simpler Klick genügt und der Spieler findet sich in den virtuellen Hallen des Online-Casinos wieder und kann nach Lust und Laune zocken.

Bedauerlicherweise hat dies auch dazu geführt, dass immer mehr Menschen der Glücksspielsucht zum Opfer fallen. Laut Experten seien besonders junge Männer mit ausländischen Wurzeln davon betroffen.

Depression mitunter ein Grund für die Sucht

Ein häufiges Kennzeichen für Glücksspielsüchtige ist der Kontrollverlust: Betroffene spielen stundenlang, obwohl sie eigentlich gar nicht anfangen oder schon vor einiger Zeit aufhören wollten.

Zusätzlich werden Lügen aufgetischt, soziale Beziehungen gefährdet und nicht selten Entzugserscheinungen beobachtet. In den schlimmsten Fällen sitzen Betroffene bereits auf einem hohen Berg Schulden und driften in den Pfad der Kriminalität ab, um ihre Sucht weiterhin finanzieren zu können.

Viele Betroffene litten bereits vor der Sucht an Depressionen und Persönlichkeitsstörungen. Krankheiten dieser Art führen nicht selten dazu, dass Menschen in andere Realitäten flüchten. Wer allerdings nicht vorsichtig ist, kann schnell in die Kreise der Glücksspielsucht gelangen.

Traumatisierende Erlebnisse häufig ausschlaggebend

Warum aber besonders Migranten von Glücksspielsucht betroffen sind, kann auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen sein. Nicht nur der kulturelle Hintergrund, sondern besonders das Migrationsgeschehen spielen mitunter eine große Rolle. Hinzu kommt, dass Glücksspiele lange Zeit über von Männern dominiert wurden. Jüngere Männer seien ohnehin risikofreudiger und denken zudem weniger über mögliche Konsequenzen nach.

Traumatische Erlebnisse in der Heimat sind allerdings besonders ausschlaggebend und nicht selten Auslöser für eine Glücksspielsucht. Ob es allerdings eine Zunahme glücksspielsüchtiger Flüchtlinge gibt, ist schwer festzustellen, da sich diese Sucht über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt. Außerdem spielt auch die Sprachbarriere eine wesentliche Rolle: Viele Migranten kennen die deutsche Sprache nicht gut genug und zusätzlich sind Therapieangebote meist nicht bekannt.

Suche nach dem schnellen Geld

Besonders im Internet kann eine Glücksspielsucht besonders schwierig kontrolliert werden. Die Chance auf das große Geld zieht immer mehr junge Menschen in seinen Bann. Ob auf dem Smartphone oder Tablets, das Angebot an Glücksspiel-Apps ist enorm und schnell zugängig. Allerdings ist auch Vorsicht geboten, da neben einer Spielsucht auch das Problem von illegalen Anbietern deutlich gestiegen ist.

Um daher an eine seriöse virtuelle Spielhalle zu gelangen, sollten im Vorfeld Erfahrungs- und Testberichte aufgesucht werden. Hier werden die wichtigsten Online-Casinos miteinander verglichen.

Es gibt bereits unterschiedliche Maßnahme gegen Spielsucht, wobei diese meist nur zu einer Verlagerung des Spielverhaltens führen. Zwar werden auf diese Weise illegale Automaten aus dem Verkehr gezogen, Spielbanken, Lotterien und besonders Online-Casinos legen aber dennoch zu – so auch die Gefahr, an einer Spielsucht zu erkranken. (dd)

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