Internet-Doku

Migranten in der DDR erzählen

Eine Web-Dokumentation zeigt Migranten, die als Vertragsarbeiter oder Studierende in die DDR kamen. Menschen aus Äthiopien, Chile, Mosambik, der Türkei und Vietnam erzählen von ihren Erfahrungen und von ihren Kämpfen.

Das Leben von Migranten in der DDR steht im Mittelpunkt einer neuen Web-Dokumentation [1] des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Unter dem Motto „Eigensinn im Bruderland“ berichten darin Zeitzeugen von ihren Erfahrungen in der DDR, wie die TU Berlin mitteilte.

Zwischen 1951 und 1989 studierten etwa 70.000 junge Menschen aus mehr als 125 Ländern in der DDR. Etwa die Hälfte kam aus sogenannten befreundeten Staaten wie Vietnam, Mosambik, Kuba oder Chile. Neben Studierenden und politisch Verfolgten bildeten „ausländische Werktätige“ die größte Gruppe von Migranten. Ende 1989 lebten den Angaben zufolge etwa 190.000 Migranten in der DDR. Davon waren 90.000 sogenannte Vertragsarbeiter, fast 60.000 von ihnen kamen aus Vietnam.

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Realität oft anders als vereinbart

Bilaterale Abkommen sollten den Vertragsarbeitern eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung garantieren, doch die Realität habe nicht selten anders ausgesehen, hieß es zur Vorstellung der Dokumentation. Unterstützt wurde das Projekt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Nach der deutschen Vereinigung konnten den Angaben zufolge Studierende meist ihr Studium abschließen, Vertragsarbeitern drohte hingegen der Verlust des Arbeits- und Wohnheimplatzes und damit die zwangsweise Rückführung. (epd/mig)