Statistik

Drastischer Rückgang bei Asylbewerberzahlungen

Hartz IV, Grundsicherung im Alter, Leistungen für Asylbewerber: Mehr als sieben Millionen Menschen erhielten Ende 2018 staatliche Hilfen zur Existenzsicherung. Der Anteil der Leistungsempfänger sank das dritte Jahr in Folge – besonders unter Asylbewerbern.

Die Zahl der Empfänger von Leistungen der sozialen Mindestsicherung ist im vergangenen Jahr gesunken. Ende 2018 erhielten 7,2 Millionen Mensche Hilfen zur Existenzsicherung, 5,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Gemessen an der Gesamtbevölkerung sank der Anteil der Leistungsempfänger von 9,2 Prozent zum Jahresende 2017 auf 8,7 Prozent zum Jahresende 2018. Der Anteil ging damit das dritte Jahr in Folge zurück.

Die häufigste Mindestsicherungsleistung ist den Angaben zufolge Hartz IV, das Ende 2018 knapp 5,6 Millionen Menschen bezogen. Das waren 5,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung kam 1,1 Millionen Menschen zugute (minus 1,9 Prozent). Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen floss an 121.000 Menschen (minus 4,3 Prozent).

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Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhielten 411.000 Menschen, 12,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang sei auf eine sinkende Zahl von Asylanträgen sowie auf die hohe Zahl abgeschlossener Asylverfahren zurückzuführen, erläuterte die Statistikbehörde.

Kontinuierlicher Rückgang

Mit einem Minus von sieben Prozent ging die Anzahl der Empfänger sozialer Mindestsicherungsleistungen in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) erneut überdurchschnittlich zurück, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Der Anteil der Empfänger an der Bevölkerung ging dort seit dem Jahr 2006 – mit Ausnahme des Jahres 2015 – nahezu kontinuierlich zurück. Im alten Bundesgebiet waren 4,5 Prozent weniger Menschen auf die Leistungen angewiesen.

Der höchste Anteil an Leistungsempfängern wird mit 17,4 Prozent in Bremen verzeichnet, gefolgt von Berlin (16,8 Prozent) und Hamburg (13 Prozent). Am seltensten werden die Leistungen in Bayern (4,6 Prozent), Baden-Württemberg (5,3 Prozent) und Rheinland-Pfalz (7 Prozent) in Anspruch genommen. (epd/mig)