Studie

AfD-Erfolge in Gebieten mit vielen Arbeitslosen und wenig Ausländern

Einer Studie zufolge hat die AfD hat bei der Bundestagswahl 2017 in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und geringem Ausländeranteil besonders hohe Ergebnisse erzielt. Das Ergebnis bestätigt verschiedene Konflikttheorien.

Die AfD hat laut einer Studie der Universitäten Bielefeld und Münster [1] bei der Bundestagswahl 2017 in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und geringem Ausländeranteil besonders hohe Ergebnisse erzielt. Außerdem seien in den Regionen mit AfD-Wahlerfolgen „im Durchschnitt mehr Hasstaten gegen Geflüchtete angezeigt worden“ als in Gebieten mit schlechteren Resultaten, teilte die Universität am Montag mit.

Mit der Studie sollte den Angaben zufolge untersucht werden, ob bisherige wissenschaftliche Annahmen zum Erfolg von Parteien am rechten Rand zutreffen.

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Hass ohne Ausländer

Verschiedene Konflikttheorien legten nahe, dass Hassverbrechen dort besonders wahrscheinlich seien, in denen es viele Arbeitslose und wenige Ausländer gebe, erläuterte der Sozialpsychologe Jonas Rees vom Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld. Dort träfen „hohe wirtschaftliche Frustration und geringe Kontaktmöglichkeiten“ zusammen. Dieselben Faktoren begünstigten auch den Wahlerfolg rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien, sagte der Wissenschaftler.

Für die Untersuchung hatte ein Forschungsteam der Universitäten Bielefeld und Münster Daten aus allen 401 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten zusammengetragen. (epd/mig)