Statistisches Bundesamt

17 Prozent der Ausländer leben in überbelegten Wohnungen

In Deutschland leben sieben Prozent der Bevölkerung in einer zu kleinen Wohnung. Bei Ausländern beträgt diese Quote sogar 17 Prozent. Im EU-Vergleich schneidet Deutschland jedoch gut ab. Linke fordern öffentliches Wohnungsbauprogramm.

Sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland lebten 2017 in einer überbelegten Wohnung. Besonders betroffen waren armutsgefährdete Personen sowie Alleinerziehende und ihre Kinder (jeweils 19 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte [1].

Erwachsene mit ausländischem Pass (17 Prozent) lebten ebenfalls deutlich häufiger auf engem Raum als Erwachsene mit deutschem Pass (sechs Prozent). In Städten war die Bevölkerung mit einem Anteil von elf Prozent rund drei Mal so häufig von Wohnraummangel betroffen wie in ländlichen Gebieten (vier Prozent).

___STEADY_PAYWALL___

Lay fordert öffentliches Wohnungsbauprogramm

Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, wirft der Regierung eine verfehlte Wohnungspolitik vor und fordert ein öffentliches Wohnungsbauprogramm. Denn „Wohnungsnot und gedrängte Wohnverhältnisse gefährden den sozialen Frieden“, so die Linkspolitikerin.

„Weil die Mieten so stark gestiegen sind, finden insbesondere Armutsgefährdete, Alleinerziehende und Migranten keine angemessene und bezahlbare Wohnung mehr“, erklärt Lay. Sie fordert ein öffentliches Investitionsprogramm nach Wiener Modell für untere und mittlere Einkommensgruppen.

Deutschland gut im EU-Vergleich

Als überbelegt gilt eine Wohnung, wenn sie im Verhältnis zur Personenzahl zu wenige Zimmer hat. Nach amtlicher Definition sind Wohnungen überbelegt, wenn sich drei Kinder ein Kinderzimmer teilen oder sich Bruder und Schwester, beide im Teenageralter, ein Kinderzimmer teilen. Auch wenn Eltern das Wohnzimmer gleichzeitig als ihren Schlafraum nutzen, ist eine Wohnung zu klein.

Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland gut ab. In der EU lebten 16 Prozent der Bevölkerung 2017 in einer überbelegten Wohnung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. (epd/mig)