US-Studie

Diskriminierung von Religionen wächst weltweit

Die weltweite Diskriminierung von Religionen nimmt einer US-Studie zufolge weiter zu. Auch Europa schneidet im Vorjahresvergleich schlecht ab aufgrund zunehmender Anfeindungen gegenüber Muslimen.

Angehörige von Religionen werden einer US-Studie zufolge [1] weltweit zunehmend benachteiligt. In 105 von 198 Nationen hätten im Jahr 2015 bestimmte Glaubensgruppen „weit verbreitete Schikane von der Regierung“ erfahren, erklärte das Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center am Dienstag in Washington. 2014 sei dies in 85 Ländern und 2013 in 96 Ländern beobachtet worden.

In Europa habe die Anfeindung von Muslimen zugenommen. 2015 hätten Muslime in 32 europäischen Nationen Feindseligkeit aus der Gesellschaft erfahren, deutlich mehr als 2014 (26 Länder). Jüdische Bürger hatten den Angaben zufolge 2015 in 32 europäischen Ländern und 2014 in 33 Ländern Anfeindung erfahren. Bei der Studie „Global Restrictions of Religion“ wertete das Pew Research Center gesetzliche Veränderungen und staatliche Praktiken sowie Berichte über religiös motivierte gesellschaftliche Konflikte aus.

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Die Staaten mit den schwersten staatlichen Restriktionen gegenüber Gläubigen seien Ägypten, China, der Iran, Russland, Usbekistan, Malaysia und Saudi-Arabien. 79 Prozent der Weltbevölkerung lebten in Ländern mit hohem oder sehr hohem Ausmaß an staatlichen Restriktionen für Religionsgruppen oder Anfeindungen. In elf Ländern erfahren laut der Untersuchung bestimmte Religionsgruppen sehr große gesellschaftliche Anfeindung, besonders in Syrien, in Nigeria, im Irak und in Indien. (epd/mig)