Opferberatung

Weiterhin viel rassistische Gewalt in Sachsen

Die niedrige Hemmschwelle für rechtsmotivierte Gewalt drück sich in Zahlen aus: im Jahr 2016 wurden in Sachsen mindestens 685 Menschen Opfer rechter oder rassistischer Gewalt.

Mindestens 685 Menschen haben nach Erkenntnissen der Opferberatung RAA [1] 2016 in Sachsen rechte oder rassistische Gewalt erlebt. Das seien 31 Betroffene mehr als im Vorjahr (654), sagte Andrea Hübler, Referentin bei der Opferberatung RAA Sachsen, am Dienstag in Dresden. Grund dafür seien Angriffe auf größere Gruppen, wie etwa beim Dresdner Stadtfest oder in Bautzen.

Die Hemmschwelle für rechtsmotivierte und rassistische Gewalt sei „weiterhin niedrig“, sagte Hübler. Sie werde durch rassistische Hetze auf der Straße, in der Politik und im Internet angestachelt. Besonders erschreckend sei, dass sich diese Gewalt auch gegen Kinder richte. Insgesamt sind nach der jüngsten RAA-Erhebung 73 Opfer jünger als 16 Jahre, das entspricht einem Anteil an allen betroffenen Personen von elf Prozent. 2015 waren es 42 betroffene Kinder.

Weiter auf „sehr hohem Niveau“

Die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Angriffe in Sachsen ist RAA zufolge 2016 leicht zurückgegangen. Mit 437 Fällen (2015: 477) sei sie allerdings weiterhin auf einem „sehr hohen Niveau“. Daher gebe es „keinen Grund zur Beruhigung oder Entwarnung“, sagte Hübler. 53 Angriffe (2015: 74) seien auf Asylunterkünfte erfolgt, darunter waren wie im Vorjahr 19 Brandstiftungen.

Die Opferberatung zählt in ihrer Statistik nach eigenen Angaben nur Gewalttaten, keine rassistischen Diskriminierungen, Beleidigungen oder Mobbingfälle. Die offizielle Statistik der sächsischen Behörden zu rechtsmotivierter Gewalt wird im Frühjahr erwartet. (epd/mig)