Zwei jesidische Kurden festgenommen

Moscheebrand von Bad Salzuflen offenbar aufgeklärt

Sechs Wochen nach einem Brandanschlag auf eine Moschee in Bad Salzuflen ist die Tat offenbar aufgeklärt. Zwei 25- und 28-jährige jesidische Kurden aus Bad Salzuflen wurden vorläufig festgenommen.

Der Brandanschlag auf eine Moschee [1] im nordrhein-westfälischen Bad Salzuflen vor sechs Wochen ist offenbar von zwei jesidischen Kurden verübt worden. Ein 28-jähriger Mann, der als Haupttäter identifiziert wurde, sitzt in Untersuchungshaft, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag in Bielefeld sagte. Sein 25-jähriger Mittäter habe ihn mit seiner Aussage belastet. Wegen seiner Aussage wurde der jüngere Täter gegen eine Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen beide Männer erhob die Staatsanwaltschaft Detmold Anklage wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung. Das Strafmaß dafür liegt zwischen fünf Jahren und lebenslänglich, wie Oberstaatsanwalt Ralf Vetter sagte.

Die beiden Männer waren nach Polizeiangaben in einer Tankstelle in der Nähe der Moschee gefilmt worden. Dort hatten sie den für den Brandanschlag verwendeten Benzinkanister gekauft und befüllt.

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Das Staatschutz-Kommissariat der Bielefelder Polizei geht von religiösen und politischen Motiven aus. Zwischen Jesiden und Muslimen kam es in den vergangenen Monaten mehrfach zu Auseinandersetzungen. Im August gab es in Herford Ausschreitungen zwischen Jesiden und muslimischen Extremisten, nachdem muslimische Salafisten Jesiden überfallen hatten.

In Bad Salzuflen setzten die Täter am 11. Oktober das Eingangstor eines Wohnhauses in Brand, in dem sich eine Moschee befindet. Das Feuer konnte gelöscht worden, bevor es auf das gesamte Gebäude übergriff. Verletzt wurde niemand. (epd/mig)