Die Banalität des Bösen

Nahost-Konflikt, Rassismus und Deutschland

Ich habe lange überlegt, wie ich meine Streitschrift schreibe. Aber dann hab ich mir gesagt ‚warum zensieren’? Warum überlegen, wie was zu formulieren ist für einen deutschen Kontext? Ich habe mich bewusst entschieden, keine sachlichen Argumente zu vertreten.

Jedes Mal, wenn die Gewalt in Nahost eskaliert, verringert sich meine Facebookfreundesliste. Ich lösche einfach die, die sich als „Post-Zionisten“ 1 [1] oder „Vermittler“ verstehen und dann Verständnis bekundend Nachrichten von Zuflucht suchenden Israelis posten: Nachrichten, in denen zu 99 % nie jemand stirbt 2 [2]. Oder die, die immer ausgewogen sein wollen, die andere Seite mit bedenken. 3 [3] Die Asymmetrie der Konfliktführung und des angerichteten Schadens wird mittlerweile sogar im Morgen Magazin auf der ARD von Journalisten wie Jürgen Todenhöfer hervorgehoben, der noch vor Kurzem durch Gazas Tunnel gehen musste, weil das Land „hermetisch abgeriegelt ist“. 4 [4] Als Journalist hebt er die deutsche Medienlandschaft hervor, die schweigt über die palästinensische Seite des Konfliktes und dessen brutale Asymmetrie: Er beschreibt, wie Menschen in Gaza mittlerweile einfach zu Hause bleiben, nachdem das Militär sie auffordert ihre Häuser zu verlassen – sie nehmen es in Kauf bombardiert und getötet zu werden, weil sie eh kaum noch Fluchtmöglichkeit haben. 5 [5] Mittlerweile wurde der Hälfte der knapp zwei Millionen Bewohnern vom israelischen Militär mitgeteilt zu fliehen – wohin weiß niemand so genau. 6 [6]

Anfangs war ich noch so ‚nett’ und habe die versteckten oder offenen „Pro Zionisten“ noch als unterschiedliche „Meinung“ stehen lassen, basierend auf einem Verständnis von Demokratie oder Pluralität – eh alles nur Wörter, deren Prekarität uns anscheinend nicht mehr bewusst ist. Kein Grund jemanden von Facebook zu löschen, dachte ich mir. Mensch muss ja irgendwie damit leben. Aber das ist jetzt vorbei. Ich war tatsächlich mal so naiv und dachte, dass es so was gibt wie Hoffnung, Empathie und ein objektives Verständnis für „unverhältnismäßige Gewaltanwendung“. 7 [7] Israel taumelt gerade orgasmatisch 8 [8] (siehe Facebook Screenshot unten), beim Grillen und mit viel Bier beim Pick-Nick auf den Hügeln vor Gaza, in den Faschismus und wir schauen alle zu. 9 [9] Laut Prof. Goldberg möchte Israel die totale „Unterwerfung der Palästinenser“ 10 [10] – und der Western nickt es ab: „PalästinenserInnen sollen gehorchen oder ausreisen“. 11 [11] Doch bevor über Themen wie Vertreibung, ethnische Säuberung und Unterdrückung der PalästinenserInnen gesprochen werden kann, scheint es so, als müsste erst das Problem des Antisemitismus gelöst werden – jedenfalls hier in Deutschland. Natürlich ein absoluter Catch-22: je mehr Mensch versucht raus zu kommen, desto mehr steckt man drin. Über Palästina und Menschenrechte wurde aber immer noch nicht geredet. Stattdessen sollen die Kolonisierten das Problem der Kolonialisten lösen: Rassismus. 12 [12]

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Israelische Facebook Posts übersetzt ins Englische

Dieses Mal habe ich vier weitere meiner übrig gebliebenen zionistischen israelischen Kontakte oder die, die sich ebenso positionieren, aber aus anderen Ländern kommen, gelöscht. Ich konnte deren Posts oder ihre Kommentare einfach nicht mehr ertragen. Alle anderen verschwanden schon die Jahre davor. Die, die übrig bleiben, sind genauso hilflos wie ich, oftmals gefangen zwischen Ländern, Sprachen und Gefühlen der Ohnmacht. Ethnizität spielt fast keine Rolle mehr, da letztlich alle – ob jüdisch oder nicht – mit verschiedenen Ausformungen der Antisemitismusdefinitionen konfrontiert werden: Antizionistischer Antisemitismus, sekundärer Antisemitismus, muslimischer Antisemitismus, religiöser Antisemitismus, etc. 13 [13] Wenn die westliche Akademie und Medien so weitermachen, und die Kritik schnell mit Antisemitismusvorwürfen ausgehebelt wird, gibt es bestimmt auch bald einen spezifischen „norwegischen“ 14 [14] „chilenischen“ 15 [15], oder „südafrikanischen Antisemitismus“ 16 [16]. Oder vielleicht irgendwann einen „3. Welt Antisemitismus“? Eine Bekannte merkte an: „Die wollen bloß, dass wir aufhören zu demonstrieren.“

Nation und die internationale politische Ökonomie des Rassismus

Es scheint, als wäre der Vorwurf des Antisemitismus vergleichbar mit dem des Kommunismus zu Zeiten des Kalten Krieges – im Westen natürlich. Jedenfalls für alle die, die sich selbst Pro- oder Anti-Deutsche nennen. Der oftmals selbst-proklamierte Unterschied zwischen Rechts und Links macht mittlerweile weniger Unterschied als noch zu Rosa L’s Zeiten im Jahre 1918 17 [17]: Es gibt z.B. Europas Rechte, die Siedler in Israel besuchen. Und alle kämpfen gemeinsam gegen „den radikalen Islam“ wie ein Siedler bemerkt (Min. 0:30-0:40) 18 [18]. Natürlich gibt es auch Rechte, die das Gegenteil einfordern, nämlich den Tod aller Juden – egal wo. Das Interessante ist nur, dass sich vom rechten Internetportal Politically Incorrect-News (PI News) bis hin zur „uneingeschränkten Israelsolidarität“ Bundesdeutscher Regierungen ein vergesellschaftlichter Konsens ergeben hat, der alle Israelkritischen Stimmen unter einer polarisierten Gegenseite subsummiert: Palästinenser, die Israelischen Anarchisten oder die Antifa, sind das Gleiche wie die rechten Neonazis, die alle JüdInnen töten wollen. Oh, und Judith Butler, deren Familie den Nazis entkommen ist, sollten wir nicht auf der Liste der Israelhasser und Antisemiten vergessen! 19 [19] Kontext 20 [20], Geschichte und persönliche Schicksale werden ausgeblendet. Und so zieht sich der National-Charakter der deutschen Israel-Solidarität mittlerweile von den Anti-Deutschen, zur deutschen Linken 21 [21], über Merkel 22 [22] bis hin zu den Rechten von PI-news 23 [23].

Hier geht’s schon lange nicht mehr um „Juden“, „Israel“ oder „Palästina“ oder „Antisemitismus“ 24 [26]. Hier geht es um die Aufrechterhaltung westlicher Dominanz 25 [27], politischer Definitionsmacht und das Austesten neuer Waffen 26 [28] und Gas 27 [29], um eine westlich militärische Vormachtstellung aufrechtzuerhalten, nach innen und nach außen, nachdem Hayeks Neoliberalismus die Grenzen zwischen Ost- und West-Stamina aufgelöst hat 28 [30]. Ich wage zu behaupten, dass das „jüdische Element“ des angeblich „Jüdischen Staates“ in der Kalkulation von westlichen Staaten, die Israel unterstützen, eine relativ kleine Rolle spielt: Mit Waffenlieferungen Deutschlands an Israel und Ägypten 29 [31], kann immerhin die europäische Wirtschaftskrise verschoben werden, und politische Macht hier und dort gesichert werden 30 [32]. Wenn die Mächteverhältnisse sich irgendwann mal ändern – und das wird irgendwann bestimmt passieren, wenn wir uns die Menschheitsgeschichte anschauen war dies die einzige Konstante – wird Israel vom Westen wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen werden. Zwischen Antisemitismus und Philosemitismus ist nur ein schmaler Grad! Aber solange das nicht der Fall ist, und die Welt so ist, wie sie sein soll, kommentiert Thomas von Osten-Sacken in der Jungle World: „Längst ist der sog. Antizionismus in Europa ganz zu sich gekommen und geworden, was er immer war: Antisemitismus, dem es ums Judenmorden geht.“ 31 [33] Sprachlosigkeit …

Bei so viel Projektion kriege selbst ich Angst vor Herrn Osten-Sacken und seiner Selbstgerechtigkeit und den Anderen, die seine Ideologie unterstützen: Vor wenigen Tagen wurde ich morgens auf der Straße in Berlin-Neukölln beleidigt wegen meinem Palituch 32 [34]. Als ich fragte, ob die zwei Männer ein Problem damit hätten, baute sich der weiße Deutsche vor mir auf, sagte „Oh ja, das habe ich!“ und grüßte mich mit dem „Heil Hitler“ Salut – um mir zu zeigen, dass ich die Nazi bin. In Schock konnte ich nichts mehr sagen, außer dass das genau das ist, was er ist: Ein Faschist. Daraufhin lächelte er weiter, während er den Arm immer noch oben hatte. Mit der körperlichen Handlung des HH-Grußes hatte der Mann definitiv kein Problem! Danach verlor ich die Fassung und fragte ob er das von seinem Großvater gelernt hat. Ich betitelte sie als Rassisten und Weiße Suprematisten, die es toll finden, wenn Menschen sterben. Sie folgten mir fast die komplette Straße runter, wütend, beleidigten mich sexistisch. Laut schreiend und ängstlich blieb ich neben einem Kaffee mit Menschen stehen, der Andere – deutsch türkischen Hintergrundes, weswegen er ja kein Rassist sein könne – drohte mir, mir die Nase zu brechen, wenn ich nicht die „Klappe halte!“. In meiner Wut bezeichnete ich ihn vorher als „Weißen Türken“. Seinen Atem in meinem Gesicht spürend sagte ich provozierend: „Tu’s doch! Die Polizei sucht doch nach Türken für den Knast! Du denkst wohl du bist was Besseres?“ Da verließ ihn das Lächeln das erste Mal. Deutsche Linke adé!

Die beängstigende Frage, die sich aufdrängt, nicht nur in Israel sondern auch in Deutschland 33 [35], ist vielmehr: Gibt es eigentlich noch eine (weiße) Linke? 34 [36] Oder gibt es mittlerweile nur noch eine weiße, deutsche Linke, die sich darüber streitet, wer die alleinige Deutungshoheit zu Nahost inne hat (wenn überhaupt)? Oder, noch besser, die, die sagen, dass mensch sich als Deutsche/r zum „Konflikt“ nicht positionieren darf: Bei Letzteren wurde das Schweigen politisiert im Rahmen einer pervertierten Logik der Standpunkttheorie.

Was sagt eigentlich die deutsche Linke zur Verfolgung der jüdischen AntifaschistInnen in Israel zur Zeit? 35 [37] Hier ein Bericht einer Antikriegsdemonstration Israelischer Linker in Tel Aviv:

„Die Polizei war nur feige“, sagte Rotem. „Sie hat uns einer Gruppe von Faschisten überlassen, die uns töten wollten. Das hatten sie uns tatsächlich gesagt.“ Die Demonstranten waren da, um die Menschen in Gaza zu unterstützen und versuchten das Gebiet zu verlassen. Yossi erklärt, was als nächstes passiert. „Wir liefen die Straße hinunter und die Faschisten folgten uns. Wir liefen in ein Café und 20 Faschisten folgten uns in das Café. Sie zerstörten das Café völlig.“ Ein Stuhl wurde angehoben und landete auf Yossis Kopf. Erst als er das Bewusstsein verlor, wurde die Polizei gerufen. Yossi wurde von Freunden ins Krankenhaus evakuiert. 36 [38]

Yossi wurde danach, laut Artikel, nochmals zusammengeschlagen von einem Cafébesucher im selbigen Café, in das er zurückkehrte, um sich für den Schaden, der durch die Fluchtsuchenden Linken verursacht wurde, zu entschuldigen. Eigentlich eine nette Geste zurückzukommen, nur leider half ihm niemand als ein Gast ihn wieder verprügelte, nachdem dieser realisierte, dass Yossi ein „Scheiss Linker“ ist. Auch der Polizist half nicht, der draußen stand. Die Namen der Protestierenden wurden aus Angst vor weiterer Verfolgung geändert.

Selfies für Israel – ästhetische Rhetorik der Macht

Ein israelischer Bekannter von mir postete auf Facebook nach nicht einmal einer Woche Bombardierung des Gazastreifens ein Selfie von sich in Uniform, mit den typisch nostalgisch verschwommenen Rändern, in Brauntönen. Es hätte auch aus einem schlechten 90er Jahre Werbeplakat ausgeschnitten werden können – nur die Uniform hat das Holzfällerhemd ersetzt; sein Blick liebevoll verklärt und lächelnd. Auf Hebräisch stand darüber „Selfie von der Reserveeinheint. Shabbat Shalom an Alle“. Ich schrieb darunter, dass ich mich sehr freue einen „jungen Mann in Militär-Uniform zu sehen, wie sexy das doch aussieht und wie schön es ist, hier Shabbat Shalom zum Shabbes zu wünschen, wo Menschen bombardiert werden.“ Die offensichtliche Ironie wurde sogar von seinen fast 70 Freunden (von ca. 170), die das Photo mochten, verstanden. Daneben postete ich einen kriegskritischen Artikel darüber, dass „Tote keine Selfies von sich machen können“ 37 [39]. Mein Kommentar wurde gelöscht. Danach löschte ich ihn. Gaza wurde weiter bombardiert.

Ich möchte aber den LeserInnen hier nicht die Antwort meines Bekannten vorenthalten. Denn nachdem er meinen Kommentar löschte, schrieb ich in einer privaten Nachricht: „Du hast meinen Kommentar gelöscht! Warum? Und, gehst du kämpfen, ja?“. Antwort:

„Hey, A., Warum sollte es wichtig sein, ob ich kämpfen gehe oder nicht? Du weißt wie sehr ich dich als Mensch und Freundin wertschätze, aber ich weiß auch, wie sehr du diese politischen Gespräche magst und ich habe keine richtige Lust mich darauf mit dir einzulassen. Und ja, ich habe deinen Kommentar gelöscht, weil ich genau das verhindern wollte. E.“ 38 [40]

Er hat wortwörtlich keine Lust auf Konfrontation, Gaza bombardieren ist einfacher. Oder anders, es ist nicht mehr als eine persönliche Meinungsverschiedenheit, alles andere ist nicht so wichtig. Dass ich überhaupt frage, scheint schon unverständlich!

Sein Selfie wird mit seinem Facebook Post eine veröffentlichte Demonstration nationalistischer Ästhetik, in dem er Teil der israelischen Gemeinschaft ist – durchaus wichtig für E., der als jüdisch-äthiopischer Israeli viel Rassismuserfahrung in „seinem Land“ macht. Einige von diesen Erfahrungen durfte ich selbst miterleben. Aber, es geht noch weiter: E. zeigt damit auch seine Macht, die er über andere gewinnt, indem er beweist, dass er Teil dieser mächtigen israelischen Nation ist. Und ich, ich bin nur die Ausländerin mit Familie auf der anderen Seite – die natürlich keine Ahnung hat, was „wirklich passiert!“ Oder die immer alles zu einseitig sieht. Oder, wie eine Freundin von mir neulich von einem Anti-Deutschen hörte, die eine „eindimensionale Weltanschauung voller Feindbilder“ besitzt. Projizieren tun bekanntlich immer die Anderen!

Wichtig ist aber auch, dass die Verweigerung einer Antwort auch die Verweigerung einer Diskussion ist. Aber immerhin kann die Verweigerung des Gespräches mit mir wieder auf-ge-hoben werden durch seinen Appell an die Ratio der Anerkennungslogik zweier Individuen: „Aber ich mag dich doch als Mensch!“ Durch die Logik der „freundschaftlichen Anerkennung“ soll ich also in eine strukturelle Komplizenschaft mit reingezogen werden? Entweder Freundschaft und Komplizenschaft, oder keine Freundschaft und Feindschaft. Ganz einfach: im Neoliberalismus gibt es nur noch Persönliches und systemkritische Kollektive stehen unter Generalverdacht. Genau deswegen sind wir auch nicht mehr befreundet – weil ich schon bei dem Gedanken an die Logik Bauchschmerzen bekomme:

Sollte ich diese individuelle Anerkennungslogik nicht bejahen, dann schiebt er mir den „weißen Peter“ in die Schuhe, weil ich die Böse bin, die es nicht schafft, mit ihm befreundet zu bleiben (wie eine andere auch ehemalige Freundin vor einigen Tagen kommentierte!): Fakt ist doch tatsächlich, er könnte wirklich mit mir befreundet bleiben – aus seiner Position der Macht, die nicht so bald abebben wird, ist das auch durchaus verständlich. Ich würde einfach „toleriert“ werden, als die Freundin, die ein bisschen „überempfindlich“ oder „zu politisch“ ist. Zum Schluss geht es nicht mehr um sein (faschistoides) Selfie, sondern um meine Demokratieunfähigkeit. 39 [41]

Ich bin tatsächlich mittlerweile nur noch hilflos und vor allem ratlos. Die Berichte aus der Westbank und Gaza sind anders als sonst. 40 [42] Ich verfolge die Nachrichten auch anders. Meine Hilflosigkeit gleicht der, als ich mal „wiederkam“ nach Palästina und die Mauer plötzlich den Checkpoint nach Ramallah in aller Pracht schmückte. Ich stieg aus dem Bus, lief durch den Matsch unter mir, und starrte sie an, mit Tränen in den Augen. Aber das schlimmste war diese Ohnmacht in meinem Herzen. Es fühlt sich an wie betäubt sein. Ohnmacht, dass niemand dieses Ungetüm stoppen wird und Palästinenser, aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit, ihre eigene Mauer bauten von Israelis mit Waffen bewacht; oder einige wenige Geschäftsmänner und Politiker, die sogar selbst am Mauerbau profitierten 41 [43]. Im Gilo-Checkpoint lief ich durch eine Gitterschleusenkorridor mit Soldaten über mir, die die Waffen nach unten auf uns richteten beim Patrouillieren.

Zum ersten Mal habe ich Angst und ein Gefühl, die anders sind als zuvor: Siedler und Armee machen Jagd auf Menschen 42 [44]; PalästinenserInnen werden auf offener Straße mit Autos überfahren 43 [45]; PolitikerInnen rufen zu Genozid auf; der Bruder einer Freundin in Jerusalem wäre beinahe gekidnappt worden von jüdischen Radikalen 44 [46], aber konnte noch entkommen; in Ramallah werden patrouillierende Siedler mit Waffen in der Nähe palästinensischer Häuser gesehen; alle haben Angst, es wird gejagt 45 [47]. Währenddessen verhindert die Palästinensische Autonomiebehörde Proteste ihrer eigenen Leute in der Westbank 46 [48]; und andere arabische Führer schweigen zum ersten Mal in der Geschichte, wenn es darum geht, Israel’s Politik zu kritisieren – sie wurden alle schon „gekauft“ 47 [49]. Obgleich all dies schon immer existierte, überrollt es jetzt die Region in einer Welle der Gewalt. Ein Großteil der israelischen Gesellschaft ruft nach Pogromen – all der angestaute und unterdrückte Rassismus entlädt sich jetzt in einer Art kollektiver Selbstjustiz, die nicht mehr nur das Militär oder radikale Siedler ausüben 48 [50]. Hamas Friedensangebot wird mal wieder nicht gehört bzw. berichtet. 49 [51] So viel Hass sät genauso viel Gegenhass – darüber sollten sich alle Menschen, die diesem Konflikt folgen, bewusst sein. Palästinensischer Widerstand gegen israelische Unterdrückung wird nicht aufhören, nur weil Gaza mittlerweile alle zwei Jahre bombardiert wird. Ursache und Wirkung, sollten nicht vergessen werden – werden aber oftmals in Deutschland ausgeblendet. Wir müssen heute für den Moment aufstehen in dem Palästina dekolonisiert und befriedet werden kann – aber Europas PolitikerInnen tun genau das Gegenteil.

Solidarität // Komplizenschaft

Es gab neulich mehrere Demonstrationen in Berlin. Ein paar weiße Deutsche, die sich seit Jahren mit Palästina beschäftigen. Hinzukommen die antizionistischen Israelis und JüdInnen, die irgendwie verloren und solidarisch Anschluss finden, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. Eine türkische Flagge. In anderen Demos wurden alle National-Flaggen sowie Flaggen von Nicht-Staatlichen Akteuren verboten. Sonst gab es noch ein paar Individuen, die sich entschlossen hatten, mit einer wütenden Generation junger palästinensischer Männer und Frauen aus dem Ghetto Neukölln mitzuziehen. Die ältere Generation blieb die letzten Demos schon zu Hause, vielleicht waren sie einfach zu müde. Jedenfalls da, wo ich war.

Wir sind so zerstreut, unorganisiert und unsolidarisch miteinander, dass wenn Krieg herrscht, plötzlich wieder auffällt, wie fragmentiert und unterschiedlich wir alle sind – PalästinenserInnen, KurdInnen, MigrantInnen, PoC, Schwarze, Queers 50 [52] und die deutsche Linke sowieso. Die einzigen, die immer sehr genau wissen, wie sie sich verhalten müssen, sind die, die die Kriegssirenen unterstützen, die anti-Deutsche „Linke“ und ihr rechtes Blatt Bahamas und die, die nebenbei „Tod allen Arabern“-Selfies aus Tel Aviv posten während PalästinserInnen durch die Straßen gejagt werden in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv 51 [53]. Einigkeit ist tatsächlich die Macht der militärisch Stärkeren geworden: Laut der Europäischen Regierungen aber auch laut der Pressesprecherin der US-Regierung hat Israel das Recht zur Selbstverteidigung, ob das für Gaza oder PalästinenserInnen auch gelte, bleibt unbeantwortet 52 [54]. Und eine UN-Investigation über Kriegsverbrechen im Gazastreifen verurteilt die US-Regierung natürlich auch. 53 [55]

Die, die sonst mobilisieren für Flüchtlinge 54 [56], gegen Rassismus oder gegen Kolonialismus in Kreuzberg oder am Alex, sind meist nicht da, wenn es um Palästina geht. Die meist eher bodenlose Verlassenheit 55 [57] durch die deutsche weiße Linke wurde ja schon erwähnt. Bei Palästina scheiden sich aber generell die Geister in Deutschland: Plötzlich wird alles ein „persönlicher Standpunkt“ oder zu „kompliziert“, Menschen sind vorsichtig in dem was sie denken und sagen – die deutsche Befindlichkeit kennt keine ethnische oder sexuelle Identität. Aber wer will auch schon als Antisemit beschimpft werden? Wie also von Solidarität reden, wenn die schon längst „strafbar“ geworden ist: Letztlich verläuft der Kampf wohl doch zwischen oben und unten: Alle die, die noch was werden wollen – besonders die mit „Migrationsvordergrund“ – sind lieber still: Loyalität und Zugehörigkeit werden in Deutschland u.a. über eine zionistische Solidarität mit Israel und somit auch dessen Politik, verhandelt. Die, die für Demonstrationen oder öffentliche Statements übrig bleiben, sind die gleichen, deren Zukunft in Europa mit Arbeitslosigkeit, sozialer Vernachlässigung und Rassismus gekennzeichnet sind – oder sie sind in der Minderheit, verlassen von ihrer „Klasse“.

Die Effekte struktureller Gewalt in Gaza haben ein anderes Ausmaß, aber sind letztlich die Basis der gleichen Botschaft – von Paris über Detroit 56 [58] bis nach Gaza:

„Verkündet (Israel), dass je mehr sie uns töten und zerstören, desto stärker werden wir. Wir haben nichts mehr zu verlieren. Jetzt würde ich lieber mit meiner Familie unter den Trümmern des Hauses sterben, als einen demütigenden Waffenstillstand zu ertragen. Kein Frieden ohne Gerechtigkeit.“ 57 [59]

In Frankreich aber, dem Land der „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, wurde der französische Philosoph Voltaire mit der Guillotine in der Zwischenzeit nachträglich geköpft 58 [60]: Ob beim Verbot des Schleiers oder Halalfleisch, jetzt darf Mensch auch nicht mehr demonstrieren für Palästina 59 [61]. Wenn doch, gibt es entweder ein Jahr Gefängnis oder 15,000 Euro Strafe und wenn sich jemand auch noch vermummt, gleich 3 Jahre oder 45,000 Euro Strafe. Auch in Europa gilt: Entweder total Unterwerfung, oder Knast 60 [62]. Aber mal ehrlich, die Kids wohnen teilweise in Banlieus, wo es noch nicht mal ne Post gibt – dafür aber eine Polizeiwache. Und genau deswegen hat man sich auch nicht an das Verbot gehalten, sondern erst recht demonstriert und zwar aggressiv. Mit Gewaltanwendung, so die Hoffnung, wird Mensch endlich ernst genommen: Zur Anerkennung ist es trotzdem noch ein langer Weg. Für die Zukunft war das sicherlich die schlechtere Entscheidung Frankreichs: Im Gegenteil, Wut und Aggressionen werden mehr werden. Und die staatlichen Antworten dafür umso härter. In den 60ern und 70ern gab es noch eine internationale Friedensbewegung während 19 Jahre Vietnamkrieg; oder Pan-Arabismus; oder den Dritten Weg. Heute gibt es nur noch wütende Menschen in Ghettos die marschieren für ihre Familien, die bombardiert werden außerhalb Europas im Namen von „Sicherheitsmaßnahmen“ 61 [63].

Vor ein paar Tagen gab es eine öffentliche Veranstaltung in einem Café in Neukölln mit dem Ziel fünf verschiedene ReporterInnen aus Jerusalem und Gaza via Skype zu uns über die Lage vor Ort sprechen zu lassen. Noch bevor die Veranstaltung anfing stellten wir fest, dass wir von Zivilpolizisten mit Kameras beschattet werden. Auf unsere Nachfrage, erklärten sie uns freundlich, dass sie von der Veranstaltung über Facebook erfuhren und dachten, wir würden eine unangemeldete Demonstration machen wollen – wie sie das in das Facebookstatement hineinprojizieren konnten, bleibt offen. Nachdem wir darauf hinwiesen, dass das eine Provokation ist, wurden wir informiert, dass sie sich jetzt zurückziehen werden, aber trotzdem immer Mal wieder den Abend über vorbeifahren werden, damit sie sicher gehen können, dass auch alles ok ist. Mit „Bitte nehmen Sie es uns nicht übel!“ verabschiedete sich der Beamte in Zivil.

Ich habe das Gefühl, dass im Internet ein anderer Konflikt berichtet wird als im Großteil des öffentlich-rechtlichen Fernsehen, der Bild Zeitung und anderen etablierten Medien. Das WWW ist der letzte Ort, wo wir demokratisch sein dürfen. Gäbe es da nicht die NSA, oder die Polizei, die denkt wir wollen gegen Gesetze verstoßen. Bald bleibt nur noch der Untergrund. 62 [64]

Lieber LeserInnen: Woher wissen wir eigentlich wann Faschismus anfängt, wenn wir die Frage nicht Historikern stellen? 63 [65]

Ist es einfach schon zu normal geworden, frage ich mich manchmal? 64 [66] Ist das der Grund für die fehlende Solidarität? Aber dann frage ich mich, sind Palästinenser denn keine Flüchtlinge? Was ist, wenn Mensch gar nicht flüchten kann, sondern eher wie ein Versuchskaninchen im Labor von einer Ecke in die nächste getrieben wird, während die neuesten Waffen an einem ausprobiert werden? 65 [67] Manchmal weiß selbst ich nicht mehr, die den Konflikt lange genug durch Aktivismus, Familie, Gespräche, Freundschaften und Bücher versucht hat zu rekonstruieren, wie wir so weit gekommen sind, dass anti-Rassismus nicht auf die Besatzung von Palästina anzuwenden ist. Es gibt kaum einen Konflikt, der Deutschland so teilt, der so massiv ins Auge fällt, aber wo das eigentliche Problem, nämlich Kolonialismus und ethnische Säuberungen, trotzdem weiterhin ausgeblendet wird. Und das obwohl selbst zionistische Israelische Historiker eine koloniale Vertreibungspolitik der Staatsgründung nicht mehr leugnen. 66 [68]

Palästinenser müssen gestoppt werden

Stellen Sie sich mal vor:

Palästinensische Siedlerkinder laufen in den von ihren Eltern abgeriegelten und überwachten jüdisch-israelisch besetztem Gebiet durch die Gegend 67 [69]. Ein paar autonome und radikale jüdische Freiheitskämpfer kidnappen die Kinder und töten sie. Vielleicht denken sie sich nichts dabei, der Hass auf ihre Unterdrücker existiert schon sechs Dekaden. 68 [70] Vielleicht weil ihre Unterdrücker, die Palästinenser vorher schon festgelegt haben, dass Steinewerfen das Hauptmittel des palästinensischen Widerstandes, auf eine Person oder ein Objekt nach Sektion 212, ihres Militärgesetzes 1651, mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft werden kann, wenn das Kind 14 oder 15 Jahre alt ist 69 [71]. Und vielleicht auch weil schon ca. 8.000 jüdische Kinder in Gefangenschaft waren 70 [72] – und über 1,500 starben seit 2000 71 [73]. Dagegen verloren die Palästinenser etwas über 100 Kinder. Circa zwei Wochen später gibt es dann Krieg an einem anderen Ort. Vorher passiert aber noch das: über 2.100 Häuser und Wohnungen von jüdischen Israelis werden durchsucht vom palästinensischen Militär, 8 Israelis sterben, über 100 Israelis kommen in Untersuchungshaft ohne Zeitlimit, und knapp 600 kommen „regulär“ ins Gefängnis 72 [74]. Danach widmen sich die Palästinenser dann dem Gazastreifen für eine reguläre Kriegsführung von „oben“: Ca 1.000 tote Israelische Zivilisten (davon mehr als 200 Kinder) 73 [75], ca. 2.000 Familien verlieren ihr Obdach, über 2.000 Menschen sind verletzt, ca. 48.000 Menschen suchen in UN Gebäuden Schutz; Strom und Wasser sind Mangelware. 74 [76] Die Zahlen steigen jeden Tag und ich traue mich gar nicht mehr nach up-dates zu suchen. Der Gazastreifen, etwas kleiner als Bremen aber mit 1,9 Millionen Einwohnern der am dichtesten besiedeltste Fleckt auf dieser Welt, wurde schon seit 2006 von den Palästinensern durch ein Embargo abgeschnitten: Geld, Strom, Wasser, Essen – alles wird von Palästina kontrolliert. Tiere für den Zoo wurden auch über Tunnel eingeschmuggelt. 1994 wurde angefangen, ein Zaun drum herum zu bauen. Die heutige Grenzabriegelung teilen sich Ägyptens und Palästinas Regierungen solidarisch auf: „Hermetisch abgeriegelt“ wie Journalist Todenhöfer anmerkte. „Ärzte Ohne Grenzen“ (MFS) vor Ort bezeichnen ihre derzeitige Arbeit im jüdischen Gaza als den Versuch „Gefangene zwischen ihren Foltersessions im Gefängnis zusammenzuflicken“ – ähnlich wie in den Foltergefängnissen in Libyen, aus denen sich MSF aus Boykott zurückgezogen hat. 75 [77]

Free Tibet! – But not Palestine.

Ich traf einmal einen Israeli in Nordindien mit einem „Free Tibet“ T-Shirt. Ich ging rüber, lächelte und fragte höflich: „Sag mal, hast du nicht das gleiche Problem bei dir zu Hause? 76 [78] Wie kannst du denn da für Tibet sein?“ Antwort: „Der Unterschied ist, dass Tibetaner friedliche Menschen sind. Nicht wie Araber, die sind aggressiv und Terroristen.“ Wenig später sagte er noch, dass sie alle „ausgerottet werden sollten! Eine Atombombe auf die Westbank und Gaza“. Das war 2007, liebe Leserinnen und Leser.

Der Höhepunkt neoliberaler Logiken allerdings sind Aussagen wie „dass es ja nun mal wirklich ein bedauernswerter Konflikt ist“, zum Beispiel. Da ist mir der „Free Tibet“ Israeli tatsächlich lieber; da weiß ich wenigstens woran ich bin! „Bedauernswert“ – wie oft ich das gehört habe! Das ist das Vokabular derer, die es eigentlich schon akzeptiert haben, dass es eine Seite gibt, die es auf sich nimmt, der Bedeutung des Wortes „Kollateralschaden“ mit toten Menschen eine Verkörperung zu geben: zu Prime Time Zeiten im privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehen – allerdings diesmal ohne viel Anteilnahme. Das Bedauern wurde normalisiert.

Während einem Verhör an der Israelischen Grenze zu Jordanien, sagte mir mein Verhörer grinsend, dass er die Möglichkeit hätte, meinen Laptop zu konfiszieren und mich zurück nach Jordanien zu schicken, zu meiner Familie, so dass ich meine Masterarbeit vergessen könnte (und somit auch meinen Studienabschluss!). Das alles weil ich mich weigerte, meine persönliche eMail und die meiner Mitbewohnerin in Ramallah herauszugeben. Ich antwortete: „Das stimmt, das können Sie tun. Machen Sie’s doch einfach! Wir wissen doch beide sehr wohl, wer hier mehr Macht hat. Aber was ich gerade interessant finde, ist dass Sie das anscheinend genießen, oder warum lächeln Sie so!? Haben Sie mal Hannah Arendts ‚Banalität des Bösen’ gelesen?“ David, so hat er sich genannt, ohne so zu heißen, verlor sein Lächeln. Er hatte Philosophie an der Hebräischen Universität in Jerusalem studiert. Das Verhör dauerte acht Stunden und ich musste in einer kurzen Pause selbst um ein Glas Wasser (bei 35 Grad) bitten. Letzteres ist nichts Ungewöhnliches an der israelischen Grenze – wenigstens wurde ich reingelassen und meinen PC durfte ich auch behalten nachdem ich mich für sie ausziehen durfte.

Neulich fragte das Netzwerk der „Neuen Deutschen Medienmachen“ auf Facebook in einem ähnlich diplomatischen Ton: „Brauchen wir auch in Deutschland einen offeneren Umgang bei der Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt und mehr Ausgewogenheit? Gibt es bei deutschen JournalistInnen Israel gegenüber bei diesem Thema die Schere im Kopf?“ Es gab zwei Kommentare. Der Erste beinhaltete: „???“ Der Zweite fragte zurück: „??? Das ist eine rhetorische Frage, oder??“ 77 [79] Aber, hey, wenigstens hat mal jemand gefragt!

Ob es Liberalismus ist, Neoliberalismus, Rassismus oder einfach nur Kolonialismus ist eigentlich mittlerweile egal und nur noch ein Streit unter prekär bezahlten Akademikern ohne feste Stellen, weil sie entweder den falschen Background, die falsche Meinung, oder schlimmsten Fall sogar beides haben 78 [80]: Fakt ist, wir sind an dem Punkt angekommen, wo ein unmenschlicher Akt 79 [81] als menschlich verkauft werden kann 80 [82]. Und nicht nur dort: Irak ist mittlerweile schon fast vergessen – ein Land das sich die nächsten 100 Jahre wahrscheinlich nicht erholen wird von den letzten 100 Jahren Krieg, Folter und Massenverhaftungen 81 [83]; Selbst dann nicht, wenn übermorgen, mit Feenzauberei, Frieden einkehren würde. Warum redet eigentlich kaum jemand darüber? Syrien – 1.700 Tote letzte Woche allein. Afghanistan? Ist es bloß ein Weltkrieg, wenn Europa in Trümmern liegt?

Und wenn wir schon dabei sind: Es werden wahrscheinlich nur ein paar Wenige, die diesen Artikel lesen, denken „sie hat recht und ist berechtigt wütend!“ Sie werden mitleidig den Artikel lesen, sich freuen, dass „endlich mal jemand die Sachen ausspricht“! Und danach wird das Leben weitergehen, das Leben des politischen Kalküls wo sich nur ein paar Naiven, denen dann irgendeine Persönlichkeitsstörung nachgesagt wird, nach draußen wagen und das schreiben, was ich hier gerade schreibe. Oder ein paar wenige Gutmenschen, die sich auch noch bedanken, dass Mensch ihnen den Konflikt „erklärt“ hat, weil sie selbst sich nie „so sehr dafür interessiert haben“. Das ist fast schon ironisch, muss ich sagen – die Anti-Deutschen, so sehr ich sie auch verabscheue politisch – sind doch die einzigen, die sich ihrer Verantwortung als Deutsche tatsächlich bewusst sind. Nur dass sie selbst dabei leider total nationalistisch-deutsch geblieben sind. So wie der Rest der Gesellschaft – und da schließt sich auch schon fast der Kreis.

Selbstzensierung ade!

Ich habe lange überlegt, wie ich meine Streitschrift, die sich gar nicht mehr streiten möchte, hier schreibe. Aber dann hab ich mir gesagt ‚warum zensieren’? Warum überlegen, wie was zu formulieren ist für einen deutschen Kontext, wenn Israelis zu Massenvernichtungen 82 [84] aufrufen und das hier noch nicht mal richtig thematisiert wird in Deutschland (der Artikel in der Fußnote ist von 2013!). Oder Frankreich, wo pro-Palästina Demonstrationen jetzt kriminell und strafbar sind! 83 [85] Die Israelische Antifa ist mittlerweile auch schon hilflos 84 [86]. Ich möchte wiederholen: die israelische Antifa ist hilf- und ratlos! 85 [87] Vor lauter Hilflosigkeit – oder mit viel Kalkül und Hilflosigkeit – hat die israelische Gruppe „Juden Gegen Genozid“ einen Haufen voller Kinderpuppen vor Yad ve-Shem in Brand in gesetzt um Kritik Israels Taten auszudrücken. 86 [88] Und was Palästinenser sagen ist eh nur halb so wichtig und vor allem: nur halb so richtig 87 [89]. Der amerikanische Satiriker John Stewart attestiert der westlichen Faktenverdreherei „The world has gone mad!“ und fragt „wo sollen die Palästinenser in Gaza denn hin entkommen? Ins Meer?“ 88 [90] Dies sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Westen schaut zu! 89 [91] Der schwedische Artz Gilbert lädt Obama ein, einen Tag in einem Krankenhaus – als Putzpersonal – zu arbeiten:

„Die israelischen Straflosigkeit ist eine riesiges medizinische Problem“, sagt Gilbert. „Jeder einzelne der toten Kinder und Erwachsenen, alle Verletzungen, alle Amputationen, sind hundert Prozent vermeidbar. Dies ist eine von Menschen gemachte Katastrophe. Zynisch geplant und brutal von der Regierung von Israel ausgeführt.“ 90 [92]

Ich lade Frau Merkel ein, eine Nacht in Gaza zu überleben – vielleicht schaffen es die überarbeiteten Ärzte, sie aus dem eingestürzten Haus, in dem sie gefangen ist, hervorzuholen, bevor es zu spät ist. Vielleicht auch nicht 91 [93]. Und eigentlich fing ich ja auch an mit dem Thema Hoffnungslosigkeit. Also zurück zum Thema: Wenn Mensch hilflos wird, gibt es immerhin auch die Möglichkeit, mal wahre Meinungs-Pluralität einzufordern. Manche Menschen nennen das auch Demokratie, aber die geht gerade den Bach runter, weil unsere Herzen nur „bestimmte Menschen“ als lebens- und bedauernswert empfinden, wie Judith Butler schrieb. In Zeiten wie diesen, nehme ich mir das Recht, polemisch meine Meinung zu sagen, neben all den anderen, die sonst immer vorne mit dabei sind: Ich rufe nicht auf zum Genozid wie auf den Selfies von Teenagern 92 [94] oder Politikern 93 [95] aus Israel 94 [96], sondern dazu ihn zu stoppen 95 [97] – auch wenn’s wahrscheinlich wenig bringen wird. Denn Israel hat einfach das absolute „Recht zur Selbstverteidigung“ laut Frau Merkel und Gregor Gysi, auch wenn da irgendwas anscheinend falsch verstanden wurde im Bezug auf Menschenrechte 96 [98]: 2008/9, 2012, 2014 97 [99] – und davor und danach. Aber irgendwann wird jedes Empire fallen, wie auch Rolf Verleger attestiert, der Israel heute, polemisch gesprochen, mit dem progromerfüllten Zarenreich vergleicht 98 [100].

Euer Schweigen wird euch nicht schützen

Ich schreibe diese Zeilen, weil ich sie gerne mal gelesen hätte – auf Deutsch: Einen wütenden Artikel über und aus Deutschland! Auf Facebook und Twitter 99 [101] ist die internationale Sprache Englisch und so wird in Zeiten des Konfliktes auch oft gepostet – die besten Artikel und tollsten politischen Übersichten 100 [102] und Abrisse 101 [103] und Chronologien 102 [104]. Sie sind herzlichst eingeladen alle Fußnoten hier nachzulesen! Auf Deutsch gibt’s mehrheitlich eins: Schweigen und das in allen möglichen Dialekten, die diese Sprache zu bieten hat. Oder Faktenverdrehung, wie oben schon erwähnt von Stewart. Das liest sich dann so: „Nahost-Konflikt. Waffenruhe in Israel hält nur Stunden – Die am Morgen von Israel ausgerufene Waffenruhe ist nach dem andauernden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen schnell wieder vorbei. Die internationalen Friedensbemühungen sind vorerst gescheitert.“ 103 [105] Wissen Sie noch wie Nixon jedes Mal versprach, aus Vietnam die Truppen abzuziehen und nach jeder Wahl den Krieg intensivierte? Dies ist Vietnam 2.0: Das israelische Agent Orange hat bis jetzt noch keinen Namen; die Waffen, die Krebs erzeugen dafür schon: DIMES 104 [106]. Der Westen übt für weitere Konflikte und die Waffen werden verkauft an die Staaten, deren Flüchtlinge hinterher in der Ohlauer Straße in Berlin Kreuzberg Zuflucht suchen. Good Morning, Vietnam = Good Morning, Berlin!

Dieser Artikel ist absichtlich voll mit Fußnoten, damit die, die mir nicht glauben (wollen!), selbst nachlesen können. Ich habe mich bewusst entschieden, keine sachlichen Argumentationen des „Pro und Contra“ mehr zu vertreten: In Zeiten neoliberaler Politik, wo alles nur noch um Individualismus und Privates geht, können wir nur noch persönliche Geschichten der machtlosen hören. Außerdem, wurde alles schon mal gesagt – oder es ist frei zugänglich im ach-so-offenen Internet. Aber wie Alana Lentin provokant zusammenfasste in einer Vorlesung in Berlin im Juni 2014: „Sechs Millionen tote JüdInnen haben das Thema Rassismus für Europäer beendet.“ Viel Spaß beim Zählen der Toten! 105 [107]

  1. Odet Schechter, Ha’aretz, 31. Mai 2007, „Political theory / Post-Zionists and other perverts [108]
  2. Kurzvideo einer Hamasrackete, die niemanden trifft [109]
  3. Uwe Kalbe, Neues Deutschland, 23. Juli 2014, „Ausgewogen sollt ihr sein [110]
  4. moma, Das Erste am Morgen, ARD, 18.07.14, 04:21 Min., Verfügbar bis 26.07.14, Interview mit Jürgen [111]Todenhöfer
  5. Todenhöfer: „… Ich musste durch einen Tunnel gehen, weil das Land hermetisch abgeriegelt ist durch Mauern, durch Schiffe auf der Seeseite, und zur Luft hin überwachen Drohnen das Gebiet. Das ist ein Käfig (…) und die Menschen können nirgendwo hin fliehen.“ Danach spricht er von den vier Kindern, die am Strand ermordet wurden durch das israelische Militär und das Behindertenheim, das bombardiert und zerstört wurde. Er erläutert weiter: Das „ist eines der gequältesten Länder auf der Welt“ (…) und „man sollte darüber nachdenken, ob die Sanktionen, die Israel (…) Gaza auferlegt, nicht auch Israel auferlegt werden sollten, solange die Blockade aufrechterhalten bleibt.“ [112]
  6. „The Israeli military urged Palestinians to flee a growing area of Gaza ahead of further military action in the Mediterranean enclave. Residents say about half of the territory’s 1.8 million population have been told to move.“ Reuters [113], Nidal al-Mughrabi and Jeffrey Heller, 20. Juli 2014, „At least 20 dead in Israeli attack on Gaza district: medical officials [114]
  7. Prof. David Theo Goldberg, „In Our Collective Name“, 15. Juli 2014, Truthout [115], Op-Ed
  8. Der israelische Akademiker Dr. Mordechai Kedar ruft zur Vergewaltigung Palästinensischer Frauen auf und auf Facebook ziehen sich Israelinnen aus um die Armee zu unterstützen. Siehe: Connie Hackbart, Alternative Information Center (AIC) Jerusalem, „Israeli academic: raping Palestinian women would deter attacks [116]“, 21. Juli 2014 oder [117]; bezüglich Facebook Nacktfotos: Rut Perel-Baharir, Haaretz, 25. Juli 2014, „Mixed reactions to Israelis‘ erotic moral-boosting Facebook effort [118]
  9. Hans Berger, Der Hintergrund, „Es darf geschossen werden, Israel bombardiert Gaza: Bild, Welt und taz sind schon auf Kriegskurs [119]“, ein Kommentar, 16. Juli 2014
  10. Der Politikwissenschaftler Michael Lüders [120] bennent den Fakt, dass die westlichen Staaten es anscheinend akzeptieren, dass Gaza ein „riesen Freiluftgefängnis“ ist. Er hebt auch hervor, dass die Geschichte zurückgeht auf Israels Angst eine palästinensische Einheitsregierung tolerieren zu müssen, sowie Friedensbestrebungen, die von Israel immer wieder boykottiert werden. ZIB2, 18. Juli 2014, 22:10
  11. Das Video zeigt Israelis die sich beim BBQ auf den Hügeln um Gaza das „Feuerwerk“ anschauen und sich Biertrinkend freuen. Die Reporterin wurde von der Gruppe bedroht, sollte sie etwas Falsches sagen. Video: „Israeli Crowd Cheers As Missile Hits Gaza [121]“, Live on CNN, 17. Juli 2014. Die Reporterin wurde von CNN zurückgezogen [122], nachdem sie die sie bedrohenden Israelis, die Freudensrufe ausstießen als die Bomben auf Gaza einschlugen, als „Dreck“ bezeichnet. Der Amerikanische Nachrichten Sender NBC zog Reporter Ayman Mohyeldin zurück [123], langjähriger Reporter aus und für Gaza, der bei der Ermordung von vier Palästinensischen Kindern, mit denen er gerade noch Fußball spielte und die am Strand Gazas von Kampffliegern gejagt und alle getötet wurden. Mehr zum Inhalt der vier gejagten und getöteten Kinder in der: Washington Post, Adam Tayler, 16. Juli 2014, „What happened when Palestinian children were killed in front of a hotel full of journalists [124]“. Oder: Tyler Hicks, New York Times, 16. Juli 2014, „Through Lens, 4 Boys Dead by Gaza Shore [125]“. Hier ist ein durchaus plastisches Video der getöteten und zerrissenen Kinder, was sich nur angeschaut werden sollte, wenn man die Nerven dazu hat [126].
  12. Rolf Verleger in seinem neuesten Kommentar zu Anti-Israelischen Protesten: Rolf Verleger, Deutschlandfunk, 22. Juli 2014, „Wer hat uns das eingebrockt [127]
  13. Bundeszentrale für Politische Bildung, Ideologische Erscheinungsformen des Antisemitismus [128]; oder auch: Susann Witt-Stahl, Hintergrund, 27. Januar 2012, „Auschwitz als machtpolitisches Kalkül – Ein Kommentar zum Antisemitismusbericht des Deutschen Bundestages [129]
  14. memo, Middle East Monitor, 20. Juli 2014, „Norwegian MP calls for boycott of Israel over its Gaza offensive [130]
  15. World Bulletin, „Chile to suspend trade talks with Israel over Gaza bombing [131]“, 17. Juli 2014
  16. ANC: Statement by Office of the ANC Chief Whip, on the situation in Gaza [132], 18. Juli 2014
  17. Die Anti-deutsche Linke, die ihre extreme Idiotie in der Bahamas gefunden hat, ruft mittlerweile für eine noch rechtstaatlichere Prozessunterstützung für Beate Zschäpe auf und vergleicht Zschäpe, die Mitorganisatorin der NSU mit den RAF Häftlingen in Stuttgart Stammheim. Angeblich könne mensch Zschäpe ja nicht wirklich nachweisen, dass sie Teil der NSU war. Zschäpe, laut Bahamas, wird angeblich auch vom faschistoiden deutschen Rechtssystem überrollt; der Artikel heißt dementsprechend: „Wir bekämpfen Faschist*innen – Warum Beate Zschäpe ein fairer Prozess verweigert werden soll [133]“!
  18. Claus Pándi, Dokumentarfim, dtsch., online: „Teil 1: 100 Stunden – Pándi begleitet Strache durch Israel [134]“ (12/2010) Weitere Informationen der deutschen Antifa unter: Regina Wamper, „Jenseits des Antisemitismus? Europäische Rechte auf Israel-Tour [135]
  19. Judith Butler, Frankfurter Rundschau, „Fangen wir an, miteinander zu sprechen. [136]“, 31. August 2012
  20. Dell Cameron, The Daily Dot, 25. Juli 2014, „Israeli police official refutes claim that Hamas kidnapped Isareli teens [137]
  21. Historischer Überblick über die Debatte der deutschen Linken zum Thema Israel: Debatte der Linken über Israel: „Die Antideutschen und die Debatte der Linken über Israel [138]“, Patrick Hagen. Patrick Hagen nochmals zum Vergleich von Antisemitismus und Antizionismus [139]
  22. Ali Fathollah-Nejad, MR Zine, 30. Januar 2009, „More Zionist than Israel? German Policy and Media on Gaza [140]
  23. Politically Incorrect (PI News) – Israel Rubrik: „Wir stehen zu Israel“, 18.07.2014 [141]
  24. Die letzte Überlebende des Warschauer Ghetto Aufstandes, Chavka Fulman-Raban, richtet sich in einer Rede an die nächste Generation junger Israelis und ruft dazu auf gegen die Besatzung durch Israel zu rebellieren [142]. Darüber hinaus hält die englisch-sprachige Jüdische Stimme für Frieden [143] ein up-date an ihren Demonstrationen gegen Israels Aggressionen.
  25. Vermögen weltweit. Globale Ungleichheit in Zahlen [144]“, 19. Januar 2014
  26. Siehe die Links zu Yotam Feldman oder auch: Letters, The Guardian, 18. Juli 2014, „The arms trade and Israel’s attack on Gaza [145]“; Aber auch Deutschland liefert im Rahmen der Solidarität Waffen und weiß, laut Handelsblatt, über die Ausstattung von Atombooten seitens Israelis, mit Atomsprengköpfen seit den 60er Jahren bescheid: Handelsblatt, 3. Juni 2012, „Israel stattet deutsche U-Boote mit Atomraketen aus [146]
  27. memo, Middle East monitor, 18. Juli 2014, „Medical sources: Israel using unfamiliar toxic gas against Palestinians in Gaza [147]“. Aber nicht nur Gas als Waffe wird ausgetestet, sondern auch Gas als Rohstoff spielt eine Rolle laut: Nafeez Ahmed, The Guardian, 9. Juli 2014, „IDF’s Gaza assault is to control Palestinian gas, avert Israeli energy crisis [148]
  28. Dr. Hatem Bazian, „Gaza: A Symbol of Global Dispossession [149]“, Turkey Agenda, 18. Juli 2014
  29. Kolumbien wurde auch unterstützt. Siehe: Sabine Lösing, MdEP, Die Linke [150], 16.07.2014. Siehe auch FAZ [151], 20. Juli 2014; Handelsblatt, 29. November 2012, „Deutschland beliefert Israel massiv mit Waffen [152]
  30. Nafeez M. Ahmed, Le Monde Diplomatique, „Israel’s War for Gaza’s Gas [153]
  31. Thomas von der Osten-Sacken, Jungle World, 14. Juli 2014, „Ziel: Judenmord [154]
  32. Wikipedia [155]
  33. Es scheint ein absolut deutsches Phänomen zu sein, dass sich eine außerparlamentarische (teilweise radikale) Linke mit antinationalen und antifaschistischen Bezügen und Gründungsmythen dabei ist, die gleiche Politik unterstützen, wenn es um Israel geht, wie eine bundesdeutsche Regierungspolitik, die seit der Wende eine Remilitarisierung der BRD vorangetrieben hat, die die Höchste ist, seit dem zweiten Weltkrieg. [156]
  34. Susann Witt-Stahl & Michael Sommer (Hrsg.), 2014 : „Antifa heißt Luftangriff!“
  35. Bekah Wolf, Mondoweiss, „‘Are you a fucking leftist?’ –Israeli fascists target anti-occupation activists in Tel Aviv [157]“, 18. Juli, 2014
  36. Bekah Wolf, Mondoweiss, „Are you a fucking leftist? [158]
  37. The Jacobin Magazin, „Dead People Can’t Take Selfies [159]“, Belén Fernández, 11. Juli 2014
  38. Original:Hi A, Why does it matter if I’m going to fight or nor? You know how much I appreciate you as a person and as a friend, but I know how much you like those political talks and stuff and I don’t really feel like getiing into it with you. And yes I did removed your comment cause I wanted to prevent exactly what I mentioned above. E. [160]
  39. PS: E. und ich waren sogar in der realen Welt Freunde. Und das fast sieben Jahre!
  40. Harriet Sherwood, The Guardian, 25. Juli 2014, „Teenager killed on his birthday as violence ignites in West Bank [161]
  41. Tariq Dana, Al-Shabaka – Palestinian Policy Network, Januar 2014, „The Palestinian Capitalists that have gone too far [162]
  42. Video eines Mannes, der in den Trümmern Gazas seine Familie sucht und dabei von einem Scharfschützen hingerichtet wird [163].
  43. KUNA, 7. Juli 2014, „Jewish settler runs over, kills two Palestinian men in Haifa [164]
  44. Nir Hasson, Ha’aretz, 26. Juli 2014, „Two Palestinians reportedly assaulted by Jewish mob in Jerusalem [165]
  45. Gideon Levy im Gespräch, Deutschlandfunk, 24. Juli 2014, „Ich spüre Hass [166]
  46. Al Haq, „PA Security Forces Suppress Demonstrations Held in Solidarity with the Gaza Strip [167]“, 17. Juli 2014
  47. Kareem Fahim, New York Times, 19. Juli 2014, „Palestinians Find Show of Support Lacking From Arab Leaders Amid Offensive [168]
  48. David Sheen, Electronic Intifada, „Israeli calls for Palestinian blood ring at fever pitch [169]“, 15. Juli 2014
  49. Ira Glunts, Mondoweiss, 16. Juli 2014, „Report: Hamas offers Israel 10 conditions for a 10 year truce [170]
  50. Koray Yılmaz-Günay & Salih Alexander Wolter, Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die „jüdische Karte“ [171]
  51. Nir Baram, FAZ, „Wir müssen Israel aus seiner Lebenslüge wecken“, 10. Juli 2014, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-schriftsteller-nir-baram-zur-zukunft-israels-13036603.html [172]
  52. Philip Weis, Mondoweiss, 10. Juli 2014, „State Dep’t says Israel has a right to defend itself, but can’t say the same of Palestinians [173]
  53. memo, Middle East Monitor, 24. Juli 2014, „US criticises UN decision to investigate human rights violations in Gaza [174]
  54. Mensch könnte hier einwerfen, dass es keinen Sinn macht, dass die schwächsten Glieder in einer Gesellschaft, Flüchtlinge, für die Rechte von PalästinenserInnen eintreten sollten, wenn das Thema viel Repressionen mit sich ziehen kann. Generell kommt mensch dann zu der alten Frage der Solidarität: mit wem? Wann? Und wie? Konzentrieren wir uns auf Allianzen mit den Mächtigen, oder auf eine Allianz unter den „Verdammten der Erde“ wie Fanon es betitelte? [175]
  55. Palestine and the Left [176]“, the editors, The Jacobin, April 2013
  56. In Detroit war der Ruf von marginalisierten Schwarzen und People of Color: “Occupation is a crime from Detroit to Palestine!” und “From Gaza to Detroit, water is a human right!” Weitere Demonstrationen fanden statt in den USA, siehe: Workers World, „Widespread solidarity with Gaza shown across U.S. [177]“, 14. Juli 2014
  57. Pam Bailey, Mondoweiss, 21. Juli 2014, „‘We have nothing left to lose. I would rather die with my family under the rubble of our house than have a humiliating truce’: Palestinian youth demand justice. [178]“ English: „Let it be known to (Israel) that the more they kill and destroy, the stronger we become. We have nothing left to lose. Now I would rather die with my family under the rubble of our house than have a humiliating truce. No justice, no peace“
  58. Michèle Sibony, Oumma, 14. Juli 2014, „Intox mensonge et presse écrite [179]
  59. Peter Allen, DailyMail, 19. Juli 2014, „Outrage as France become first country in world to ban pro-Palestine demos [180]
  60. Hier eine Richtigstellung der Ereignisse aus dem Französischen übersetzt ins Englische von Richard Seymour: Lénaig Bredoux und Stéphane Alliès, Lenin’s Tomb, 25. Juli 2014, „March for Gaza banned in Paris after a week of tensions [181]
  61. Hazem Balousha twitterte [182] am 21. Juli 2014 aus Gaza: „7 members of Kilany family were killed by Israeli airstrike hit Salam building in #Gaza city, all of them hold German nationally. #Germany“
  62. Jeremy Scahill & Ryan Devereaux, First Look, 23. Juli 2014, „The Secret Government Rulebook For Labeling You a Terrorist [183]
  63. Nafeez Ahmed, The Guardian, 12. Juni 2014, „Pentagon preparing for mass civil breakdown [184]
  64. Yotam Feldman, 19. November 2012, Zeit Online, „Israel hat sich an den Gazakrieg gewöhnt [185]
  65. Rania Khalek, Electronic Intifada, 15. Juli 2014, „Israel firing experimental weapons at Gaza’s civilians, say doctors“, http://electronicintifada.net/blogs/rania-khalek/israel-firing-experimental-weapons-gazas-civilians-say-doctors Jonathan Cook, Electronic Intifada, 13. Januar 2009, „Is Gaza a testing ground for experimental weapons? [186]
  66. Interview mit dem israelischen Historiker Benny Morris, http://www.palestine-studies.org/files/correct_BM.pdf und ein weiteres Interview mit Ha’aretz, „Benny Morris on why he’s written his last word on the Israel-Arab conflict [187]“, September 2012
  67. Sam Bahour, „Palestinians must be stopped! [188]“, 19. Juni 2014
  68. Noura Erekat, The Nation, 25. Juli 2014, „Five Israeli Talking Points on Gaza – Debunked [189]
  69. UNICEF Report, „Children in Israeli Military Detention – Observations and Recommendations [190]“, Februar 2013, Seite 8.
  70. Stephanie Nebehay, Reuters, 20. Juni 2013, „Palestinian children tortured, used as shields by Israel: U.N.“, www.reuters.com/article/2013/06/20/us-palestinian-israel-children-idUSBRE95J0FR20130620 [191]
  71. Child Detention, Defence for Children International Palestine [192]; Siehe auch: If Americans Knew, „The Impact of the Conflict on Children [193]“ (nicht up-to-date bzgl. 2014); siehe auch: B’tselem, Statistics [194] (noch nicht up-to-date). Oder auch: MEMO, „Report: Israel has detained 3,000 Palestinian children since 2010 [195]“, 14. Juli 2014. Im May 2014, wurden zwei palästinenische Teenager von der israelischen Armee erschossen und wie Journalist Seumas Milne vom „The Guardian“ kommentiert: „In May, two Palestinian teenagers were shot dead by the Israeli army with barely a flicker of interest outside the country. [196]
  72. Al-Jazeera, Stream, Westbank [197]
  73. OCHA, Occupied Palestinian Territory: „Gaza Emergence Report [198]“, 26. Juli 2014
  74. UN, OCHA – Occupied Palestinian Territories, Gaza Crisis [199], July 2014
  75. Robert Fisk, The Independent, 17. Juli 2014, „Israel-Gaza conflict: Medical charity official likens job to ‘patching up torture victims in an open-air prison’ [200]
  76. Samera Esmeir, 14. Juli 2014, „Colonial Experiments in Gaza [201]
  77. Neue Deutsche Medienmacher auf Facebook [202]. Dazu gab es 15 Shares und 23 „likes“.
  78. Shalom Goldman, „Quashing Jewish Dissent on Israel [203]“, 15. Juli 2014. Oder: Phan Nguyen, „Cary Nelson, the AAUP, and the privilege of bestowing academic freedom [204]
  79. Paper Bird, „On the Slaughter of Innocents [205]“, 12. Juli 2014
  80. Talal Asad, 2007, “On suicide bombing” [206]
  81. Human Rights Watch Report, 2014, „Iraq: Campaign of Mass Murders of Sunni Prisoners Set International Inquiry Into Massacres by Security Forces, Allied Militias [207]
  82. Phoebe Greenwood, The Guardian, 18. Februar 2013, „Israeli soldier posts Instagram image of Palestinian child in crosshairs of rifle [208]
  83. Peter Allen, Dailymail , 18. Juli 2014, „Outrage as France become first country in world to ban pro-Palestine demos [209]
  84. Antifa 972 – Israel: Twitter Account [210]
  85. Am 7. Juli 2014 postete „Just Jerusalem“: „Watch: Judeo-nazis marching in the streets of West Jerusalem, looking for non-Jews to lynch.“ Oder Sime Wilson, twitterte am gleichen Tag: „Shaken mom in Jaffa says her 2 kids chased by Jewish mob who then tried to enter her home, take kids (factor in tonight’s riot)“. Oder Ofer N. am 5. Juli mit: „Scores of Jerusalemites calling the police about Jewish Nazi thugs assaulting Arabs in Jerusalem, Police doing almost nothing [211]
  86. Neta Golan, Mondoweiss, 13. Juli 1014, „Jewish activists light children’s dolls on fire at Yad Vashem to protest Gaza attack [212]
  87. Soundcloud Electronic Intifada, Interviews mit Ärzten und Journalisten aus Gaza [213]
  88. Jon Stewart on the Gaza-Israeli conflict, youtube Video [214], 14. Juli 2014
  89. UN OCHA, 19. Juli 2014, Occupied Palestinian Territory, Gaza Emergency, Situation Report [215]
  90. Sharif A. Kouddous, The Nation, „Massacre in Shejaiya [216]
  91. memo – Middle East Monitor, Mads Gilbert, „Letter from Gaza by a Norwegian doctor [217]“, 20 Juli 2014
  92. David Sheen, Juli 2014, „Terrifying Tweets of Pre-Army Israeli Teens [218]
  93. Ali Abunimah, Electronic Intifada, 7. Juli 2014, „Israeli lawmaker’s call for genocide of Palestinians gets thousands of Facebook likes [219]“, (Ayelet Shakeds komplette Rede zum Aufruf alle PalästinenserInnen zu töten)
  94. Mira Bar Hillel, The Independent, 11. Juli 2014, „Why I’m on the brink of burning my Israeli passport [220]
  95. Neta Golan, Mondoweiss, 13. Juli 2014, „Jewish activists light children’s dolls on fire at Yad Vashem to protest Gaza attack [221]
  96. United Nations, General Assembly, 8. Dezember 1988, „Importance of the universal realization of the right of peoples to self-determination and of the speedy granting of independence to colonial countries and peoples for the effective guarantee and observance of human rights [222]
  97. Visualizing Palestine, Timeline of Violence since 2000 [223]
  98. Rolf Verleger, Lebenshaus Schwäbische Alb, 17. Juli 2014, „Pogrom 2014 [224]
  99. Gal Beckerman, The Jewish Daily Forward, 24. Juli 2014, „Israel Has a New Worst Enemy — Twitter [225]
  100. Ein Artikel zum Thema: Orhan Ayyuce, Archinect News, „Gaza attacks: Lethal warnings [226]“. Siehe auch das Video der Gruppe „Forensic Architecture“, die das Konzept des „Knock on Roof“ in diesem Kurzvideo [227] erläutern
  101. Prof. Avi Shlaim, The Guardian, 7. Januar 2009, „How Israel brought Gaza to the brink of humanitarian catastrophe [228]
  102. The Guardian Updates: „Gaza hospital hit in fatal Israeli attack as foreign leaders arrive in region – as it happened [229]“. Siehe auch Al-Jazeera Live-Blog [230]
  103. Hans-Christian Rössler, FAZ, 15. Juli 2014, „Waffenruhe in Israel hält nur Stunden [231]
  104. Dense Inert Metal Explosives, Wikipedia [232]
  105. Hummus for Thought, „Names of the Victims in Gaza, Continuously Updated [233]