Eine Anleitung

Wie man mit Islam-Kritikern diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren

Glückwunsch! Sie sind kurz davor, eine Anleitung zu lesen, mit der Sie über die nötigen Denkwerkzeuge ausgestattet werden, um mit Kritikern im Allgemeinen und Islam-Kritikern im Speziellen zu diskutieren, ohne dabei den Verstand zu verlieren.

Von Modood Alvi Montag, 25.11.2013, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 02.12.2013, 16:48 Uhr Lesedauer: 7 Minuten  |   Drucken

Zum Einstieg eine kurze Frage: Was ist an folgender Argumentation falsch? „Wahre Propheten sind gute Menschen. Mohammad war kein guter Mensch. Also war Mohammad ein falscher Prophet.“ Und? Die Antwort ist ganz einfach: Diese Argumentation ist absolut richtig. Sie ist – wie man so schön sagt – logisch schlüssig. Nicht-Logiker können dieses Argumentationsschema in jedem Logikbuch unter dem Stichwort „Modus tollendo tollens“ nachschlagen. Naja, warum überzeugt sie dieses Argument trotzdem nicht? Können Sie etwa nicht logisch denken?

Bevor Sie mit den Fundamentalisten von der anderen Seite diskutieren, müssen Sie wissen, wann und wo es sich lohnt, ein Argument anzugreifen. Hierbei gilt die einfache Regel: Ein Argument kann logisch korrekt und gleichzeitig sinnfrei sein. Verschwenden Sie also keine Mühe und Zeit, logisch korrekten Argumenten ihre Logik abzusprechen. Sie machen sich damit nur lächerlich. Lernen Sie zuerst den Unterschied zwischen einem richtigen und einem falschen Argument kennen. Das erspart ihnen von vornherein viele Nerven.

___STEADY_PAYWALL___

Von der Dummheit der Klugen
Sagen wir es, wie es ist. Sie haben es bei ernst zu nehmenden Islam-Kritikern mit intelligenten Menschen zu tun, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Es sind Akademiker, die meistens sogar Islamwissenschaften studiert haben. Ihnen vorzuwerfen, sie hätten den Islam nicht richtig verstanden oder den Quran nicht gelesen, grenzt scheinbar an blanke Arroganz. Sie dürfen davon ausgehen, dass sie sich im Grunde was dabei denken, wenn sie ihre Kritik äußern. Mehr noch, sie sind absolut rational und logisch denkende Menschen. Ihre Argumente sind meistens logisch einwandfrei.

Warum also können Sie sich nicht mit ihren Thesen anfreunden? Vielleicht liegt es daran, dass intelligente Menschen nicht immer Recht haben. Beispiele von intelligenten Menschen, die mit ihrer Meinung falsch lagen, gibt es wie Sand am Meer. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass logische Argumente nicht immer wahr sein müssen. Fakt ist aber, dass Islam-Kritiker richtig argumentieren können! Seien Sie also nicht überheblich, indem Sie die Intelligenz von Islam-Kritikern unterschätzen. Sie müssen ihnen nur nicht alles glauben – das ist alles.

Wir bitten um Ihr Verständnis
Sehen Sie es doch mal so. Sie haben ein paar Feindbilder im Kopf, die ihnen von den Medien in mühseligen „Therapiestunden“ eingedroschen worden sind. Stellen Sie sich jetzt mal vor, wie es in den Köpfen derer zugehen muss, die diese Feindbilder machen! Die können gar nicht anders als jedes Mal ihre Gallenflüssigkeit zu schlucken, wenn sie einer Frau mit Kopftuch begegnen, die dann noch in ihrer Naivität zu ihnen sagt, sie tue es „weil es so im Quran steht“. Diese Menschen sehen nur, was sie sehen wollen: Unterdrückte Kopftuchfrauen, menschenverachtende Quranverse, muslimische Problemkinder, fanatische Lehrerinnen, plüschtierhassende Dogmatiker und überall diese armen verirrten Narren, die Allah anbeten und sich dabei noch moralisch überlegen fühlen.

Islam-Kritiker aber fühlen sich gefrustet. Schließlich führen sie einen unermüdlichen Kampf gegen eine ganze Religion! Das ist schon eine echte Sisyphusarbeit, an der schon so manche Könige und Kaiser gescheitert sind. Zeigen Sie unbedingt Verständnis, wenn Sie wieder mit einem Islam-Kritiker Ihres Vertrauens diskutieren und er mal wieder über die Stränge schlägt. Im Grunde kann er nichts dafür, es liegt einfach in seiner Natur. Und seien Sie bloß froh, dass Sie nicht seine Arbeit machen müssen. Es ist nämlich eine sehr undankbare Arbeit.

Vom langweiligen Leben ohne Kritik!
Jede These braucht eine Anti-These. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Sie kennen die ganzen Sprüche. Das Leben wäre einfach zu langweilig, wenn es nicht hin und wieder zum „Clash of thoughts“ kommen würde. Freuen Sie sich doch über gute Kritik. Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht und sich ausgiebig mit Ihrer Weltanschauung befasst. So eine Kritik will geschätzt sein. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Kann es „berechtigte“ Kritik am Islam geben? Da sehen Sie es! Wenn ja, dann sind wir an dieser Stelle fertig. Wenn nein, dann aber auch. Wie langweilig!

Nehmen Sie es mit Humor.
Wir hatten schon die lieben Argumente. Die traurige Wahrheit: Sie bringen nichts! Unsere lieben Mitmenschen bekommen jeden Abend ihre Gute-Nacht-Nachrichten vom bösen Muselmann erzählt, da können Sie lange argumentieren, dass das so eigentlich gar nicht stimmt. Sonntagsfahrer wechseln ja nicht mal ihre Spur auf der Autobahn, wie sollen Sonntagsdenker ihr „Weltbild“ ändern? Hat man erst einmal ein stereotypisches Bild von einer Minderheit, dann werden sich immer Beispiele finden, die diese Bilder bestätigen. Mit Argumenten kommen Sie da nicht weit! Versuchen Sie es stattdessen mit Humor.

Haben Sie mal versucht, herzhaft zu lachen und gleichzeitig Angst zu haben? Nein? Das sehen Sie es! Und so haben manche Dramatiker mit einem guten Theaterstück mehr Herzen gewonnen, als jeder Hobby-Theologe mit seinen harten, korrekten Fakten-Argumenten. Verlassen Sie Ihren theologischen Elfenbeinturm und erzählen Sie einen guten Witz. Unterdrücken Sie mal Ihr Ego und halten Sie sich an das Credo „Loose the argument, but win the man“.

Das Spiel der Medien
Ja, ja die bösen Medien. Sie zeigen uns ein verzerrtes Bild der Realität. Da wird karikiert und denunziert dass das gedruckte Papier nur so danach stinkt. Auf subtilste Art und Weise werden wir manipuliert, wenn das nur den Auflagen dient. Und Sie stecken mittendrin. Da sehen wir nackte Frauen auf jedem Magazin-Cover, kaputte Familienstrukturen im Nachmittagsprogramm und Sex im abendlichen Spielfilm für die Familie; wir lesen von sündigen Politikern, Kirchenmännern, Moderatoren und anderen Leitkulturlern in den Tageszeitungen und schaudern über die Gewalt- und Alkoholexzesse unserer Jugend. Der Atheismus ist auf dem Vormarsch und moralische Dekadenz wohin das Auge reicht.

Falsch! Wer behauptet, dass das der Realität entspricht? Man suche den „Durchschnittsbürger“ der ständig an Sex denkt (als ob er nicht genug andere Probleme hätte), gerne in kaputten Familienstrukturen lebt (wer braucht schon ein glückliches Zuhause), keinen Wert auf moralische Werte legt (weil das Einhalten von Recht und Gesetz Moral genug ist) und gerne seine Mitmenschen oder sich selbst Gewalt antut (Sadomasochisten mal ausgenommen)! Man wird ihn nicht finden, obwohl es ihn nach den Medien millionenfach geben müsste. Jede Gesellschaft hat ihre Ausnahmen. Sie machen aber den gleichen Fehler wie unsere islamophoben Mitbürger, wenn Sie das als Status quo annehmen. Nehmen Sie sich eine Auszeit von ihren „Feindbildern“ und gönnen Sie sich mal eine Pause. Das befreit!

Kommt Zeit, kommt Ruhe. Hegel, mal anders
Vor gerade mal 60 Jahren war im Land „of the free, and the home of the brave“ die falsche Benutzung einer öffentlichen Toilette strafbar. Nicht weil man sie falsch benutzte, sondern weil man als Farbiger, nicht weiß genug war. Heute schütteln wir den Kopf über solche Absurditäten.

Geschichte wiederholt sich. Leider! Es ist nicht mal eine Frage der Toleranz oder der Ignoranz. Es ist einfach eine Frage des Zeitgeistes. Für manche Einsichten braucht eine Gesellschaft einfach ihre Zeit. Jeder Versuch sie vorzeitig zu verändern, wird scheitern. Doch wenn es mal so weit ist, reicht es, im Bus sitzen zu bleiben, um eine Freiheitsbewegung loszutreten.

Wäre Martin Luther King heute Muslim und hätte die Kopftuchdebatte anhören müssen, wäre seine Rede etwa so ausgefallen: „Ich habe einen Traum, dass eines Tages die (geistigen) Töchter von Fereshta Ludin und Alice Schwarzer miteinander auf den Pausenhöfen unserer Schulen spielen können. Ich habe einen Traum, dass unsere Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Kleidung, sondern nach ihrem Charakter beurteilt. Ich habe einen Traum, dass eines Tages Frauen mit Kopftuch als Lehrerinnen an den Schulen und als Professorinnen an den Universitäten unserer heranwachsenden Generation Wissen, Weisheit und Werte unserer Gemeinschaft lehren und weitergeben werden.“

Alles relativ egal
„Muss ich jetzt auf Kuschelkurs mit den Islam-Kritikern gehen?“, mögen Sie sich jetzt fragen. „Ist jetzt alles relativ egal?“. Nein, das ist es nicht! Sie brauchen nicht in eine Relativismusstarre zu versinken. Sie haben ein Recht ihre Lebensweise zu verteidigen! Doch jetzt kommt das große „Aber“: Überlegen Sie gut, wie sie das tun! Seien Sie ehrlich zu sich selbst, nehmen Sie Kritik an, denken Sie darüber nach, versuchen Sie zwischen den Zeilen zu lesen, versuchen Sie die Ängste und Sorgen ihres Kritikers zu verstehen und zeigen Sie Verständnis. Lösen Sie Probleme, anstatt nur über sie zu reden.

Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Ice66 sagt:

    und überall diese armen verirrten Narren, die Allah anbeten und sich dabei noch moralisch überlegen fühlen.
    Dieses „moralisch überlegen fühlen“ ist nicht das Problem. Das ist ja auch gar nicht unbedingt der Fall. Das Problem ist, dass sowohl der Islam als auch das Christentum eine Morallehre beinhalten auf die religiöse Menschen einen Wahrheitsanspruch erheben.

    Ebensowenig, wie es aber keine einzig wahre Kultur gibt, gibt es keine einzig wahre Moral. In der Ethik, als einem Bestandteil der Geisteswissenschaften werden moralische Normen nicht daraufhin untersucht, ob sie wahr oder unwahr sind, weil das das falsche Beurteilungskriterium wäre, sondern danach, ob sie gut oder schlecht für eine Gesellschaft sind – oder für einen selbst oder für andere, die man liebt.

    Was wahr und was unwahr ist, wird in den Realwissenschaften erforscht.

    Und ob der, der meint die Wahrheit zu tun, auch Gutes tut? Wenn schon keine Klarheit darüber besteht, welches Kriterium man zu Rate zieht, wenn man auf ethische Fragen eine Antwort finden will, dann hat man da Schwierigkeiten. Und das Kriterium zur Unterscheidung von wahr und unwahr ist durch eine „wahre Religion“ auch manipuliert.

    Und kleinen kerngesunden Jungs, wird operativ am Genital herumoperiert…. Weil es gut für sie ist? Weil wer die Wahrheit tut, das eben so macht? Weil es für irgendjemand, der in einer pluralistischen Gesellschaft lebt, identitätsstiftend ist? Nun ja, eine pluralistische Gesellschaft kann auch Subkulturen, für die Genitalmarkierungen relevant sind, tolerieren, solange sie nicht mit dem Küchenmesser durchgeführt werden.

  2. Ice66 sagt:

    @Lynx
    Was Gott ist, ist die eine Frage. Dass Religionen Gottesideologien sind, von denen es mehrere gibt, ausser dem Christentum, auch den Islam, das Judentum, den Zoroastrismus, die Jesiden, … und innerhalb derselben oft auch noch unterschiedliche Subideologien, ist dagegen offensichtlich.

    Im Grundgesetz steht zwischenzeitlich zum Glück in der Präambel bereits ein fast aufgeklärtes „In Verantwortung vor Gott“, in das das sapere aude bereits Einzug gefunden hat. Für Fundamentalisten wie die bibeltreuen Christen gilt aber immer noch, „In Unterwerfung unter die Gebote unserer Gottesideologie“

  3. Ice66 sagt:

    @Lynx
    „Gott ist kein „Konstrukt“, sondern die eigentliche Wirklichkeit, “
    Praktisch gesehen benutzen alle Gottesideologien diese Behauptung dazu, ihre Ideologie als Wahrheit zu verkaufen, wobei üblicherweise, das als wahr bezeichnet wird, was unabhängig von irgendwelchem normativem Gehalt, ganz einfach mit den Tatsachen übereinstimmt.

    Ganz einfach Tatsachen und nur Tatsachen als Wahrheit zu bezeichnen, ist aber manchen Ideologen zu banal. Sie müssen „die Wirklichkeit“ ideologisch vereinahmen. Jesus ist genausowenig die Wahrheit, wie Arnold Schwarzenegger oder Supermann die personifizierte Wahrheit sind. Denn eine Tatsache ist keine Person, weder eine hypothetische, mystische, noch eine reale. Und von daher ist auch Gott nicht die „eigentliche Wirklichkeit“ bzw. personifizierte Wahrheit, mag es ihn geben oder nicht. Als personales Wesen ist auch er keine Tatsache. Wer so argumentiert missbraucht den Wahrheitsbegriff ideologisch. Die Existenz Gottes könnte theoretisch wahr sein. Ein personales Wesen im Sinne einer Person nicht. Wer den Ideologiestifter seiner Ideologie indirekt oder direkt zur Wahrheit deklariert, verlässt zwangsläufig den Pfad der Allgemeingültigkeit.

    Und das Schlimme dabei ist, sie merken es nicht einmal, dass sie den Wahrheitsbegriff ideologisch vereinnahmen.

    Über höhere Wahrheiten, tiefere Wahrheiten, eigentliche Wirklichkeiten und was auch immer können sie wunderbar philosophieren. Nur haben diese nur innerhalb ihres eigenen beschränkten religiösen Gedankengebäudes Raum. Und niemand interessiert sich für sie, wenn er sich nicht auf diese Vernünfteleien einläßt, die vor lauter „eigentlichem Wirklichkeits-Geschwätz“, die ganz normale Wirklichkeit vernachlässigen.
    Denn es gibt mehr als eine Religion und Weltanschauung in dieser ganz normalen Wirklichkeit.

    Demokratie wäre eine vernünftige Ersatzreligion oder Ideologie, denn dieses Konstrukt hat reale Bedeutung für das Zusammenleben von Menschen.

  4. Cengiz K sagt:

    Die Ängste und Sorgen von Phobikern benötigen professionelle Hilfe.. Der Rest hat schon bereits verstanden, worum es diesen Neo-Intellektüllen geht.. Nicht die Ängste und Sorgen allein sollten mittlerweile hinterfragt werden, sondern die Intention spricht Bände..

  5. Achmed sagt:

    Ohne Gott gebe es diese Ganzen Atheisten nicht.. LOL!!! Warum fragen sich das diese Leute eigenltich nicht, wie das alles sein kann und wo es herkommt. Sie schimpfen auf den Koran aber haben meisens noch keine einzige Zeile gelesen. Dennn dann würden sie nicht so reden!

  6. einer sagt:

    Es ist wirklich zum lachen wie die ganzen Islamophoben sich hier mal wieder schön provozieren lassen. Ihr solltet vielleicht auch mal etwas öfter in den Spiegel gucken und euch selbst zulächeln, das macht gute Laune. […] :-)

  7. Soli sagt:

    @Achmed – und ohne Islam gäbe es keine „Islamophoben“ LOL ….
    Icih bin mir sicher – nicht nur ich, sondern auch „diese Leute“ fragen sich durchaus wie das alles sein kann und wo es herkommt. Nur sehen diese die Lösung (oder einen Ansatz) nicht in einem wie auch imemr gearteten „Überwesen“ Namens Gott.

    Wollen sie mir allen ernstes sagen – das Universum, das es seit einigen Milliarden Jahren gibt, das einige Milliarden Sterne und Planeten hat, das so groß ist das wir es nicht erfassen können – all das hat etwas mit einem „Wesen“ zu tun das sich -rein zufällig- in einem Zeitraum von 2000 Jahren unterschiedlichen Menschen unterschiedlich offenbart hat?

    Religionen entstanden vor allem weil der Mensch – zu der Zeit – nicht in der Lage war (mangels wissen) verschiedene Aspekte seiner Umwelt zu verstehen (okay, die Griechen und Röer hätten es besser wissen müssen…) und sich daher einen -für in zu diese Zeit- verständlichen Ersatz gesucht.
    Der zweite Grund war der Versuch sich und seiner Gruppe von anhängern Macht zu sichern und Verhaltensweisen zu rechtfertigen (ich darf das, Gott hat das gesagt….)

    Der Koran ist keine 2000 Jahre alt,, die Bibel nur etwas älter – das Universum .. ein kleines bischen älter :-)

  8. esra sagt:

    Ich habe heute einen Artikel im Spiegel gelesen, bei der eine Werte-Diskussion zwischen einem Soziologen, der bekennender Katholike ist, und einem atheistischen Philosophen, beschrieben wurde.

    Es ging um die Frage, gibt es Moral ohne Gott?
    Wäre also alles erlaubt, wenn die Menschen nicht mehr an Gott glauben würden-mit allen Folgen?

    Beide waren sich zumindest darin einig, dass die Menschen auch Moral und Werte haben, ohne dies religiös zu begründen!

    Warum ich dieses erwähne, mir fällt auf (auch wieder Mal hier im Forum), dass häufig muslimische und andere Gläubige das Bestehen und Bestreben nach moralischen Werten ihrer Religion zuschreiben, das Nichtbestehen von Moral in der Gesellschaft wird der Abkehr von Religion angehaftet.

    Auf der anderen Seite versteifen sich Atheisten und Agnostiker oftmals darin, dass nur der Verstand genüge, um ein moralisches Miteinander zu gewährleisten, und betrachten jedes Religionsbekenntis als überflüssig.

    Diese Diskussion ist im Grunde zweitrangig, denn beide haben recht!
    Sie würden aber beide auch unrecht haben, wenn die Werte, für die sie ja angeblich beide stehen, ob religiös oder rational begründet, nicht allgemein gülitig wären.

    Indem also der Nichtgläubige dem Gläubigen seine Rechte anerkennt, und umgekehrt, der Gläubige die Rechte des Nichtgläubigen akzeptiert, kann erst eine wirklich moralisch wertvolle Wertegemeinde bestehen!!

    Damit würden automatisch fanatische Gläubige und rechtspopulistische „Islamkritik“ aus dem gemeinsamn Wertekanon fallen.

  9. kcy sagt:

    Warum kann Religion nicht einfach Privatsache sein? Warum muss Religion ständig versuchen möglichst hohe gesellschaftliche Präsenz und Relevanz zu erhalten? Warum kann sie nicht bescheidener daherkommen anstatt ständig auf sich aufmerksam machen zu müssen und sich für unumgehbar halten? Warum kann ich im Iran nicht in Ruhe im Garten mein Gläschen Wein trinken (obwohl im Iran doch jahrtausende lang schon Wein getrunken wird)? Warum darf mein Kollege in Mekka nicht zu McDonald’s (liegt nämlich im Innenstadtbereich, der nur von Moslems betreten werden darf…und Mc Donald’s Filialen natürlich:))?
    Warum kann ich mir in Istanbul nach 22 Uhr kein Bier mehr kaufen??
    Warum löst der Papst den Vatikan nicht auf und schenkt das ganze Vermögen Malala aus Pakistan, die damit den nächsten 3 Generationen von Menschenkindern eine gute und faiere Schulausbildung bescheren könnte? Warum predigen alle Religionen Frieden und haben bereits tausenden Kriege geführt?
    Warum? Warum? Warum?
    wer nicht fragt, bleibt….. :)

  10. kcy sagt:

    Warum kann Religion nicht einfach Privatsache sein? Warum muss Religion ständig versuchen möglichst hohe gesellschaftliche Präsenz und Relevanz zu erhalten? Warum kann sie nicht bescheidener daherkommen anstatt ständig auf sich aufmerksam machen zu müssen und sich für unumgehbar halten? Warum kann der Autor dieses Textes, trotz seines logischen Denkvermögens, nicht auch mal kritisch seiner eigenen Religion gegenüberstehen und zugeben, daß der Koran durchaus viele aus heutiger Sicht unvernünftige und unfaire Handlungsweisen vorschreibt und das er vielmehr als spiritueller Leitfaden für das eigene Leben verstanden werden sollte…? Warum kann ich im Iran nicht in Ruhe im Garten mein Gläschen Wein trinken (obwohl im Iran doch jahrtausende lang schon Wein getrunken wird)? Warum darf mein Kollege in Mekka nicht zu McDonald’s (liegt nämlich im Innenstadtbereich, der nur von Moslems betreten werden darf…und von Mc Donald’s bebaut natürlich:))?
    Warum darf ich mir in Istanbul nach 22 Uhr kein Bier mehr kaufen , aber trinken schon??
    Warum löst der Papst den Vatikan nicht auf und schenkt das ganze Vermögen Malala aus Pakistan, die damit den nächsten 3 Generationen von Menschenkindern eine gute und faire Schulausbildung bescheren könnte?
    Warum predigen alle Religionen Frieden und liessen es zu, daß im Laufe der Geschichte schon tausende Kriege in ihrem Namen geführt worden?
    Warum? Warum? Warum?
    wer nicht fragt, bleibt….. :)