Guntram Schneider

Dank an Zuwanderern aus der Türkei

NRW-Integrationsminister Guntram Schneider dankte Zuwanderern aus der Türkei für ihren Beitrag zum Aufbau des Landes. Dass NRW heute ein so starkes, lebendiges und vielfältiges Land ist, das sei auch Ihr Verdienst.

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) hat den aus der Türkei stammenden Zuwanderern für ihren Beitrag zum Aufbau des Landes gedankt: „Es war gut, dass Sie nach Deutschland und nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind. Dass NRW heute ein so starkes, lebendiges und vielfältiges Land ist, das ist auch Ihr Verdienst“, sagte der Minister gestern in Essen zur Eröffnung einer Veranstaltung zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland.

Das Anwerbeabkommen sei ein außerordentlich wichtiges Datum der deutschen Nachkriegsgeschichte: „Es hat Deutschland verändert. Und es ist der Grund dafür, dass die türkeistämmigen Menschen heute unser Land wesentlich mitprägen“, so der Minister weiter.

Die Essener Zeche Zollverein sei als Veranstaltungsort gut gewählt, denn für viele deutsche und zugewanderte Bergleute sei sie Mittelpunkt ihres beruflichen Lebens gewesen. „Damit ist die Zeche Symbol dafür, dass Integration ganz entscheidend mit Arbeit zu tun hat. Denn Integration ist nach meiner Überzeugung nicht in erster Linie eine kulturelle oder gar religiöse, sondern vor allen Dingen eine soziale Frage“, sagte Schneider.

Das im Oktober 1961 in Bad Godesberg unterzeichnete deutsch-türkische Anwerbeabkommen markiert den Beginn der Einwanderung aus der Türkei. Von 1961 bis 1973 kamen fast 870.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Türkei nach Deutschland, der Frauenanteil lag bei über 20 Prozent. Die meisten der damals „Gastarbeiter“ genannten Menschen blieben und ließen ihre Familienangehörigen nachziehen. Heute leben über 800.000 türkeistämmige Menschen in Nordrhein-Westfalen.

„Deutsche Türken – türkische Deutsche? 50 Jahre Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland“ ist eine Veranstaltung der vom NRW-Integrationsministerium getragenen Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZFTI). Weitere Redner waren: Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung; Prof. Dr. Rita Süßmuth, Bundestagspräsidentin a.D.; Prof. Dr. Mehmet Sağlam, Vizepräsident der Großen Nationalversammlung der Republik Türkei.

In Arbeitsgruppen wurden verschiedene Aspekte der Integration der türkeistämmigen Einwanderer behandelt. Zu den Teilnehmern aus Wissenschaft und Praxis gehörten unter anderem: Hans Dietrich von Loeffelholz vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; Prof. Dr. Hacı Uslucan, wissenschaftlicher Leiter des ZFTI; Gualteiro Zambonini, Integrationsbeauftragter des WDR; und die Journalistin und Autorin Nazan Eckes. (pm/bk)