FDP-Einladung

Thilo Sarrazin zu Gast im Hessischen Integrationsministerium

Zur Diskussionsveranstaltung „Chancen und Grenzen der Integration“ im Hessischen Justiz- und Integrationsministerium wurde auch Thilo Sarrazin eingeladen. Für Die Linke im hessischen Landtag ist das eine Provokation.

Das Hessische Justiz- und Integrationsministerium veranstaltet eine Diskussionsveranstaltung unter dem Titel: „Chancen und Grenzen der Integration“. Als Diskussionsteilnehmer wurden unter anderem der Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, Thilo Sarrazin, eingeladen.

Für die Vorsitzende der Linksfraktion im Hessischen Landtag, Janine Wissler ist das nicht nachvollziehbar. „Herr Sarrazin hat hinlänglich unter Beweis gestellt, dass er zum Thema Integration nichts Hilfreiches beizutragen hat. Es ist eine Provokation, ausgerechnet ihn einzuladen“, so Wissler.

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Gegen Migranten und Muslime gehetzt
Mit Äußerungen wie „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“ habe Sarrazin in unerträglicher Weise gegen Migranten und Muslime gehetzt.

Zu Recht habe es Empörung über Sarrazins Äußerungen gegeben. Auch die Deutsche Bundesbank habe eine förmliche Distanzierung veröffentlicht. „Dass dem hessischen Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) ausgerechnet Thilo Sarrazin in den Sinn kommt, wenn er eine Veranstaltung zum Thema Integration plant, ist schockierend. Die FDP begibt sich in beängstigender Weise auf FPÖ-Kurs. Wer geistigen Brandstiftern wie Sarrazin ein Podium im Ministerium bietet, dem liegt Integration sicher nicht am Herzen“, so die Linkspolitikerin.

Eindeutig rassistisch
Ihren Standpunkt unterstreicht die Linkspolitikerin mit einem Gutachten des Potsdamer Extremismusforschers Gideon Botsch vom Moses-Mendelssohn-Zentrum (MMZ). Dieser kam in einer vom Ortsverband Berlin-Spandau in Auftrag gegebenen Studie zu dem Ergebnis, dass Sarrazins Äußerungen „eindeutig als rassistisch“ eingestuft werden müssen (wir berichteten [1]).

Die Aussage „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt und ständig neue Kopftuchmädchen produziert” ziehe eine Logik nach sich, „die tendenziell auf physische Elimination dieser nicht anzuerkennenden Bevölkerungsgruppen aus der Berliner Stadtgesellschaft hinausläuft”, so Botsch.