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Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004
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Mittelmeer

144 Menschen aus Seenot gerettet

100 Kilometer nördlich der libyschen Küste hat das Rettungsschiff „Ocean Viking“ rund 60 Menschen aus einem treibenden Holzboot geborgen. Auch die „Alan Kurdi“ hat wieder Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Vor Lampedusa wurden Leichen geborgen.

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Rettungsaktion im Mittelmeer © Laurin Schmid / SOS MEDITERRANEE

Die Schiffe „Ocean Viking“ und „Alan Kurdi“ haben im Mittelmeer wieder Flüchtlinge gerettet. Die „Ocean Viking“ nahm am Donnerstagabend rund 60 Menschen an Bord. Zuvor hatte die „Alan Kurdi“ der Regensburger Organisation Sea-Eye in zwei Einsätzen insgesamt 84 Menschen aus Seenot gerettet.

Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ barg rund 100 Kilometer nördlich der libyschen Küste die Insassen eines treibenden Holzbootes. Unter ihnen waren zwei Frauen, ein Kleinkind und ein Baby. Außerdem waren laut SOS Méditerranée und „Ärzte ohne Grenzen“, die die „Ocean Viking“ gemeinsam betreiben, weitere 16 Minderjährige an Bord, alle ohne erwachsene Begleitperson.

23 der Geretteten stammen den Angaben zufolge aus Bangladesch, 13 aus Eritrea, 13 aus Mali, sechs aus der Elfenbeinküste, drei aus dem Südsudan und je eine oder einer aus Äthiopien und Guinea. Die Organisationen beziehen sich dabei auf die Angaben der Menschen bei Ankunft auf dem Schiff.

Schwierige Rettung

Es habe sich um eine sehr schwierige Rettung gehandelt, sagte Einsatzleiter Nicholas Romaniuk von SOS Méditerranée am Abend auf der „Ocean Viking“ dem „Evangelischen Pressedienst“. Das Boot sei überladen gewesen und hätte kentern können, die Dunkelheit habe den Einsatz erschwert, erklärte Romaniuk. Die „Ocean Viking“ war am Mittwoch vom italienischen Messina aus zu einem neuen Einsatz im zentralen Mittelmeer gestartet.

Von der „Alan Kurdi“ seien mittlerweile vier Erwachsene, zwei Neugeborene und ein Kleinkind evakuiert worden, teilte die Organisation Sea-Eye auf Twitter mit. Die Seenotleitstelle Rom habe sich bereiterklärt, die sieben Flüchtlinge nach Lampedusa zu bringen.

77 Gerettete sind laut Sea-Eye weiterhin an Bord und warten auf einen sicheren Hafen. Die libyschen Behörden hätten wiederholt Tripolis als Ausschiffungshafen angeboten, schreibt die Organisation. „Wäre Libyen ein sicherer Ort, dann hätten diese Menschen nicht ihr Leben riskiert, um diesen Ort zu verlassen“, sagte Sea-Eye-Vorsitzender Gordon Isler. Sea-Eye lehne es deshalb weiterhin kategorisch ab, Menschen zurück nach Libyen zu bringen.

Leichen vor Lampedusa geborgen

Derweil sind in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa die Leichen von sieben Flüchtlingen geborgen worden. Taucher fanden sie nach Angaben der italienischen Küstenwache vom Samstagabend in 47 Metern Tiefe nahe dem gekenterten Boot. Die Flüchtlinge waren am vergangenen Wochenende ums Leben gekommen, nachdem ihr Boot bei hohem Seegang weniger als eine Seemeile vor Lampedusa gekentert war.

Die von Fischern zu Hilfe gerufene Küstenwache rettete an der Unglücksstelle 149 Menschen, darunter ein Kleinkind und einen Blinden. Am Tag nach dem Unglück wurden die Leichen von drei Frauen aus dem Wasser geborgen. Die Leichen zweier weiterer Frauen wurden am Strand der Lampedusa vorgelagerten Insel Conigli entdeckt.

Das Boot war nach Berichten von Überlebenden aus Algerien, Eritrea, Libyen, Tunesien und Pakistan zwei Tage vor dem Unglück von einem Strand an der Grenze zwischen Libyen und Tunesien aus gestartet. Von Libyen aus versuchen immer wieder Migranten und Flüchtlinge, nach Europa zu gelangen. Derzeit ist das Wetter verhältnismäßig gut. SOS Méditerranée und „Ärzte ohne Grenzen“ wollen weiter in der Region patrouillieren, um in Seenotfällen zu Hilfe zu kommen. (epd/mig)

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