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Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände
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Osnabrück

Friedenspreis für „Sea-Watch“

Die Stadt Osnabrück setzt mit ihren Friedenspreis in diesem Jahr auch ein politisches Signal. Die Organisation „Sea-Watch“ sieht ihr Anliegen damit gestärkt. Den Hauptpreis erhält ein Autor aus Kenia.

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Das Rettungsschiff Sea-Watch rettet Flüchtlinge im Mittelmeer (Archivfoto) © sea-watch.org

DATUM29. November 2019

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Für die Seenotrettungsorganisation „Sea-Watch“ ist die Auszeichnung mit dem Sonderpreis des Erich Maria Remarque-Friedenspreises der Hinweis darauf, dass das Schicksal der Mittelmeer-Flüchtlinge in der Gesellschaft angekommen ist. „Sea-Watch“ habe dafür gesorgt, dass hinter den abstrakten Zahlen von Ertrunkenen und Verschollenen die Menschen sichtbar würden, sagte der Vorsitzende Johannes Bayer am Donnerstag in Osnabrück. „Das ist letztlich die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass Menschen im Mittelmeer umkommen.“

Allerdings sei der Gegenwind insbesondere von populistischen Parteien wie der AfD stärker geworden, sagte der Vorsitzende. Das reiche bis zu Angriffen auf Büros und sogar Morddrohungen. Der Vorsitzende wird an diesem Freitag den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis im Friedenssaal des historischen Rathauses in Osnabrück entgegennehmen.

Den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält der kenianische Autor Ngugi wa Thiong’o (81). Weil er erkrankt ist, wird der ebenfalls aus Kenia stammende und in Leipzig an der Uni lehrende Schriftsteller und Freund Ngugis, Abdilatif Abdalla, die Auszeichnung entgegennehmen. Abdalla lobte den Preisträger als einen der Väter der afrikanischen Literatur. Er trage als politische Autor bis heute zu einem demokratischen Wandel seines Lands bei.

Denkprozesse angestoßen

Die Jury-Vorsitzende, die Osnabrücker Universitäts-Präsidentin Susanne Menzel-Riedl, hob Ngugis Leistung als Brückenbauer zwischen Afrika und Europa hervor. Er habe Denkprozesse in der afrikanischen Gesellschaft angestoßen, damit sie sich auf ihre eigene kulturelle Identität besinne. Der Schriftsteller und Kulturwissenschaftler kämpfe für den Erhalt der Muttersprache als Identifikationsmerkmal und gegen kolonialistisches Denken. Gleichzeitig werbe er erfolgreich in Europa um Verständnis für Afrika.

Die Stadt Osnabrück verleiht seit 1991 alle zwei Jahre den Friedenspreis, der nach dem in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970) benannt ist. Remarque ist unter anderem Autor des Anti-Kriegs-Romans „Im Westen nichts Neues“. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 15. Mal vergeben. (epd/mig)

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