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Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

Bundesregierung

Jeder fünfte Asylantragsteller in Deutschland geboren

Jeder fünfte Asylantragssteller ist ein Kind unter einem Jahr – und in Deutschland geboren. Das teilt die Bundesregierung mit. Die Gesamtzahl aller Asylanträge liegt deutlich unter dem Asyl-Korridor der Koalition.

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Baby (Symbolfoto) © Gonzalo Merat auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Mehr als jeder fünfte Asylantragsteller in Deutschland ist ein bereits hierzulande geborenes Kind. Wie das Bundesinnenministerium am Montag in Berlin mitteilte, gab es von Januar bis Ende September dieses Jahres rund 24.000 Erstanträge von Kindern unter einem Jahr, die nach der Einreise der Eltern in Deutschland geboren wurden. Das waren fast 22 Prozent aller Asylerstanträge in diesem Jahr (rund 110.000).

Die Gesamtzahl der Asylanträge lag damit erneut unter dem Niveau des Vorjahres. Im Vergleichszeitraum 2018 wurden elf Prozent mehr Erstanträge gestellt. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Irak und die Türkei.

Korridor weit unterschritten

Bleiben die Zahlen bis Ende des Jahres auf dem Niveau der bisherigen Monate 2019, wird der in der Koalition vereinbarte Korridor für Asylzuwanderung weit unterschritten. Hochgerechnet käme man auf eine Gesamtzahl der Erstanträge in Höhe von knapp 150.000. Zwischen Union und SPD ist vereinbart, dass eine Spanne von 180.000 bis 220.000 nicht überschritten werden soll.

Als Flüchtling anerkannt wurden in diesem Jahr bislang den Angaben zufolge 23 Prozent der Antragsteller, rund zwölf Prozent erhielten den untergeordneten, subsidiären Schutz. Abgelehnt wurden 28 Prozent der Anträge. In gut einem Drittel der Fälle (34 Prozent) wurden die Verfahren anderweitig erledigt, weil beispielsweise ein anderes EU-Land zuständig war. In diesen Fälle wurde in Deutschland nicht entschieden, ob das Schutzgesuch berechtigt ist oder nicht. (epd/mig)

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