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Erneute Bombendrohung gegen Moscheen

Gegen die Duisburger Merkez-Moschee hat es erneut eine Bombendrohung gegeben. Am Freitagmorgen habe der Vorstand der Ditib-Gemeinde eine E-Mail von einem unbekannten Absender mit der Ankündigung erhalten, um 11 Uhr werde eine Bombe hochgehen, teilte die Duisburger Polizei am Freitag mit. Der Moscheevorstand habe sofort die Polizei alarmiert und eine Räumung des Gebäudes veranlasst, in dem sich zehn Menschen befanden.

Daraufhin wurde nach Polizeiangaben das Gebiet rund um die Moschee abgesperrt, Beamte und ein Sprengstoffspürhund suchten das Gelände und das Gebäude ab. Gegen Mittag wurde Entwarnung gegeben. Das Freitagsgebet habe ohne Verzögerung stattfinden können, hieß es. Der Staatsschutz der Duisburger Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf.

Einer Meldung von „Brandeilig“ zufolge, haben am selben Tag auch die DITIB Şehitlik-Moschee in Berlin und eine DITIB-Moschee in Köln Pulheim Bombendrohungen erhalten. In beiden Fällen wurde nach einer Durchsuchung von der Polizei Entwarnung gegeben. „Brandeilig“ ist eine Internet-Plattform zur Erfassung von Übergriffen auf Moscheen.

Zentralrat der Muslime fordert mehr Polizeischutz

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert angesichts von Übergriffen und Bombendrohungen mehr Polizeischutz für Moscheen. Der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, er plädiere für „ein neues Sicherheitskonzept, denn die Gefahrensituation für muslimische Einrichtungen hat sich grundlegend verändert“.

Bundesweit seien in diesem Jahr nur wenige Fälle von Bombendrohungen gegen Moscheen öffentlich geworden, es gebe aber mehr, erklärte Mazyek. Sein Verband wisse von 18 Fällen, „die Dunkelziffer dürfte noch höher sein“. Viele Moscheen wollten nicht, dass entsprechende Informationen nach außen drängen, denn sie fürchteten Trittbrettfahrer.

Politiker sollen Moscheen besuchen

Mazyek forderte Politiker auf, betroffene Moscheen zu besuchen. „Das ist zwar Symbolpolitik, aber es braucht Symbole in diesem Zusammenhang.“ Wenn dies ausbleibe, hätten alle verloren. Denn diejenigen, die Anschläge organisierten, setzten darauf, dass die Spaltung der Gesellschaft zunehme. „Und wenn eine Minderheit angegriffen wird, dauert es nicht lange, bis es die nächste Minderheit trifft.“ Der Zentralratsvorsitzende kritisierte: „Es ist fatal, wenn die öffentliche Empörung ausbleibt und diese Vorgänge nicht als Gefahr gegen die Demokratie als solche verstanden werden.“

Bereits im Juli hatte die Merkez-Moschee im Stadtteil Marxloh eine Bombendrohung per E-Mail erhalten, verdächtige Gegenstände wurden jedoch nicht gefunden. Damals war das Schreiben mit „Combat 18“ unterzeichnet. Die rechtsextreme Terrororganisation „Combat 18“ gilt als militanter Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“. (epd/mig)