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Familiennachzug zu Flüchtlingen stark gesunken

Der Nachzug von Angehörigen zu Flüchtlingen in Deutschland ist stark zurückgegangen. Nach am Mittwoch bekannt gewordenen Zahlen des Auswärtigen Amts wurden im ersten Quartal 2019 an 7.402 Menschen Visa zum Zweck der Familienzusammenführung erteilt. 2017 waren es im ersten Quartal noch mehr als 17.000 Visa für Angehörige aus den Asyl-Hauptherkunftsstaaten Syrien, Irak, Afghanistan, Iran, Eritrea und Jemen.

Seit 2018 werden auch Nachzüge aus Somalia in dieser Kategorie erfasst. Dennoch lag die Zahl der Visa für den Familiennachzug im ersten Quartal 2018 nur noch bei rund 10.600. Gründe für den Rückgang wurden nicht genannt. Die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge ist im gleichen Zeitraum ebenfalls stark zurückgegangen.

Nach den Zahlen, die von der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Linke) erfragt wurden, waren knapp 3.200 der Nachzüge von Januar bis März dieses Jahres Zusammenführungen mit Flüchtlingen, die den sogenannten subsidiären Schutz erhalten haben. Für sie war der Familiennachzug nach dem Anstieg der Flüchtlingszahlen für zwei Jahre ausgesetzt. Seit August 2018 gilt eine Regelung, die den Nachzug von 1.000 Angehörigen pro Monat erlaubt.

1.000 Visa pro Monat

Nach dem schleppenden Anlaufen der Regelung werden den Angaben zufolge inzwischen rund 1.000 Visa pro Monat für Menschen erteilt, die zu Ehegatten, Eltern oder Kindern nach Deutschland wollen. Flüchtlinge, die einen Schutz nach Grundgesetz oder Genfer Flüchtlingskonvention haben, haben ein Recht auf das Nachholen ihrer Angehörigen. Für diese Art des Familiennachzugs gibt es keine Begrenzung.

Der Nachzug Angehöriger zu in Deutschland lebenden Flüchtlingen macht der Statistik zufolge weit weniger als ein Drittel der Familienzusammenführungen aus. Von Januar bis Ende März wurden insgesamt fast 26.800 Visa für den Familiennachzug erteilt, davon die 7.402 an Angehörige von Flüchtlingen. (epd/mig)