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Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968
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Nach Christchurch

Mazyek fordert besseren Schutz für Moscheen in Deutschland

Nach dem Terroranschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch fordert Aiman Mazyek besseren Schutz für Moscheen in Deutschland. Muslimische Gotteshäuser seien praktisch ungeschützt. Chrisine Buchholz wirft Innenminister Seehofer Verharmlosung von Islamfeindlichkeit vor.

Islamfeindlichkeit, Moschee, Islam, Muslime, Schmiererei, Rechtsextremismus
"Die Moschee war der Anfang" - islamfeindliche Schmiererei an einer Moschee

Nach den Anschlägen auf Moscheen in Neuseeland fordert der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, einen besseren Schutz islamischer Gotteshäuser in Deutschland. Außer über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen, wenn die Einrichtung zuvor attackiert worden sei, gebe es bislang keinen Schutz für Moscheen, sagte Mazyek der „Heilbronner Stimme“. „Diesen Umstand, dass Moscheen praktisch ungeschützt sind, haben wir immer wieder angemahnt und kritisiert, ohne dass Konsequenzen gezogen worden sind.“

In der muslimischen Gemeinde leide inzwischen das Vertrauen in die Arbeit der Sicherheitsbehörden, fügte er hinzu. „Viele haben das Gefühl, dass ihre Sorgen und ihr nachvollziehbares Sicherheitsbedürfnis nicht ernstgenommen werden.“

Die Zahl der Angriffe auf Moscheen in Deutschland nehme zu, klagte Mazyek. Besserer Schutz wirke abschreckend auf Täter, die immer dreister und heftiger vorgingen, erklärte der Zentralrats-Vorsitzende. Auch müsse der Staat sichtbar machen, dass ihm die Sicherheit seiner muslimischen Bürger nicht egal sei.

Buchholz: Seehofer verharmlost Islamfeindlichkeit

Er begrüßte es, dass „mit Horst Seehofer erstmals ein deutscher Innenminister den Umstand eines erhöhten Sicherheitsrisikos im Zusammenhang von Moscheen erkennt, und zudem sicherheitspolitische Konsequenzen ankündigt.“ Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte dem Boulevardblatt „Bild“ gesagt: „Auch religiöse Einrichtungen können Ziele von Terroristen sein. Wenn es Anhaltspunkte für Gefahren gibt, wird der Schutz verstärkt.“ Dem Blatt zufolge hat Seehofer auch gesagt, er könne kein islamfeindliches Klima in Deutschland erkennen.

Das stößt bei der religionspolitischen Sprecherin der Linkspartei, Christine Buchholz, auf scharfe Kritik. „Wer Islamfeindlichkeit verharmlost, hat nichts aus dem Massaker von Christchurch gelernt“, erklärte Buchholz. „Der antimuslimische Rassismus hat in Deutschland massiv zugenommen. Angesichts dessen sind Seehofers Äußerungen zur Islamfeindlichkeit verharmlosend“, so die Linkspolitikerin weiter.

50 Menschen getötet

Laut Buchholz werden im Schnitt zwei islamfeindliche Straftaten pro Tag gemeldet, viele betreffen Moscheegemeinden. „Die Zahl der Körperverletzungen gegen Muslime hat zugenommen. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher liegt“, erklärte Buchholz abschließend.

Bei den Anschlägen auf zwei Moscheen in Neuseeland waren am Freitag 50 Menschen durch Schüsse getötet und mindestens 50 weitere verletzt worden. Unter Verdacht steht ein rechtsextremer Australier. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. Ute Plass sagt:

    “ Dem Blatt zufolge hat Seehofer auch gesagt, er könne kein islamfeindliches Klima in Deutschland erkennen.“

    Kein Wunder, dass der Innenminister kein ‚islamfeindliches Klima in Deutschland erkennen‘ kann, weil zu vermuten ist, dass ihm der Balken im Auge die Sicht auf sich selbst versperrt. Tönte Seehofer nicht noch letztes Jahr: ‚ Der Islam gehört nicht zu Deutschland‘?!!



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