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Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Studie

Flüchtlinge brauchen gute Deutschkenntnisse auf dem Weg in den Job

Gute Deutschkenntnisse sind für Flüchtlinge der entscheidende Erfolgsfaktor auf dem Arbeitsmarkt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen IAB-Studie.

Arbeitsagentur, Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsamt, Arbeit, BA
Agentur für Arbeit © Patrick Jedamzik @ flickr.com (CC 2.0)

Gute Deutschkenntnisse sind einer Studie zufolge der entscheidende Erfolgsfaktor für die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Für die Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurden in den Jahren 2016 und 2017 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak befragt, wie das Institut mitteilte.

Interviewt wurden den Angaben nach geflüchtete Menschen, die nach dem Abschluss ihres Asylverfahrens Arbeitslosengeld II erhielten. Von den im Jahr 2016 Befragten, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwerbstätig waren, hatten ein Jahr später 14 Prozent einen Job. Diese Stellen waren zu etwa gleichen Teilen Minijobs und sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten. 28 Prozent der Beschäftigungen haben zu einem Ende des Arbeitslosengeld-II-Bezuges geführt, wie es hieß.

Gut entwickelt haben sich den Forschern zufolge die Deutschkenntnisse der Flüchtlinge. 2016 verfügten 24 Prozent der Befragten über lediglich geringe deutsche Sprachkenntnisse. Ein Jahr später zeigten sich bereits deutliche Veränderungen: Von den Personen mit geringen oder zufriedenstellenden deutschen Sprachkenntnissen konnten 47 Prozent ihre Sprachfähigkeit innerhalb eines Jahres verbessern.

Schul- und Berufsabschlüsse

Noch wenig Veränderungen lassen sich bislang bei den Schul- und Berufsabschlüssen feststellen, wie es weiter hieß. 2016 verfügten 67 Prozent der Befragten über einen Schulabschluss und 31 Prozent über einen Berufs- oder Hochschulabschluss. Von den Personen ohne Schul- oder Berufsabschluss wiesen ein Jahr später acht Prozent einen zusätzlichen Abschluss auf. Im Jahr 2017 befanden sich insgesamt 23 Prozent der Befragten als Schüler, Auszubildende oder Studierende im regulären Bildungssystem.

Grundlage der Studie ist die wiederholte Befragung von geflüchteten Menschen aus Syrien und dem Irak im Grundsicherungsbezug im Rahmen des Panels „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ (PASS). Im Jahr 2016 nahmen 637 Personen zwischen 15 und 64 Jahren teil, von denen 369 ein Jahr später erneut befragt werden konnten. Das IAB gehört zur Bundesagentur für Arbeit. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. Tobias Stocker sagt:

    Ich finde es unerträglich, dass viele Flüchtlinge noch immer keine Jobs bekommen. Gerade das Handwerk sollte man einmal dazu zwingen bzw. anregen, etwas zu tun (etwa über einen steuerlich subventionierten Ausbildungszwang).



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