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Keine Prüfungen an jüdischen Feiertagen

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert Rücksicht auf jüdische Feiertage bei der Festlegung von Prüfungsterminen an Universitäten. Die Situation sei äußerst unbefriedigend und sorge in der jüdischen Gemeinschaft verständlicherweise für Ärger, sagte Schuster der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“.

Religiösen jüdischen Studierenden sei es unmöglich, an Feiertagen Klausuren zu schreiben, sagte Schuster. „Es wäre zu prüfen, ob die bisherige Regelung gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstößt.“ Bund und Länder und schließlich die Universitäten stünden hier zum einen in einer historischen Verantwortung, zum anderen gelte es, das Schreibverbot an jüdischen Feiertagen zu respektieren.

Schreibverbot an Feiertagen

Es gehe zum Beispiel beim zweiten medizinischen Staatsexamen um Termine im Oktober und April, die in diesem Jahr mit dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur und im Jahr 2020 mit den hohen jüdischen Festtagen Pessach zusammenfallen. Ihm könne niemand erzählen, dass es unmöglich sei, Prüfungen auf Werktage zu legen, die keine jüdischen Feiertage mit Schreibverbot sind, sagte der Zentralratspräsident.

In anderen Fächern – wie Jura – seien die Examenstermine nicht bundesweit zur gleichen Zeit, sondern in den einzelnen Bundesländern terminiert. „Da müsste das erst recht möglich sein“, sagte Schuster.

Seit zehn Jahren nichts unternommen

Das Problem gibt es nach seinen Aussagen seit mehr als zehn Jahren. Seitdem stehe der Zentralrat wegen des Themas in intensivem Kontakt mit den zuständigen Behörden auf Bundes- und auf Landesebene – bislang aber mit wenig überzeugenden Reaktionen, kritisierte Schuster: „Zwar betonen alle, wie wichtig ihnen religiöse Vielfalt und die Religionsfreiheit seien, aber wirkliche Schritte für eine Lösung des Problems wurden nicht unternommen.“

Der Zentralrat werde an die Bundesregierung und die Länder herantreten, um Möglichkeiten auszuloten, wie die Verwaltungsvorschriften so überarbeitet werden können, dass jüdische Feiertage künftig berücksichtigt werden, kündigte Schuster an. (epd/mig)