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Migration und Integration in Deutschland

Erwerbsquoten der inländischen (43 %) und ausländischen (70,8 %) Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1970.

Friedrich Heckmann, Die Bundesrepublik als Einwanderungsland?, 1981

Investitionsmöglichkeit für In- und Ausländer

Interesse an deutschem Aktienmarkt steigt

Der deutsche Aktienmarkt hat zuletzt im Ausland eine Menge Interesse geweckt. Aber auch Migranten in Deutschland treten immer häufiger als Akteure auf dem Parkett auf.

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Börse © AhmadArdity @ pixabay.com (CC0), bearb. MiG

In der deutschen Wirtschaft ist seit Jahren von Aufschwung die Rede: Davon profitiert vor allem, wer an den Entwicklungen auf dem Aktienmarkt teil hat. Unglücklicherweise sind die Deutschen eher zaghaft, wenn es darum geht, Geld anzulegen. Sie sparen es lieber, machen dann aber faktisch Verluste durch die anhaltende Niedrigzinsphase. Ihr Vermögen stagniert.

Dabei hat der deutsche Aktienmarkt zuletzt im Ausland eine Menge Interesse geweckt: Investitionen in den DAX brachten satte Dividenden ein, von denen über die Hälfte ins Ausland floss. Migranten in Deutschland treten dabei als neue, interessante Spieler auf den Markt: Wenn sie sich Geldanlage leisten können, vertreten sie nicht den gleichen sparsamen Ansatz wie die Deutschen. Genaueres erfährt man in diesem Artikel.

Geldanlage heute häufig mobil

Gerade wenn es um die Gruppe der Geflüchteten geht, war ein Einstieg in den Aktienmarkt bisher nicht so einfach. Doch das könnte sich möglicherweise nun ändern: Auf dem Markt sind bereits eine Auswahl von Apps und Webseiten vertreten, bei denen es nur ein paar Klicks benötigt, um selbst Wertpapiere kaufen und verkaufen zu können. Bekannte Namen sind Social Trading Seiten wie eToro oder Wikifolio. Auch Vestle gehört zu den Vorreitern des webbasierten Investierens. Interessenten können sich beispielsweise über die DAX 30 Rate auf Vestle informieren und dann entscheiden, ob es für sie Sinn macht, in dieses Geschäft einzusteigen.

Europa hat Löwenanteil

Mit knapp 115.000 ist die Zahl der Einwanderer aus den USA in Deutschland zwar relativ gering, ihre Finger haben die USA dennoch im deutschen Markt. Denn 20 Prozent der ausländischen Anleger stammen aus Nordamerika. Übertroffen wird das nur von den gesammelten Anteilen der übrigen europäischen Länder, die zu 28 Prozent Teilhaber an den DAX-Unternehmen sind. Auch die europäischen Länder gehören größtenteils nicht zu den migrationsstärksten Ländern und auf die restlichen Länder verteilen sich nur 4 Prozent der DAX-Anteile.

Trotzdem ist die vielfältige ausländische Partizipation auf dem deutschen Aktienmarkt durchaus wünschenswert. Von dieser Investitionsfreude könnten die Deutschen sich eine Scheibe abschneiden – denn bisweilen dominieren ausländische Investoren den DAX mit über 50 Prozent Anteil. Möglicherweise kann eine verstärkte Investition durch Migranten erreichen, dass wieder eine Mehrheit der Investitionen innerhalb von Deutschland getätigt werden. Schließlich sind sie häufig weniger befangen – und manche sehen es auch am Beispiel ihrer Herkunftsländer – was die Geldanlage angeht.

Ist Sparen nie der richtige Weg?

Nun hat es mit Sicherheit seinen Grund, dass das Sparkonto sich als liebste Geldanlage der Deutschen durchgesetzt hat. Zum einen sind die Deutschen sicherheitsliebend und Sparkonten sind so gesehen wenig abhängig von den teilweise kapriziösen Schwankungen der Börse. Zum anderen waren die Zinsaussichten nicht immer so düster und man konnte tatsächlich sein Geld vermehren, indem man es einfach liegen ließ.

Doch in der heutigen Zeit muss man seine Investitionsstrategie neuen Gegebenheiten anpassen. Man mach schleichende Verluste, wenn man sein Geld nicht anlegt, und lässt sich vor allem Möglichkeiten auf Gewinne entgehen. Wer weiter nach Sicherheit strebt, der sollte nicht alles auf einmal investieren – ein Schachzug, der nirgends so leicht geht wie bei einem Online-Broker. Und das gilt für inländische sowie ausländische Investoren. (dd)

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