MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Mittelamerika

Migranten erreichen US-Grenze

Mahr als 300 Migranten aus Mittelamerika haben die mexikanische Stadt Tijuana an der US-Grenze erreicht. Der US-Grenzschutz ließ Hubschrauber steigen. Bürgermeister von Tijuana warnt: Können Menschen nicht versorgen. Insgesamt sind rund Zehntausend Menschen unterwegs.

USA, Amerika, Fahne, Flagge, US Flagge, US Fahne
USA © cloudbuilding @ flickr.com (CC2.0), barb. MiG

Nach einer mehrere Tausend Kilometer langen Reise haben über 300 Migranten aus Mittelamerika die US-Grenze erreicht. Auf Lkws kamen die zumeist aus Honduras stammenden Menschen am Dienstag (Ortszeit) in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana an, wie die Tageszeitung „La Jornada“ berichtete. Etwa 20 junge Männer erklommen den Grenzzaun am Strand, der Tijuana von San Diego auf US-Seite trennt. Der US-Grenzschutz ließ Hubschrauber über dem Strand in die Luft steigen, griff aber nicht ein. Nach etwa 20 Minuten kletterten die Flüchtlinge wieder vom Zaun herab.

Die Mehrheit der Gruppe von rund 5.000 Migranten ist noch nicht in Tijuana angelangt. Im 2.000 Kilometer entfernten Zapopan, im Bundesstaat Jalisco, übernachteten die Menschen zuletzt in einem Hörsaal und zogen dann weiter in Richtung Norden. Die Regierung von Jalisco erklärte, sie könne die Migranten nicht weiter versorgen und habe deshalb die temporäre Unterkunft schließen müssen. 26 Kinder der Gruppe seien erkrankt und würden im Krankenhaus behandelt.

Insgesamt sind rund Zehntausend Menschen aus Guatemala, Honduras und El Salvador seit Wochen zu Fuß unterwegs, um in die USA zu gelangen. Sie fliehen vor Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern. Eine Gruppe von etwa 1.500 Menschen ist inzwischen in Mexiko-Stadt angelangt und wird in einem Sportstadion von Hilfsorganisationen und den Behörden mit Lebensmitteln versorgt und medizinisch betreut. In Mexiko-Stadt leiden die Menschen derzeit unter einer Kältewelle mit Temperaturen bis Null Grad.

Bürgermeister: Können Menschen nicht versorgen

Der Bürgermeister von Tijuana, Juan Manuel Gastélum, sagte der Tageszeitung „El Universal“, seine Stadt habe überhaupt keine Kapazität, die Ankommenden unterzubringen und zu versorgen. Schon jetzt seien 3.000 Haitianer in der Stadt, die in die USA gelangen wollten. Tijuana werde völlig allein gelassen, beklagte der Bürgermeister mangelnde Unterstützung der Regierung. Zudem seien derzeit alle verfügbaren Beamten eingesetzt, um die Waldbrände rund um Tijuana unter Kontrolle zu bringen. Die rund 300 Migranten aus Mittelamerika haben ihr Lager am Strand aufgeschlagen.

Die US-Grenzschutzbehörde CBP teilte in Erwartung der Migranten aus Mittelamerika mit, dass sie Grenzübergänge in Tijuana stärker schützen werde. In San Ysidro und Otay Mesa soll die Grenze zudem für Fußgänger teilweise geschlossen und für den Autoverkehr eingeschränkt würden. Gleichzeitig würden die Grenzkontrollen verstärkt. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...