MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg, Trauergottesdienst nach dem Terroranschlag im norwegischen Oslo und Utoya, 2011

Gegen "Pegida"

Zehntausend Menschen gehen für Respekt und Demokratie auf die Straße

Die fremdenfeindliche „Pegida“-Bewegung demonstriert seit vier Jahren in Dresden. Zum Jahrestag fordert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Bürger dazu auf, sich für Weltoffenheit zu engagieren.

Demonstration, Dresden, Pegida, Fremdenfeindlichkeit, Demo, Rassismus
"Herz statt Hetze"-Demonstration in Dresden gegen "Pegida" © twitter/ @HerzstattHetze ‏

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Dresden unter dem Motto „Herz statt Hetze“ gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit demonstriert. Anlass war eine zeitgleich stattfindende „Pegida“-Kundgebung am Sonntag zum vierten Jahrestag der fremdenfeindlichen Bewegung. Dazu waren 4.000 Teilnehmer angemeldet worden.

Ein erster Protestzug von Initiativen aus dem linken Spektrum startete am Mittag von der Neustädter Elbseite in Richtung Zentrum. Daran beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 4.000 Menschen. Auf Bannern war etwa zu lesen „Gemeinsam gegen den Rechtsruck in Europa“. Am Hauptbahnhof versammelten sich zu einem weiteren Protestzug rund 6.000 Menschen. Beide Demonstrationszüge wollten sich im Anschluss zu einer gemeinsamen Abschlusskundgebung in der Innenstadt vereinen. Außerdem fand in der Frauenkirche ein Friedensgebet statt.

Kretschmer: „Wir haben es in der Hand“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rief bei einer Kundgebung auf dem Rathausplatz dazu auf, sich politisch zu engagieren: „Wir haben es in der Hand, ob dieses Land weltoffen und freundlich ist.“ Zugleich forderte er dazu auf, sich gegen Alltagsrassismus zu wehren. „Es ist wichtig, dass wir uns engagieren und denen entgegentreten, die nur einfache Antworten haben“, sagte Kretschmer mit Blick auf „Pegida“. Der Initiator von „Dresden.Respekt“, der Medizinprofessor Gerhard Ehninger, sagte, „Demokratie ist keine Zuschau- sondern eine Mitmachveranstaltung“.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, der vierte Geburtstag von „Pegida“ sei „ein trauriger Tag für unser Land“. Es sei aber gerade kein Tag, die Hände in den Schoß zu legen. „Super, dass heute erstmals alle Protest-Initiativen in Dresden gemeinsam demonstrieren“, twitterte der Außenminister.

Aufstehen gegen Fremdenfeindlichkeit

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) rief bei der Kundgebung dazu auf, gegen Fremdenfeindlichkeit aufzustehen. Bei Rassismus müsse es ein „klares Halt“ geben, sagte Dulig. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) betonte, es könne nicht sein, dass Menschen wie beispielsweise ausländische Wissenschaftler oder Studenten Angst hätten, in Dresden zu leben. Zugleich rief sie dazu auf, sich für ein demokratisches Miteinander einzusetzen. Mit Blick auf „Pegida“ sagte Stange, dort versammelten sich „nicht nur die Unzufrieden, sondern sie ziehen rechte Gruppen an“.

„Pegida“ hatte sich am 17. Oktober 2014 erstmals in Dresden versammelt. Das Bündnis demonstriert seit vier Jahren regelmäßig mit mittlerweile jeweils rund 2.000 Teilnehmern. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...