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Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Novum

Interaktive Karte zu jüdischem Leben in Deutschland

Eine interaktive Karte zeigt das jüdische Leben in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart. Die vom Jüdischen Museum Berlin entwickelte Website setzt auf die Beteiligung der Nutzer, die nach dem Wikipedia-Prinzip weitere Inhalte ergänzen können.

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Die interaktive Karte zu jüdischem Leben in Deutschland.

Die erste interaktive Karte zu jüdischem Leben in Deutschland ist am Donnerstag an den Start gegangen. Die Website „Jewish Places“ umfasst derzeit 8.500 aktuelle und historische Daten aus dem ganzen Bundesgebiet. Sie solle mit Hilfe der Nutzer nach dem Wikipedia-Prinzip weiter wachsen, sagte Projektleiterin Barbara Thielen vom Jüdischen Museum Berlin am Mittwoch. Vorgestellt wird an bislang etwa 1.600 Orten bundesweit alles, was mit früherem oder heutigem jüdischen Leben in Deutschland zu tun hat. Mittels Zoom-, Such- und Filterfunktionen können Nutzer Orte des jüdischen Lebens aus fünf Jahrhunderten erkunden.

Das reicht von jüdischen Einrichtungen wie Synagogen über jüdische Geschäfte und Restaurants bis hin zu Stolpersteinen, Gedenkstätten und Einzelpersonen. Die älteste Eintragung ist die erstmals 321 urkundlich erwähnte Synagogen-Gemeinde Köln, die bislang jüngste die 2015 gegründete Kahal-Adass-Jisroel-Gemeinde in Berlin. Bei den Persönlichkeiten reicht das Spektrum von der 1645 geborenen Hamburger Kauffrau Glückel von Hameln bis zum Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Berlin, dem 1926 geborenen Michael Blumenthal. Angeboten werden zudem bislang sieben Spaziergänge, unter anderen durch Dresden. Sie führen an Stätten des vergangenen oder aktiven Judentums in der Elbestadt.

Mit der interaktiven Karte www.jewish-places.de sollten die örtliche Zivilgesellschaft sowie Schüler, Lehrer oder Wissenschaftler einen Zugang zur jüdischen Lokalgeschichte ihrer Heimatregion finden und erkunden, sagte die Programmdirektorin des Jüdischen Museums, Léontine Meijer-van Mensch. Zudem könnten Interessierte eigene Inhalte hinzufügen sowie Fotos und Videos hochladen.

Ethische Grenze

„Durch die lokale Verbindung hoffen wir, dass sich viele Heimatforscher daran beteiligen und die Karte ergänzen“, sagte Projektleiterin Thielen. Auch auf die weltweit verstreuten Nachfahren von aus Deutschland in der NS-Zeit vertriebenen Juden setzten die Macher, dass sie ihre Familiengeschichten in das Portal einbauen. „Wir hoffen sehr auf eine internationale Community“, sagte Thielen.

Nicht auf die Seite gehören laut Programmdirektorin Meijer-van Mensch Orte der Vernichtung von Juden wie Konzentrations- oder Vernichtungslager. „Das sind keine jüdischen Orte“, sagte Meijer-van Mensch: „Da ziehen wir eine ethische Grenze.“

Karte wird kontrolliert

Betreut wird die zunächst nur auf Deutsch zur Verfügung stehende interaktive Karte von einem zweiköpfigen festen Moderatorenteam, das auch verhindern soll, dass falsche Informationen hochgeladen werden oder die Seite für antisemitische Inhalte missbraucht wird. Die Karte gibt es auch als mobile Version.

Die vom Jüdischen Museum über einen Zeitraum von drei Jahren entwickelte interaktive Karte hat zahlreiche Kooperationspartner wie die Arbeitsgemeinschaft Alemannia Judaica, das Bundesarchiv, das Frankfurter Fritz-Bauer-Institut oder das Polin Museum in Warschau. Finanziert wird das Projekt ausschließlich aus Spenden unter anderen der Flick-Stiftung, des US-Freundeskreises des Museums und der Bundeszentrale für politische Bildung. (epd/mig)

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