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Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Deutsche Islamkonferenz

Kerber: Mit muslimischen Spitzenverbänden „zur Genüge ausgetauscht“

Der Innenstaatssekretär Markus Kerber will die Deutsche Islamkonferenz im veränderten Format neu starten. Er erwartet von neuen Akteuren neue Impulse für die Selbstorganisation der Muslime in Deutschland. Es sei nicht schwer, eine Moschee zu bauen.

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Islamkonferenz (Archivfoto) © Fotografie Katy Otto / Deutsche Islam Konferenz

Der Innenstaatssekretär Markus Kerber erwartet von einer Islamkonferenz mit neuen Akteuren jenseits der etablierten Verbände neue Impulse für die Selbstorganisation der Muslime in Deutschland. „Religionsverfassungsrechtlich haben wir uns mit den in Deutschland agierenden muslimischen Spitzenverbänden nun wirklich zur Genüge ausgetauscht, zwölf Jahre lang“, sagte der Leiter der Abteilung Heimat im Bundesinnenministerium am Montagabend bei einer Veranstaltung in der Katholischen Akademie in Berlin.

Auch auf muslimischer Seite wisse man, was es brauche, um stärker mit dem Staat in eine Kooperation zu treten, beispielsweise um Kirchensteuern zu erheben. „Jeder hat die Handynummer des anderen, aber es bewegt sich nicht so groß voran“, sagte Kerber zum Dialog mit den großen Verbänden.

Der Staatssekretär will die Deutsche Islamkonferenz Ende November im veränderten Format neu starten. Kerber will neben den etablierten Verbänden, darunter der größte deutsche, aber von der Türkei abhängige Moscheeverband Ditib, auch Einzelpersonen in das Dialogformat einladen.

700.000 Moscheebesucher

Kerber sagte, wenn man alle Moscheebesucher in Deutschland zähle, komme man auf 600.000 oder 700.000, „bei einer Anzahl von mindestens vier Millionen in Deutschland lebenden Muslimen“. Das muslimische Leben in Deutschland sei weit säkularer „als es die Verbandsvertreter annehmen wollen“.

Viele sagten inzwischen, sie wollten einen eigenen, deutschen Islam, sagte Kerber. Er verwies auf die an deutschen Universitäten eingerichteten Lehrstühle für islamische Theologie. Dort würden Theologen ausgebildet, die in Deutschland nicht arbeiten könnten, „weil Ankara ihnen die Lehrbefugnis verweigert“, sagte Kerber und ergänzte: „Das finde ich unbefriedigend.“

Deutsche Muslime sollen sich selbst organisieren

Er wolle, dass muslimische deutsche Staatsbürger die Selbstorganisation selbst in die Hände nehmen, sagte Kerber. „Es ist gar nicht so schwer, sich in einem Verein zusammenzutun und dann eine Moschee hier zu bauen“, sagte er.

Die deutsche Islamkonferenz wurde 2006 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Leben gerufen, um den Dialog zwischen Muslimen und Staat zu fördern. Anders als bei den Kirchen gibt es mit islamischen Gemeinschaften nur in einigen Ausnahmen Staatsverträge, die Religionsgemeinschaften besondere Rechte zusichern. Ein wesentlicher Grund war die unklare Mitgliedsstruktur der Islam-Verbände. Kerber, der bereits an Schäubles Seite die Islamkonferenz mitbegründete und von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zurück ins Ministerium geholt wurde, will daher auch andere Akteure mit an den Beratungstisch holen. (epd/mig)

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