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Wir haben in dieser Woche gerade einige Gesetze verabschiedet – zum Beispiel gegen die Scheinehe. Und wir wollen damit deutlich machen, dass wir solche Zwangsverheiratungen zum Beispiel nicht billigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Video-Podcast der Bundeskanzlerin #35/10 vom 30.10.2010

Vereinte Nationen

Mehr als 1.600 Migranten 2018 auf Mittelmeer gestorben

Im laufenden Jahr sind bereits mals 1.600 Flüchtlinge auf hoher See gestorben. Wie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mitteilt, wird die Überfrahrt über das Mittelmeer immer gefährlicher. Sorgen bereiten dem UN auch unwürdige Zustände auf griechischen Inseln.

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Frau an der Küste © Judith Altrogge

Die Überfahrt über das Mittelmeer wird für Migranten und Flüchtlinge immer gefährlicher. In diesem Jahr seien bereits mehr als 1.600 Menschen auf hoher See gestorben, teilt das Flüchtlingshilfswerk UNHCR einer Vorabmeldung zufolge am Montag in Genf mit.

Im Zeitraum von Januar bis Juli 2018 sei von 18 Menschen, die das Mittelmeer überquerten, einer ums Leben gekommen oder vermisst. Im gleichen Zeitraum 2017 sei von 42 Menschen einer gestorben oder vermisst. Die meisten von ihnen seien ertrunken, hieß es.

Das UNHCR forderte die Anrainerstaaten des Mittelmeeres auf, einen verlässlichen Seenotrettungsdienst einzurichten. Bislang erreichten mehr als 67.000 Migranten und Flüchtlinge über das Mittelmeer Europa, die meisten von ihnen gingen in Spanien an Land. Die Menschen nutzen seeuntaugliche Schlepperboote.

Unwürdige Zustände auf griechischen Inseln

Bereits am Freitag prangerte ein UNHCR-Sprecher erbärmliche Zustände in den Erstaufnahmelagern für Tausende Flüchtlinge und Migranten auf griechischen Inseln angeprangert. Griechenlands Regierung müsse für einen menschenwürdigen Aufenthalt in den hoffnungslos überfüllten Camps sorgen.

Völlig ungenügende sanitäre Einrichtungen, vermehrte sexuelle Übergriffe und andere Gewalt sowie ein steigender Bedarf an psychologischer und medizinischer Hilfe kennzeichneten die Lage in den Lagern, sagte UNHCR-Sprecher Charlie Yaxley. Einige Menschen seien in den Zelten und Behausungen schon seit mehr als einem halben Jahr eingepfercht. Besonders Kindern und ihren Begleitern, älteren und kranken Menschen müsste eine zügige Weiterreise auf das griechische Festland gestattet werden, wo die Behörden über das weitere Schicksal der Angekommenen entscheiden.

Laut den UN erreichten von Anfang Januar bis Ende August 2018 knapp 19.000 Menschen mit Booten über das Mittelmeer die griechischen Inseln oder das griechische Festland. Viele von ihnen stammten aus den Krisenländern Afghanistan, Irak und Syrien. Nach Spanien schafften es den Angaben nach 2018 knapp 29.000 Migranten und Flüchtlinge, nach Italien fast 20.000. (epd/mig)

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