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Verdächtige festgenommen

Ermittlungserfolg nach Anschlag auf Moschee in Lauffen

Nach dem Brandanschlag auf eine Moschee in Lauffen am Neckar wurden jetzt mehrere Tatverdächtige festgenommen. Ihnen wird versuchter Mord und versuchte schwere Brandstiftung vorgworfen. Eine PKK-Hintergrund der Tat kommentierte die Polizei nicht.

Ein syrischer und vier türkische Staatsbürger im Alter von 19 bis 30 Jahren sind im Fall des Brandanschlags auf eine Moschee in Lauffen am Neckar vor drei Monaten vorläufig festgenommen worden. Gegen einen weiteren 23 Jahre alten türkischen Tatverdächtigen sei Haftbefehl erlassen worden, teilte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart mit. Sie stünden unter dem Verdacht des versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung. Zuvor hatten rund 200 Einsatzkräfte der Polizei zehn Gebäude im Raum Heilbronn und im Neckar-Odenwald-Kreis durchsucht. Dabei seien Beweismittel wie Dokumente, Handys und Computer sichergestellt worden.

Am 9. März hatten Unbekannte gegen 1.45 Uhr mehrere Brandsätze in die Moschee geworfen, wodurch ein Feuer entstand. Der Imam, der einen Teil der Räume als Wohnung nutzte, schlief zur Tatzeit in einem Zimmer im ersten Stock. Verletzt wurde niemand. Der entstandene Schaden wurde auf etwa 5.000 Euro geschätzt.

Polizei will PKK-Nähe nicht kommentieren

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart, das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und das Polizeipräsidium Heilbronn ermittelten wenige Tage später, dass ein im Internet veröffentlichtes Video der Täter und ein entsprechender Begleittext auf einer PKK-nahen Internetseite auf eine Verbindung zu der verbotenen kurdischen Organisation hindeuteten. Zur Aktualität dieser Aussage wollte sich das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Donnerstag nicht äußern.

Der Brandanschlag hatte für Aufsehen gesorgt, da es in den darauffolgenden Tagen weitere Anschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen gegeben hatte, darunter ein Brandanschlag auf eine Moschee des türkisch-islamischen Verbandes Ditib in Berlin-Reinickendorf und ein türkisches Kulturzentrum bei Münster. Zu etwaigen Zusammenhängen äußerte sich die Ermittlungsbehörde nicht. (epd/mig)