MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Polizei schaute zu

Ku-Klux-Klan-Flashmob nach Fußballspiel

Den Aufstieg von Energie Cottbus in die 3. Bundesliga feierten einige Rechtsextremisten im Stil des Ku-Klux-Klans und zeigten dabei eine Transparent, das an eine Hitler-Biografie erinnert. Die Polizei schaute dabei nur zu. Das war jetzt Thema im Landtag.

Rechtsextremismus, Ku Klux Klan, Neonazis, Feier, Kapuze
Rechtsextremisten feiern Aufstieg von Energie Cottbuss in die 3. Bundesliga. Die Polizei schaut zu. © Jüdisches Forum @ twitter

Nach dem Aufstieg des Fußballvereins Energie Cottbus in die 3. Bundesliga waren am vergangenen Sonntag in der ostbrandenburgischen Stadt aus einer Gruppe heraus bengalische Fackeln gezündet worden. Mehrere – bis jetzt unbekannte – Personen zeigten ein rotes Transparent mit der Aufschrift „Aufstieg des Bösen“, das sich offenbar an den Titel einer Hitler-Biografie anlehnt. Zudem trugen sie nach Polizeiangaben weiße Kapuzenmützen, die an den rassistischen Ku-Klux-Klan in den USA erinnerten.

Die Polizei hatte nicht eingegriffen, so dass auch keine Personalien aufgenommen werden konnten. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) versprach am Donnerstag im Landtag eine intensive und gründliche Einsatznachbereitung. Dabei werde aufgearbeitet, was unternommen und was unterlassen wurde. Die Linke und Die Grünen hatten der Landesregierung Fragen gestellt.

Schröter: „Selten geschmacklose Darstellung“

Der Polizeipräsident habe angewiesen, entsprechende Ermittlungen gegen die zuständige Polizeiführerin und weitere Beamte aufzunehmen. Es stehe der Anfangsverdacht der Strafvereitelung im Amt im Raum, teilte Innenminister Schröter mit. Erste Vernehmungen seien bereits erfolgt und die Ergebnisse am Donnerstag der Staatsanwaltschaft Cottbus übergeben worden, sagte der Minister.

Schröter nannte den Flashmob eine „miese Aktion“ und eine „selten geschmacklose Darstellung“. Offenbar habe es sich um einen nur wenige Minuten dauernden Flashmob gehandelt, der gut vorbereitet gewesen sei und bei dem insbesondere Fotos gemacht werden sollten. Diese hätten sich dann auch über die sozialen Netzwerke verbreitet. Er persönlich bedauere, dass die sportliche Leistung des ehemaligen Fußball-Bundesligisten durch die Ereignisse überschattet werde. Verantwortlich dafür sei aber nicht die Stadt Cottbus oder der Verein Energie Cottbus, sondern einige wenige. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...