MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.

Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Ramadan gehört zu Deutschland

Kirchen senden Grüße zum islamischen Fastenmonat

Die Evangelische und Katholische Kirche haben Muslimen Segenswünsche zum islamische Fastenmonat Ramadan übermittelt. Der Ramadan und die Muslime gehörtene auch zu Deutschland, die Diskussion darüber sei „befremdlich“.

Muslim, Moschee, Gebet, beten, Islam
Gebet in der Moschee © Brian Jeffery Beggerly @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben den Muslimen in Deutschland Segenswünsche zum Fastenmonat Ramadan übermittelt. „Möge der barmherzige Gott Sie durch die Fastenzeit begleiten und Ihre Gebete erhören!“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Dienstag in einer Grußbotschaft. In einer schnelllebigen Zeit gebe die Fastenzeit Gelegenheit, die Sinne zu schärfen und achtsamer zu sein. Der Fastenmonat beginnt am Mittwoch. Am 15. Juni wird das Ende des Ramadans mit dem Zuckerfest gefeiert.

Es sei die Aufgabe der Gläubigen, sich dafür einzusetzen, „dass die Menschheit sich als eine Familie von Gottes Geschöpfen begreift und wir einander gegenseitig achten und ehren. Das ist der Weg des Friedens, nach dem sich die Menschen weltweit heute vielleicht mehr denn je sehnen.“ Es dürfe keinen Ort geben, an dem die menschliche Würde nicht respektiert werde, sagte Kardinal Marx: „Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mensch zur gleichen Religionsgemeinschaft gehört.“ Zwar seien nicht alle Religionen gleich. Aber allen Menschen, ob sie an Gott glauben oder nicht, habe Gott die gleiche Würde zuerkannt.

Der islamische Fastenmonat Ramadan gehört nach Auffassung der beiden evangelischen Kirchen in Hessen auch zu Deutschland. Dies betonten die beiden leitenden Geistlichen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Martin Hein und Volker Jung, in einem am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Brief. Das Fest weise auf das Thema Solidarität hin, die sich auf den Glauben ebenso wie auf die Schwachen und Armen beziehe.

Befremdliche Diskussion

Jung und Hein äußern sich in dem Brief besorgt über die „befremdliche Diskussion“, ob Muslime zu Deutschland gehörten oder nicht. Dies bringe die Integration in einer pluralistischen Gesellschaft nicht voran. „Wir stehen vor problematischen Entwicklungen, die wir nicht ignorieren können“, heißt es in dem Brief. Dazu zählten zunehmende Anschläge auf Moscheen ebenso wie antisemitischen Äußerungen und Haltungen.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), erklärte, angesichts der weltweiten Konflikte in Ländern, in denen Christen und Muslime gemeinsam leben, seien alle auf die „Güte und Barmherzigkeit Gottes“ angewiesen. Die Arbeit am gesellschaftlichen Konsens, das Einstehen für Demokratie und das entschiedene Engagement für Frieden sei heute eine besonders wichtige Herausforderung, sagte Ulrich. „Das Klima der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ist rauer geworden.“ Der 1948 in Eisenach gegründeten VELKD gehören heute sieben Landeskirchen mit insgesamt 9,5 Millionen evangelischen Christen an. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...