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EU gefährdet Ernährung in Afrika durch Fischerei

Die Fischerei-Flotten der EU-Länder gefährden nach Einschätzung des Hilfswerks „Brot für die Welt“ die Ernährungsgrundlage der afrikanischen Bevölkerung. „Die EU zahlt insgesamt 150 Millionen Euro an ihre afrikanischen Handelspartner, damit sie ihre Schiffe reinlassen“, sagte Francisco Marí, Fischerei-Experte von „Brot für die Welt“. Ein Drittel davon sei eigentlich für die Küstenfischer vor Ort gedacht. Oftmals versickere das Geld jedoch bei den afrikanischen Regierungen.

Die Fangquoten dienten vor allem dem Meeresschutz, sagte Marí. Dass die Fischerei die Existenzgrundlage für viele afrikanische Küstenfischer darstelle, werde dabei außer Acht gelassen. So lebten 800 Millionen Menschen weltweit vom Fischfang. Im Senegal gebe es besonders viele Fischer. Die jedoch hätten große Konkurrenz durch die industriellen Fischfangflotten. Der Handelsexperte plädiert dafür, die handwerkliche Fischerei in Afrika zu fördern.

Lediglich ein Prozent des Fischfangs weltweit fahren Küstenfischer ein, der Rest wird industriell gefangen. Die Küste Mauretaniens etwa gilt als besonders artenreich. 281 Tonnen Fisch darf die EU Marí zufolge hier jährlich fischen. Der Umsatz der europäischen Fischerei-Unternehmen beläuft sich demnach auf 500 Millionen Euro. Ein Teil stammt aus den Entwicklungsländern selbst, vor deren Küsten der Fisch gefangen wurde. Zugleich exportiere die EU 600.000 Tonnen Fisch jährlich nach Afrika, sagte Mari. „Der fettarme Hering aus Mauretanien schmeckt den Europäern nicht so gut.“ (epd/mig)