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[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Nachhilfe

Schlechte Schulnoten – hat die Bildungspolitik versagt?

Die Gründe für schlechte Schulnoten können vielfältig sein. Ebenso vielfältig sind die Maßnahmen, die ergriffen werden können – Nachhilfe, Lernumgebung, psychische Unterstützung.

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Schüler © birgitta hohenester / pixelio.de, bearb. MiG

Schlechte Schulnoten sind für Schüler und Eltern gleichermaßen eine Belastung. Zwar ist eine Fünf in Mathematik oder ein mangelhafter Deutschaufsatz kein Grund zur Panik. Spätestens, wenn die Versetzung gefährdet ist, sollten Eltern aber über geeignete Maßnahmen nachdenken.

Schulische Leistungen durch Nachhilfeunterricht verbessern

Zunächst müssen die Ursachen, die zu schlechten Noten in der Schule führen, herausgefunden werden. Fachleute raten Eltern, Vertrauen zu ihren Kindern aufzubauen und den Nachwuchs zu motivieren. Mit regelmäßigen Nachhilfestunden lassen sich die schulischen Leistungen steigern. Qualifizierte Nachhilfelehrer können gezielt auf die Problematik eingehen und geeignete Übungen vorschlagen.

Um die Noten in Deutsch zu verbessern, sind deutsche Muttersprachler als Nachhilfelehrer ideal. Inzwischen gibt es Anbieter, die qualifizierter Nachhilfelehrer vermitteln und Unterrichtsstunden über Skype anbieten. So lässt sich durch eine gezielte Anfrage der passende Lehrer schnell finden. Der klassische Nachhilfeunterricht dient längst nicht mehr nur der Verbesserung mangelhafter Schulnoten. Viele Studierende, die sich auf wichtige Prüfungen und Examen vorbereiten, nehmen professionelle Hilfe in Anspruch.

Deutsch Muttersprachler unterstützen Schüler, Studenten und Berufstätige bei der Prüfungsvorbereitung und gehen speziell auf eventuelle Schwachpunkte ein. Die Unterstützung durch Nachhilfelehrer wird häufig auch von Schülern und Studenten aus nicht deutschsprachigem Elternhaus in Anspruch genommen. Wenn ein Kind zu Hause mit den Eltern nicht deutsch spricht, kann es in der Schule Probleme mit der Sprache haben. Durch regelmäßige Übungsstunden mit einem Nachhilfelehrer kann das Vokabular gezielt aufgebaut und durch neue Wörter erweitert werden.

Schulversagen kann vielfältige Gründe haben

Die Gründe für das Versagen in der Schule sind vielfältig und nicht immer sind die Kinder für ihre schlechten Noten verantwortlich. Manche Schüler, die bereits in der ersten Klasse Probleme haben, den Unterrichtsstoff zu verarbeiten, sind trotz mangelnder Schulreife eingeschult worden.

Pädagogen zufolge verfügen zu früh eingeschulte Kinder aber noch nicht über die kognitiven Fähigkeiten, um dem Lernstoff zu folgen. In der Pubertät leiden vor allem Mädchen unter starken Hormonschwankungen und dadurch bedingt unter Konzentrationsschwierigkeiten, die ein Lernen an manchen Tagen unmöglich machen.

Ungenügende Noten in der Schule können auch psychische Ursachen haben und auf persönliche Probleme hinweisen, die ihre tiefere Ursache nicht selten im familiären Umfeld haben. Heutzutage leiden bereits kleine Kinder unter ständigem Stress, wenn sie einem zu hohen Druck ausgesetzt sind.

Von vielen Schülern wird erwartet, dass sie reibungslos „funktionieren“ und ihren Alltag zwischen Schule, Lernen, Sport und zusätzlichen Leistungskursen ebenso bewältigen wie Erwachsene. Viele Kinder sind den hohen Anforderungen nur teilweise gewachsen und reagieren mit verminderter Leistungsfähigkeit oder mangelnder Konzentration, wenn der Druck zu groß wird.

Der Ehrgeiz der Eltern und überhöhte Erwartungen sorgen dafür, dass viele Schüler heute ebenso gestresst sind wie Erwachsene nach einem langen Arbeitstag. Experten raten Eltern, ihre Erwartungen an den Nachwuchs auf ein realistisches Maß herunterzuschrauben und eine Drei nicht als mangelhafte Leistung zu werten. Werden Schüler nur selten gelobt, reagieren sie verunsichert und trauen sich nichts mehr zu.

Kinder, die unter Prüfungsangst leiden, erhalten häufiger schlechte Noten, als Schüler, die dem Examen optimistisch entgegensehen. Psychologen zufolge sind Bestrafungen und Verbote ungeeignete Mittel, um Schüler zum Lernen zu bewegen. Nur wenn das Kind motiviert ist, stellt sich der Lernerfolg ein. Befürchten Eltern, dass ihr Kind ungerechnet benotet wurde, sollte dies durch ein Gespräch mit dem Lehrer geklärt werden.

Computer und Smartphone während der Hausaufgaben ausschalten

Lernschwächen wie Dyskalkulie oder Legasthenie spielen beim Prüfungsversagen zwar auch eine Rolle, kommen aber nur relativ selten vor. Um Schulnoten zu verbessern, benötigt das Kind zunächst einen Platz, an dem es in Ruhe und ohne Störungen lernen kann. Während der Hausaufgaben sollten Computer und Smartphone ausgeschaltet bleiben, da sie vom Lernen ablenken. Wohnzimmer, Küche oder Esszimmer sind ungeeignete Plätze zum Lernen, da der Geräuschpegel durch ein laufendes Radio, Fernsehgerät oder die Unterhaltungen von Familienmitgliedern die Kinder zu sehr ablenkt, bis ihre Konzentration nachlässt. Ein eigener Schreibtisch im Kinderzimmer und ein bequemer Schreibtischstuhl schaffen die richtigen Voraussetzungen zum Lernen.

Eine weitere Ursache für das Schulversagen liegt in der Auswahl der Schule. Viele Eltern wollen sich nicht eingestehen, dass ihre Kinder möglicherweise nicht für das Gymnasium geeignet und mit dem Lernstoff überfordert sind. In diesem Fall helfen ein klärendes Gespräch mit den Lehrern und ein Schulwechsel, um die Noten zu verbessern.

Schlechte Schulnoten sind eine Möglichkeit, auch über unkonventionelle Lösungen nachzudenken. Wichtiger als eine gute Benotung in der Schule ist die Zufriedenheit des Kindes. Die wichtigsten Grundlagen für den beruflichen Erfolg sind nicht ausgezeichnete Schulzeugnisse, sondern persönliche Qualitäten wie Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Viele Schüler erzielen bessere Noten, wenn sie keine Angst vor Fehlern haben müssen und von den Eltern öfter gelobt werden.

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