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Islamfeindlichkeit

Bremer Moschee erneut angegriffen

Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten wurde die Bremer Fatih-Moschee Ziel eines islamfeindlichen Angriffs. Diesmal schmierten Unbekannte islamfeindliche Parolen an die Gebäudefassade. Die Gemeinde ist „tief besorgt“.

Die Fatih-Moschee in Bremen ist zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres zum Ziel eines islamfeindlichen Angriffes geworden. Unbekannte sprühten in der Nacht zum Sonntag in schwarzer und roter Farbe Beleidigungen an den Eingang und an die Fassade, wie die Islamische Föderation Bremen mitteilte. „Unsere Gemeinde ist tief besorgt“, sagte der Sprecher der Föderation, Vahit Bilmez. Auch an den Wänden eines Anbaus, der sich gerade im Bau befindet, fanden sich Schmähschriften.

Die Fatih-Moschee ist die älteste Moschee in Bremen und die drittgrößte in Deutschland. Sie bietet Platz für rund 1.300 Menschen und wird der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) zugerechnet. Bereits vor einem halben Jahr hatten unbekannte Täter die Fatih-Moschee attackiert, indem sie an einem Fenster und in einem Briefkasten Feuerwerkskörper entzündeten und islamfeindliche Parolen an die Wand sprühten.

Niedrige Aufklärungsquote

IGMG-Generalsekretär Bekir Altaş forderte die Sicherheitsbehörden auf, die Tat zeitnah und lückenlos aufzuklären. Nur so könne „das Strafrecht seine abschreckende Wirkung entfalten“. Die Aufklärungsquote bei Straftaten auf Muslime und ihre Einrichtungen sei „leider nach wie vor sehr niedrig“, so Altaş. Deshalb würden viele Übergriffe von den Betroffenen erst gar nicht angezeigt.

Nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ hat es im vergangenen Jahr bundesweit mindestens 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen gegeben. Zu den erfassten Straftaten zählen demnach Schmierereien und Sachbeschädigung an Häusern und Moscheen, Hasskommentare gegen Muslime im Internet, Drohbriefe, Schändungen etwa mit Schweineblut und Angriffe auf Kopftuch tragende Frauen oder muslimische Männer auf der Straße. Dabei seien 33 Menschen verletzt worden. Die Zeitung beruft sich auf Angaben des Bundesinnenministeriums. (epd/mig)