MiGAZIN

Aufbei einer eigenen Armee

Zahl der Reichsbürger auf 15.600 gestiegen

Die Zahl der Reichsbürger ist in Deutschland binnen eines Jahres um mehr als 50 Prozent gestiegen. Sicherheitskreisen zufolge haben Reichsbürger mit dem Aufbau einer eigenen Armee begonnen. Reichsbürger-Hochburg ist Bayern.

Die Zahl der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter in Deutschland liegt Anfang 2018 bei etwa 15.600 und ist damit innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent gestiegen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf die Verfassungsschutzämter der Bundesländer. Anfang 2017 gingen die Sicherheitsbehörden noch von 10.000 Reichsbürgern in Deutschland aus.

In Ostdeutschland plant eine bewaffnete Gruppe innerhalb der Reichsbürger nach „Focus“-Informationen den Aufbau einer eigenen Armee. Sicherheitskreise hätten bestätigt, dass sich Reichsbürger aus mehreren Bundesländern bei einem konspirativen Treffen mit dem Aufbau einer militärischen Organisation befasst hätten. Zudem sähen die Behörden mit Sorge, dass die Szene über eine große Zahl an legalen und illegalen Waffen verfüge. Mehr als 1.000 Reichsbürger besäßen eine oder mehrere waffenrechtliche Erlaubnisse.

Bayern Reichsbürger-Hochburg

Die Reichsbürger leugnen die Existenz der Bundesrepublik und behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Einige sind in rechtsextremistischen Gruppen engagiert. Die Reichsbürger werden bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Selbstverwalter sind Reichsbürger, die ihr eigenes Grundstück als Staat bezeichnen und den Behörden den Zutritt verweigern.

Die größte Reichsbürger-Szene gibt es laut dem Bericht in Bayern, wo die Behörden 3.500 Reichsbürger zählen. Es folgen Baden-Württemberg mit 2.500, Nordrhein-Westfalen mit 2.200, Niedersachsen mit 1.400 und Sachsen mit 1.300 Reichsbürgern. (epd/mig)