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Migration und Integration in Deutschland

Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Studie

Mundgesundheit von Flüchtlingen entspricht nationalem Stand vor 30 Jahren

Einer aktuellen Studie zufolge entspricht die Mundgesundheit von Flüchtlingen dem nationalen Stand der Bevölkerung vor 30 Jahren. Grund Alarmismus sehen Experten nicht. Die Behandlungskosten blieben in einem vertretbaren Rahmen.

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Zahnarzt © Hamza Butt @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

DATUM14. November 2017

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RESSORTAktuell, Panorama

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Die Mundgesundheit von Flüchtlingen entspricht etwa dem nationalen Stand der Bevölkerung vor 30 Jahren. Viele der Defizite könnten jedoch mit gezielter Prophylaxe und Prävention aufgefangen werden. Das sind einige Ergebnisse der repräsentativen Studie „Flüchtlinge in Deutschland – Mundgesundheit, Versorgungsbedarfe und deren Kosten“ der Universität Greifswald unter Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Vorgestellt wurde die Untersuchung Ende vergangener Woche anlässlich des Deutschen Zahnärztetages 2017 in Frankfurt a. M.

Die multizentrische Erhebung bietet erstmals einen wissenschaftlich, systematischen Überblick über die Mundgesundheit von Menschen, die in Deutschland Schutz vor Not, Vertreibung und Krieg gesucht haben, heißt es. Insbesondere Kinder weisen der Studie zufolge einen deutlich erhöhten Kariesbefall auf. Die Karieswerte im bleibenden Gebiss steigen bei jugendlichen und erwachsenen Geflüchteten an. Die geschätzten Kosten des zahnmedizinischen Behandlungsbedarfs variieren je nach Alter erheblich und liegen bei 45- bis 64-jährigen Patienten am höchsten.

Kein Grund für Alarmismus

Prof. Dr. Michael Walter, Präsident der DGZMK: „Der Erhalt oder die Wiederherstellung der Gesundheit ist ein Beitrag zur erfolgreichen Integration und stellt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar.“ Die Studie zeige klare Versorgungsbedarfe. Dr. Peter Engel, Präsident der BZÄK, ergänzt: „Mit einer kulturspezifischen Vermittlung, wie man Krankheiten vorbeugt, erreicht man die Menschen. Damit Flüchtlinge an den sehr erfolgreichen zahnmedizinischen Präventionsstrukturen in Deutschland teilhaben können, bedarf es gesellschaftspolitischer Initiativen.“

Dr. Wolfgang Eßer, KZBV-Vorstandsvorsitzender, zufolge besteht für Krankenkassen und öffentliche Hand „kein Grund für Alarmismus. Die Behandlungskosten bleiben in einem vertretbaren Rahmen“. Dies gelte ebenso für die akute Schmerzversorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, wie für den Aufwand, der nach Anerkennung von Asyl durch Regelleistungen der GKV entsteht.

Experten empfehlen Präventionskonzepte für Flüchtlinge

Die Kosten für eine vollständige Wiederherstellung der Mundgesundheit betragen der Studie zufolge zwischen 178 bis 1759 Euro pro Flüchtling – in Abhängigkeit von der Altersgruppe. Die tatsächlichen Kosten durch die Inanspruchnahme der Behandlungen nach der regelhaften GKV-Versorgung dürften diese hypothetisch ermittelten Gesamtkosten pro Flüchtling jedoch deutlich unterschreiten. Alle genannten Berechnungen sind Schätzungen, die von den Rahmenbedingungen des Einzelfalls abhängig sind. Prof. Christian Splieth, Leiter des Autorenteams, empfiehlt bestehende Präventions- und Prophylaxekonzepte für Flüchtlinge anzubieten, um restaurative Maßnahmen möglichst zu vermeiden.

Für die repräsentative Querschnittsstudie wurden von Ende des Jahres 2016 bis Mitte 2017 insgesamt 544 Flüchtlinge aller Altersgruppen von Zahnärztinnen und Zahnärzten an verschiedenen Standorten untersucht. Im Gegensatz zu anderen Erhebungen, die sich meist auf spezielle Erkrankungen in einzelnen Altersgruppen von Flüchtlingen beschränken, werden in der vorliegenden Studie die wesentlichen Mundgesundheitsprobleme und mögliche Therapiekosten bei Patienten im Alter von 3 bis 65 Jahren erfasst. (ots/mig)

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