MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Niemand lässt sich so gut ausbeuten wie Mitglieder einer Gemeinschaft, die ohne Hilfe der anderen in Deutschland nicht überleben können – illegal und ohne Sprachkenntnisse.

Neske/Heckmann/Rühl, Menschenschmuggel, 2004

Zwei Jahr und acht Monate

Haftstrafe nach Ausschreitungen in Heidenau

Im August 2015 kam es in Heidenau zu rechtsextremen Ausschreitungen wegen eines Flüchtlingsheims. Nun wurde ein Randalierer verurteilt zu einer Haftstrafe beurteilt. Er soll Gegenstände auf Polizisten geworfen haben.

Demonstration, Gewalt, Ausschreitung, Polizei, Nacht, Straße
Ausschreitungen zwischen Flüchtlingsgegnern und der Polizei

Mehr als zwei Jahre nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Heidenau hat das Amtsgericht Dresden einen jungen Mann wegen besonders schweren Landfriedensbruchs zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Er sei wegen seiner Beteiligung an gewaltsamen Protesten gegen die Eröffnung einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber schuldig gesprochen worden, teilte das Landeskriminalamt Sachsen am Freitag in Dresden mit.

Der damals noch jugendliche Täter habe sich „aktiv an Angriffen gegen Polizeibeamte beteiligt, indem er gezielt Gegenstände in deren Richtung warf“, hieß es. Dabei seien mehrere Polizisten verletzt worden. Das Urteil fiel bereits am Freitag vergangener Woche, wurde aber erst jetzt bekannt. Angaben zum Alter oder der Identität des Angeklagten wurden nicht gemacht. Es handele sich um eine Jugendstrafsache, hieß es.

Verurteilter polizeibekannt

Der junge Mann musste sich zudem für Straftaten während des Dresdner Stadtfestes 2016 verantworten. Laut Amtsgericht zeigte er während des Festes Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zudem wurde er wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Körperverletzung und Sachbeschädigungen schuldig gesprochen. Der Mann befand sich während der Gerichtsverhandlung bereits in Untersuchungshaft.

Heidenau hatte wiederholt mit fremdenfeindlichen Ausschreitungen für Schlagzeilen gesorgt. Bei gewaltsame Protesten im August 2015 gegen die Einrichtung eines Flüchtlingsheims in einem leerstehenden Baumarkt waren mehr als 30 Polizisten zum Teil schwer verletzt worden. Dutzende Flüchtlinge konnten die Unterkunft nur unter Polizeischutz beziehen. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wenige Tage später die Einrichtung besuchte, wurde sie von Einheimischen unflätig beschimpft. Die massiven Ausschreitungen hatten bundesweit für Entsetzen gesorgt. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...