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Dresden

Neue Vorwürfe gegen mutmaßlichen Moschee-Attentäter

Die Vorwürfe gegen den mutmaßlichen Moschee-Attentäter vor einem Jahr werden immer konkreter. Er soll nicht nur Anschläge verübt, sondern auch zwei weitere Sprengkörper hergestellt haben.

Im Fall des Anschlags auf eine Moschee und das Congress Centrum in Dresden vor einem Jahr hat die Generalstaatsanwaltschaft ihre Vorwürfe gegen den Angeklagten Nino K. präzisiert. Der 30-Jährige sei hinreichend verdächtig, nicht nur die Anschläge verübt, sondern auch zwei weitere Sprengkörper hergestellt zu haben, teilte die Behörde am Dienstag in Dresden mit. Diese seien im Rahmen der Ermittlungen in der Elbe gefunden worden. Eine dritte, rund viereinhalb Kilogramm schwere „Spreng- und Brandvorrichtung“ sei im Dezember 2016 in K.s Wohnung entdeckt worden.

Die Behörde erklärte, neben versuchtem Mord, versuchter schwerer Brandstiftung, Sachbeschädigung und dem Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen würden K. daher auch in weiteren Fällen die Herstellung eines verbotenen explosionsgefährlichen Gegenstands und der unerlaubte Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen zur Last gelegt. Zudem müsse er sich wegen Führens einer verbotenen Waffe verantworten. Nach Einschätzung der Anklagebehörde war K. Einzeltäter. Am 13. September wurde Anklage erhoben.

Am 26. September 2016 waren in Dresden an einer Moschee und am Congress Center mehrere Sprengsätze detoniert. In der Moschee befanden sich zu diesem Zeitpunkt der Imam mit seiner Frau und den beiden Söhnen. Durch die Druckwelle wurde die Eingangstür nach innen gedrückt, im Haus entstanden Verrußungen. Am Congress Center zersplitterte die Seite eines Glasquaders auf der Freiterrasse. Verletzt wurde jeweils niemand. Die Anschläge hatten kurz vor den Feiern zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober für Entsetzen gesorgt. Der Verdächtige K. sitzt seit dem 9. Dezember 2016 in Untersuchungshaft. (epd/mig)