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Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Brexit-Verhandlungen

Mit dem Pfund gehen auch die Touristenzahlen zurück

Der Britische Pfund verliert zunehmend an Wert. Das wirkt sich nicht nur auf die Wirtschaft und den Export aus, sondern auch auf die Völkerverständigung. Das Reisen auf den Kontinent wird für viele Briten teuer.

Großbritannien, England, Fahne, Flagge
Großbritannien - Regierung plant Einschränkung von Sozialleistungen für EU-Einwanderer © Rian (Ree) Saunders @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Das Vereinigte Königreich und die Europäische Union haben im Juni dieses Jahres offiziell mit den Brexit-Verhandlungen begonnen. Doch die Stimmung ist angespannt und die Gespräche verlaufen zäh. Auf handfeste Ergebnisse wird weiterhin gewartet. Und das wirkt sich nicht unter anderem negativ auf den Wert des Britischen Pfunds aus.

Seit Längerem ist die Währung Großbritanniens nun bereits auf Talfahrt. Für viele Briten ist der Urlaub auf dem Kontinent deshalb so teuer wie schon lange nicht mehr. Im August 2017 bekam man für einen Pfund nicht einmal mehr 1,10 Euro. Warum die Talfahrt des Pfunds einfach nicht enden möchte, und wie sich diese auf die Menschen und die Wirtschaft auswirkt, dazu finden Sie hier einen kleinen Überblick.

Warum verliert der Pfund an Wert?

Das Brexit-Votum sorgte für große Unsicherheiten bei Anlegern und Unternehmen. Mögliche Investitionsvorhaben sind auf einmal mit einem größeren Risiko verbunden und werden deshalb stärker überdacht. Das wiederum schwächt das Wirtschaftswachstum in Großbritannien. Es hilft nicht, dass trotz der aktuellen Brexit-Verhandlungen noch immer kaum Ergebnisse vorliegen. Investoren werden es sich deshalb zweimal überlegen, ob sie ihr Geld in einem Land investieren möchten, dessen Regierung nicht handlungsfähig scheint. So ist zum Beispiel immer noch nicht deutlich, ob Großbritannien am Ende der Verhandlungen weiterhin einen leichten Zugang zum EU-Binnenmarkt haben wird.

Um die Konjunktur zu stabilisieren, muss die Bank of England die Zinsen senken, was das Land für Anleger jedoch noch unattraktiver macht. Und da bei den Brexit-Verhandlungen kaum Fortschritte gemacht werden, sieht es auch nicht so aus, als würde sich der Pfund in nächster Zeit wieder erholen können.

Folgen für Verbraucher

Experten rechnen mit einem noch größeren Wertverlust der britischen Währung. Vor allem Devisenanleger sollten deshalb auf der Hut sein und den Markt genau im Blick behalten. Neueinsteigern wird empfohlen ein Demokonto für den Aktienhandel zu eröffnen, um die Tricks und Kniffe des Handels ohne Risiko üben zu können.

Menschen aus Euroländern können momentan günstig in Großbritannien Urlaub machen, da man für den Euro natürlich auch mehr Pfund erhält. Für Briten, die ins Ausland reisen möchten, sieht es hingegen schlechter aus. Das ist nicht nur schlecht für die Briten, sondern auch für die Völkerverständigung innerhalb der Europäischen Union, die vom stetigen Austausch lebt. Nicht wenige Briten in Deutschland beantragen inzwischen sogar die deutsche Staatsbürgerschaft aus Sorge um den möglichen Verlust der ungestörten Reisefreiheit.

Problematisch ist die Talfahrt der britischen Währung auch für Unternehmen. Exportorientierte Firmen können durchaus von der Abwärtsbewegung des Pfunds profitieren. Das liegt daran, dass ihre Waren auf dem Weltmarkt günstiger werden, was wiederum die Nachfrage steigen lassen kann. Außerdem können Einnahmen aus dem Ausland nach der Umrechnung deutlich profitabler werden. Für Importe in das Vereinigte Königreich steigen die Preise aber natürlich an, wenn der Pfund schwach ist. Das wiederum ist nicht gut für Exporteure außerhalb Großbritanniens.

Der Wert des Pfundes ist bereits seit 2015 rückläufig. Damals lag er bei ca. 1,42 Euro. Nach dem Referendum machte er jedoch eine steile Talfahrt und büßte innerhalb von kürzester Zeit fast 20 Cent seines Werts ein. Richtig erholen konnte er sich seitdem nicht mehr. Noch immer schwankt er meist zwischen 1,15 und 1,20 Euro.

Wie sich der Euro-Pfund-Kurs in nächster Zeit entwickeln wird, ist noch nicht ganz deutlich. Es ist durchaus möglich, dass er sich wieder auf sein Vor-Brexit-Niveau einpendeln wird. Es ist aber auch möglich, dass die fehlende Wirtschaftskraft Großbritanniens den Wert des Euros ebenfalls mindern könnte. Mögliche Auswirkungen bleiben bei den Brexit-Verhandlungen weiterhin ein äußerst brisantes Thema.

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Ein Kommentar
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  1. Lina sagt:

    Eine Gruppe von Kontinentaleuropäern, die weit mehr als die Touristen vom Brexit betroffen sein wird, sind die Studentinnen und Studenten. Eine kurze Übersicht über mögliche Folgen für sie findet sich hier: https://www.textundwissenschaft.de/2017/01/12/brexit-was-studenten-nun-beachten-muessen/
    Es wird spannend sein weiter zu verfolgen, was im Ergebnis der Verhandlungen letztlich auf sie zukommt.



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