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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben in dieser Woche gerade einige Gesetze verabschiedet – zum Beispiel gegen die Scheinehe. Und wir wollen damit deutlich machen, dass wir solche Zwangsverheiratungen zum Beispiel nicht billigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Video-Podcast der Bundeskanzlerin #35/10 vom 30.10.2010

Arbeitsmarkt

Niedersachsens Metallindustrie fördert Ausbildung von Flüchtlingen

Mit einem mehrstufigen Ausbildungsmodell möchte die Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren und dem Nachwuchsmangel in der Branche begegnen. Niedersachsens Ministerpräsident Weil spricht von einem beispielhaften Modell.

Niedersachsen, Bundesland, Land, Hannover
Niedersachsen © MiG

Um Flüchtlingen den Weg in einen Beruf zu ebnen, startet die Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen ein neues Ausbildungsprogramm. Dabei bieten die Unternehmen gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Metall ab nächstes Jahr ein mehrstufiges Modell an, das bundesweit einmalig sei, erläuterte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall, Volker Schmidt, am Dienstag in Hannover.

Die Flüchtlinge können dabei in Unternehmen zunächst ein mindestens dreimonatiges Praktikum machen. Danach folgen eine Einstiegsqualifizierung und die Ausbildung. Die Gewerkschaft und die Arbeitgeber wollen die Betriebe mit jeweils bis zu 5.000 Euro für den zusätzlichen Aufwand unterstützen. Außerdem sollen Kurse, eine sozialpädagogische Begleitung und Zusatzunterricht organisiert werden. Bisher stehen den Angaben zufolge insgesamt 200.000 Euro für das Programm bereit. Arbeitgeber und Gewerkschaft wollen mit dem Programm auch dem Nachwuchsmangel in der Branche begegnen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach von einem beispielhaften Modell für Flüchtlinge. „Die Integration in den Arbeitsmarkt ist das Nadelöhr“, sagte er. Schmidt forderte, dass Flüchtlinge für eine dreijährige Ausbildung und zwei weitere Jahre im Beruf einen gesicherten Aufenthaltsstatus erhalten sollten. Bisher hätten die Unternehmen keine Rechtssicherheit, kritisierte er. „Das wirkt im Augenblick eher als Einstellungsbremse.“ (epd/mig)

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