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Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Glatteis

Alle Sexualmorde sind abscheulich, manche sind abscheulicher

Im vergangenen Herbst wurde eine Freiburger Studentin vergewaltigt und anschließend ermordet. Nun beginnt der Prozess. Kein Sexualmord hat über das ganze Jahr hinweg eine so große mediale Aufmerksamkeit erregt. Ein Blick auf die Herkunft des Täters erklärt das Warum.

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Sais Rezek © Privat, bearb. MiG

VONSaid Rezek

Said Rezek ist Student der NRW School of Governance und beschäftigt sich mit Fragen der Einwanderungsgesellschaft. 2015 erhielt er die Auszeichnung der Akademischen Arbeit des Jahres. 2016 ist sein Buch mit dem Titel „Integration trotz Islam?“ erschienen. Mehr von Said Rezek auf Facebook und auf said-rezek.de.

DATUM8. September 2017

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RESSORTAktuell, Meinung

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Regionale und überregionale Medien berichteten, sogar die Hauptausgabe der Tagesschau. Selbst für eine solch schwerwiegende Straftat ist dies ungewöhnlich. Die Erklärung: Der Täter ist ein afghanisch stämmiger Flüchtling.

Die neuen deutschen Medienmacher – ein bundesweiter Zusammenschluss von Medienschaffenden mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Kompetenzen und Wurzeln – beobachten seit geraumer Zeit eine einseitige Nennung der Herkunft bei ausländischen Straftätern. Durch die tendenzielle Berichterstattung entsteht der Eindruck, als sei Kriminalität vor allem ein ausländisches Problem. Dies entspricht jedoch nicht der Realität.

Wer würde angesichts der Berichterstattung für möglich halten, dass bei Sexualmorden „90 bis 95 Prozent der Tatverdächtigen Deutsche“ sind? Auf diese Zahlen bezieht sich Christian Walburg vom Kriminalwissenschaftlichen Institut der Uni Münster. Insofern bezeichnet er den Sexualmörder aus Freiburg, aufgrund seiner Herkunft als eine „Ausnahme“.

Gleichwohl empfiehlt der Pressekodex des Pressrates, die Herkunft zu nennen, wenn eine besonders schwere Straftat vorliegt, weil damit ein öffentliches Interesse einhergehe. Dies ist im Falle eines Sexualmordes sicherlich der Fall. Gleichzeitig sollte dies konsequent erfolgen. Entweder sollte die Herkunft durchgehend genannt werden oder gar nicht und nicht nur dann, wenn der Name des mutmaßlichen Täters ausländisch klingt. Sonst werden die Leser auf‘s Glatteis geführt und Vorurteile geschürt.

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8 Kommentare
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  1. Otto W sagt:

    Ich hab das zwar immer so verstanden, dass es nicht um die Herkunft geht , sondern über die Tatsache dass einer Flüchtling ist. Diesen Menschen wird hier großzügigst Obdach, Sicherheit, Frieden, Essen und Geld vom Sozialstaat gewährt und als dank vergewaltigt und tötet man deutsche Frauen (es sind ja seltenst muslimische Frauen).

    Was der Autor hier vorbringt ist (mal wieder) nur ein Rassismusvorwurf. Es ist der Versuch eine Verschwörungstheorie aufzubauen: deutsche Medien (Staat) vs Muslime

  2. Antoinette de Boer sagt:

    Otto W. ..da muss ich aber jetzt ihnen ganz heftig widersprechen:der Artikel von Said Rezek ist sachlich und klar formuliiert,die Fakten sind beweisbar! Wenn einer rassistisch argumentiert,dann Sie ! Sexualmord ist eine grauenvolle Tat und hat n i e m a l s etwas damit zutun,ob jemand „grosszügig“ Obdach ,Essen +Trinken bekommt,was für ein Gedanke ! Sexualmörder sind Individuen ,die es in jeder Gesellschaft leider gibt und die k e i n e bestimmte Nationalität besitzen.Und wenn bestinmmte Medien so etwas behaupten,dann ist es nicht nur eine Schande für die deutsche Berichterstattung sondern auch eine schlimme Beleidigung all der Unschuldigen,die keinen deutschen Nahmen tragen.

  3. Horst Adler sagt:

    Der Autor weiss überhaupt nicht bescheid.Der ganze Skandal besteht daraus, das ein verurteilter Schwerverbrecher einfach nach Deutschland kommen konnte und als unbegleiteter Minderjähriger in eine Familie gesteckt wurde. Das der „Minderjährige“ in Griechenland ein schweres Verbrechen beging und zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, kam ja erst nach seiner Verhaftung heraus.

  4. Sebaldius sagt:

    Antoinette de Boer, da muss jetzt aber ich Ihnen mal ganz heftig widersprechen. „Beweisbare Fakten“ sind immer gut, aber doch nur, wenn man sie auch vollständig vorlegt, und nicht immer die Hälfte verschweigt.

    Wer über „besonders schwere Straftaten“ reden will und einen Zusammenhang mit Ausländern herstellen will, bzw. unter den Teppich kehren will, der darf dann nicht nur über die Quantität, sondern der muss auch über die Qualität dieser Verbrechen reden. Zum Beispiel solche „besonders schweren Straftaten“ wie Frauen Schwefelsäure ins Gesicht zu schütten um sie damit zu blenden und lebenslang zu entstellen, das hatte es früher NIE!! gegeben hierzulande. Das ist tatsächlich erst mit dem Zuzug von Migranten nach Deutschland gekommen. Ebenso diese absolute Vertiertheit, einem wehrlos am Boden Liegenden mit dem Fuss gegen den Kopf zu treten, so wie gegen einen Fussball beim Elfmeter, das gab es vorher nicht. Oder Gruppenvergewaltigung, oder die Vergewaltigung von alten Omas im Greisenalter, oer diese gewaltige Zunahme an messerstechereinen, das ist alles neu hier in Deutschland.

    Lesen Sie einfach mal die alltäglichen Polizeiberichte über „besonders schwere Straftaten“ in Deutschland, es gibt genügend Internetseiten, wo die alle genauestens aufgelistet sind. Sie werden erstaunt sein, zum einen erstaunt über die unglaublich grosse Anzahl solcher Verbrechen, und dann auch darüber, WER in diesen Berichten hauptsächlich als mutmasslicher Täter angegeben wird.

    Zustimmen kann man allerdings der Forderung, den Pressekodex 12.1 abzuscjaffen, und endlich mal den vollen Namen und die Herkunft und die unverpixelten Gesichter aller Tatverdächtigen oder überführten Verbrecher zu veröffentlichen. DAS wären „beweisbare Fakten“, aber vermutlich werden Sie dann auch dagegen sein.

  5. President Obama sagt:

    Also hier werden ja schnell heftige Geschütze aufgefahren. Otto hat nichts rassistisches gesagt. Er hat keine Person nur wegen seiner Herkunft i.S. Eines Rassenverständnisses diskreditiert. Wenn der Rassismusbegriff so schnell aufgeweicht wird, nutzt das Niemanden.

    Der Autor sieht ein wenig zu schwarz, ich komme selbst aus der „Branche“ und kann nur berichten, dass dieser eine Fall für übertriebenes Getöse gesorgt hat, zahlreiche andere Fälle von deutschen und ausländischen Tätern werden nicht erwähnt in bundesweiten Medien.

    Hier liegt ein Einzelfall vor. Ein Deutsche gegen Ausländerphänomen in der Presse gibt es nicht.

  6. Otto W sagt:

    @Antoinette de Boer

    Mein Kommentar ist keinstem Fall rassistisch, das lässt die Netiquette hier gar nicht zu, also bleiben Sie bitte sachlich. Ich habe lediglich meine Vermutung geäussert warum die deutschen Medien mehr Interesse an Vergwaltigungen die von Flüchtlingen begangen wurden zeigt. Und ich behaupte dass es nunmal nichts mit ihrer religiösen Orientierung zu tun hat, sondern dass diese Vergewaltiger trotz der Großzügigkeit des deutschen Staates (unkontrollierte Einwanderung, Fürsorge) keine Dankbarkeit gezeigt wird. Es geht um ein neuartiges Phänomen von extremer Dreistigkeit und nicht um die Vergewaltigung durch einen Muslim.

    Ich geh übrigens davon aus, dass Sie mein Kommentar nicht verstanden haben, zumindest kommt es für mich so rüber.

  7. Otto W sagt:

    Wenn man weniger auf Relativierung von Problemen und mehr an der Lösung davon interessiert ist, dann gibt es hier einen interessanten Artikel aus der SZ:

    http://sz.de/1.3664705

  8. Otto W sagt:

    Auch interessant zu dem Thema:

    http://sz.de/1.3671964



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